Neue Therapien chronischer Schmerzen
Novel Therapies of chronic pain: peripherally Acting 14-Alkoxymorphinan Derivatives
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)
Keywords
-
PAIN,
OPIOIDS,
ANALGESICS,
PERIPHERALLY ACTING OPIOIDS,
RHEUMATOID ARTHRITIS,
INFLAMMATION
Das Hauptziel des Projektantrags ist die Entwicklung einer neuen Generation peripher wirksamer Medikamente zur Behandlung chronischer Schmerzen. Die gegenwärtige Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen wird hauptsächlich mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSA) und zentral-wirksamen Opiat-Analgetika (z. B. Morphin) durchgeführt. Beide Arzneistoffklassen haben schwerwiegende Nebenwirkungen: NSA verursachen gastrointestinale Störungen, (z. B. Magen- und Zwöffingerdarmgeschwüre), Nierenschädigungen und allergische Reaktionen. Ein signifikanter Nachteil von zentral-wirksamen Opiaten ist eine Vielfalt von Nebenwirkungen, die hauptsächlich durch das Zentralnervensystem (ZNS) vermittelt werden. Dazu gehören z. B. Sedierung, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Verstopfung, Atemdepression, Toleranzentwicklung und Sucht. Diese Probleme konnten bis heute nicht gelöst werden. Es ist ein hoher Bedarf nach einer effektiveren Therapie chronischer Schmerzen, welche weniger Nebenwirkungen hervorruft, gegeben. Aufgrund der Tatsache, dass die neu entwickelten Opiat-Analgetika nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden können - und deshalb nicht ins ZNS gelangen können - werden sie nicht die üblichen Nebenwirkungen zentral- wirksamer Opiat-Analgetika (Sucht, Atemdepression, Sedierung,, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung etc.) hervorrufen. Es wird weiterhin erwartet, dass die neuen Therapeutika sowohl systemisch als auch oral verabreicht werden können. Darüberhinaus ist zu erwarten, dass die peripher wirkenden Schmerzmittel bei chronischen und neuropathischen Schmerzen hochwirksam sind, dass sie aber auch zur Behandlung akuter Schmerzzustände eingesetzt werden können. Systemische Verabreichung von Morphin kann adjuvante Arthritis bei Tieren lindern. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind Immunmechanismen für den entzündungshemmenden Effekt von Morphin und anderen Opiaten verantwortlich. Es ist daher zu erwarten, dass die neuen peripher wirksamen Opiat-Analgetika synergistische Effekte (Analgesie und entzündungshemmende Wirkung) bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis, von der ca. 1% der Welbevölkerung (ca. sechzig Millionen Personen) betroffen sind, aufweisen werden.
Das Hauptziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer neuen Generation von Wirkstoffen zur Behandlung starker und chronischer Schmerzen mit einem verbesserten Nebenwirkungsprofil. Die gegenwärtige Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen wird hauptsächlich mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSA) und zentral wirksamen Opiat-Analgetika (z. B. Morphin) durchgeführt. Beide Arzneistoffklassen haben schwerwiegende Nebenwirkungen. NSA verursachen gastrointestinale Störungen, (z.B. Magengeschwüre), Nierenschädigungen und allergische Reaktionen. Die Einführung von selektiven Cyclooxygenase-2 (COX-2) Inhibitoren wie Rofecoxib (Vioxx) und Celecoxib (Celebrex) wurde als großer Fortschritt in der NSA-Pharmakologie betrachtet. Es stellte sich jedoch heraus, dass mit dieser Substanzklasse der COX-2-Inhibitoren keine klare Verbesserung in der Schmerzbehandlung zu erzielen war. Zudem wurden ähnliche Nebenwirkungen wie bei den konventionellen NSA und zusätzlich noch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko beobachtet, was deren Gebrauch stark einschränkt. Ein signifikanter Nachteil von zentral-wirksamen Opiaten ist eine Vielfalt von Nebenwirkungen, die hauptsächlich durch das Zentralnervensystem (ZNS) vermittelt werden. Dazu gehören z. B. Sedierung, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Atemdepression, Toleranz- und Suchtentwicklung. Diese Probleme konnten bis heute nicht gelöst werden. Es ist ein hoher Bedarf nach einer effektiveren Therapie chronischer Schmerzen, welche weniger Nebenwirkungen hervorruft, gegeben. Im Rahmen dieses Projekts haben wir neue, hoch wirksame Opiat-Analgetika mit einem verbesserten Nebenwirkungsprofil entwickelt. Aufgrund der Tatsache, dass die neu entwickelten Schmerzmittel nicht die Blut- Hirn-Schranke überwinden können - und deshalb nicht ins ZNS gelangen können - rufen sie nicht die üblichen Nebenwirkungen zentral-wirksamer Opiat-Analgetika wie Morphin hervor. Wenn man die weltweite demographische Entwicklung betrachtet, ist mit einer kontinuierlichen Erhöhung am Anteil an älteren Menschen in der Bevölkerung zu rechnen, womit ein gewaltiger Anstieg der Patientenzahlen mit chronischen Schmerzen erwartet werden kann. Das bedeutet eine stark erhöhte Belastung des medizinischen und sozialen Fürsorgesystems für die Zukunft. Die heutige Therapie von chronischen Schmerzen ist hauptsächlich für Patienten mit leichten bis mäßigen Symptomen geeignet, teilweise wegen der Nebenwirkungen, die bei einer Dosiserhöhung auftreten. Für viele Patienten mit stärkeren chronischen Schmerzen gibt es keine adäquate Behandlungsmöglichkeit. Unsere neuen Opiate zur Behandlung von starken und chronischen Schmerzen könnten einen sehr wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten leisten. Der soziale Aspekt des Projekts wird aus einer Reihe von Perspektiven offenkundig. Es wird erwartet, dass die Dauer von Krankenhausaufenthalt, Rehabilitation, Arbeitstraining und individueller Anpassung an Arbeitsbedingungen stark reduziert wird. Der Rückgang an Krankenstandstagen und Frühpensionierungen aufgrund von chronischen Schmerzen wird die Sozialausgaben deutlich verringern. Eine effektivere und besser verträgliche Therapie von Schmerzen kann die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtern und die Arbeitsleistung erhöhen. Solchen Patienten, die nicht mehr im Arbeitsleben stehen, kann es ein unabhängigeres Leben bescheren, das nicht oder weniger auf die Unterstützung von sozialen Diensten angewiesen ist. Ein anderer Aspekt des Projekts zielt auf die ökonomische Nutzbarkeit der neuen Schmerzmittel, vorausgesetzt, dass diese in weiterführenden präklinischen und klinischen Studien weiterhin ähnlich positive Ergebnisse liefern.
- Universität Innsbruck - 100%
Research Output
- 145 Zitationen
- 11 Publikationen
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2021
Titel Recent Chemical and Pharmacological Developments on 14-Oxygenated-N-methylmorphinan-6-ones DOI 10.3390/molecules26185677 Typ Journal Article Autor Spetea M Journal Molecules Seiten 5677 Link Publikation -
2023
Titel Peripheralization Strategies Applied to Morphinans and Implications for Improved Treatment of Pain DOI 10.3390/molecules28124761 Typ Journal Article Autor Schmidhammer H Journal Molecules Seiten 4761 Link Publikation -
2022
Titel Mechanistic Characterization of the Pharmacological Profile of HS-731, a Peripherally Acting Opioid Analgesic, at the µ-, d-, ?-Opioid and Nociceptin Receptors DOI 10.3390/molecules27030919 Typ Journal Article Autor Puls K Journal Molecules Seiten 919 Link Publikation -
2011
Titel Synthesis and Pharmacological Activities of 6-Glycine Substituted 14-Phenylpropoxymorphinans, a Novel Class of Opioids with High Opioid Receptor Affinities and Antinociceptive Potencies DOI 10.1021/jm101211p Typ Journal Article Autor Spetea M Journal Journal of Medicinal Chemistry Seiten 980-988 Link Publikation -
2007
Titel DAMGO and 6ß-glycine substituted 14-O-methyloxymorphone but not morphine show peripheral, preemptive antinociception after systemic administration in a mouse visceral pain model and high intrinsic efficacy in the isolated rat vas deferens DOI 10.1016/j.brainresbull.2007.07.008 Typ Journal Article Autor Al-Khrasani M Journal Brain Research Bulletin Seiten 369-375 -
2007
Titel The peripheral antinociceptive effect of DAMGO and 6ß-glycine-substituted 14-O-methyloxymorphone (HS-731) after systemic administration in a mouse visceral pain model DOI 10.1186/1471-2210-7-s2-a50 Typ Journal Article Autor Al-Khrasani M Journal BMC Pharmacology Link Publikation -
2006
Titel Local peripheral antinociceptive effects of 14-O-methyloxymorphone derivatives in inflammatory and neuropathic pain in the rat DOI 10.1016/j.ejphar.2006.11.037 Typ Journal Article Autor Obara I Journal European Journal of Pharmacology Seiten 60-67 -
2004
Titel In vitro opioid activity profiles of 6-amino acid substituted derivatives of 14-O-methyloxymorphone DOI 10.1016/j.ejphar.2003.10.049 Typ Journal Article Autor Spetea M Journal European Journal of Pharmacology Seiten 301-308 -
2010
Titel Synthesis of 14-Alkoxymorphinan Derivatives and Their Pharmacological Actions DOI 10.1007/128_2010_77 Typ Book Chapter Autor Schmidhammer H Verlag Springer Nature Seiten 63-91 -
2012
Titel Synthesis and Characterization of Thiazolo- and Thiazinomorphinans and Their Intermediate Products as Novel Opioid-Active Derivatives DOI 10.1002/ardp.201200176 Typ Journal Article Autor Sipos A Journal Archiv der Pharmazie Seiten 852-858 -
2011
Titel Development of novel N-methyl and N-allyl-substituted oxazolomorphinans and their interaction with opioid receptors DOI 10.1186/1471-2210-11-s2-a13 Typ Journal Article Autor Sipos A Journal BMC Pharmacology Link Publikation