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Neue Therapien chronischer Schmerzen

Novel Therapies of chronic pain: peripherally Acting 14-Alkoxymorphinan Derivatives

Helmut Schmidhammer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P15481
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2002
  • Projektende 30.06.2006
  • Bewilligungssumme 272.611 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)

Keywords

    PAIN, OPIOIDS, ANALGESICS, PERIPHERALLY ACTING OPIOIDS, RHEUMATOID ARTHRITIS, INFLAMMATION

Abstract Endbericht

Das Hauptziel des Projektantrags ist die Entwicklung einer neuen Generation peripher wirksamer Medikamente zur Behandlung chronischer Schmerzen. Die gegenwärtige Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen wird hauptsächlich mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSA) und zentral-wirksamen Opiat-Analgetika (z. B. Morphin) durchgeführt. Beide Arzneistoffklassen haben schwerwiegende Nebenwirkungen: NSA verursachen gastrointestinale Störungen, (z. B. Magen- und Zwöffingerdarmgeschwüre), Nierenschädigungen und allergische Reaktionen. Ein signifikanter Nachteil von zentral-wirksamen Opiaten ist eine Vielfalt von Nebenwirkungen, die hauptsächlich durch das Zentralnervensystem (ZNS) vermittelt werden. Dazu gehören z. B. Sedierung, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Verstopfung, Atemdepression, Toleranzentwicklung und Sucht. Diese Probleme konnten bis heute nicht gelöst werden. Es ist ein hoher Bedarf nach einer effektiveren Therapie chronischer Schmerzen, welche weniger Nebenwirkungen hervorruft, gegeben. Aufgrund der Tatsache, dass die neu entwickelten Opiat-Analgetika nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden können - und deshalb nicht ins ZNS gelangen können - werden sie nicht die üblichen Nebenwirkungen zentral- wirksamer Opiat-Analgetika (Sucht, Atemdepression, Sedierung,, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung etc.) hervorrufen. Es wird weiterhin erwartet, dass die neuen Therapeutika sowohl systemisch als auch oral verabreicht werden können. Darüberhinaus ist zu erwarten, dass die peripher wirkenden Schmerzmittel bei chronischen und neuropathischen Schmerzen hochwirksam sind, dass sie aber auch zur Behandlung akuter Schmerzzustände eingesetzt werden können. Systemische Verabreichung von Morphin kann adjuvante Arthritis bei Tieren lindern. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind Immunmechanismen für den entzündungshemmenden Effekt von Morphin und anderen Opiaten verantwortlich. Es ist daher zu erwarten, dass die neuen peripher wirksamen Opiat-Analgetika synergistische Effekte (Analgesie und entzündungshemmende Wirkung) bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis, von der ca. 1% der Welbevölkerung (ca. sechzig Millionen Personen) betroffen sind, aufweisen werden.

Das Hauptziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer neuen Generation von Wirkstoffen zur Behandlung starker und chronischer Schmerzen mit einem verbesserten Nebenwirkungsprofil. Die gegenwärtige Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen wird hauptsächlich mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSA) und zentral wirksamen Opiat-Analgetika (z. B. Morphin) durchgeführt. Beide Arzneistoffklassen haben schwerwiegende Nebenwirkungen. NSA verursachen gastrointestinale Störungen, (z.B. Magengeschwüre), Nierenschädigungen und allergische Reaktionen. Die Einführung von selektiven Cyclooxygenase-2 (COX-2) Inhibitoren wie Rofecoxib (Vioxx) und Celecoxib (Celebrex) wurde als großer Fortschritt in der NSA-Pharmakologie betrachtet. Es stellte sich jedoch heraus, dass mit dieser Substanzklasse der COX-2-Inhibitoren keine klare Verbesserung in der Schmerzbehandlung zu erzielen war. Zudem wurden ähnliche Nebenwirkungen wie bei den konventionellen NSA und zusätzlich noch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko beobachtet, was deren Gebrauch stark einschränkt. Ein signifikanter Nachteil von zentral-wirksamen Opiaten ist eine Vielfalt von Nebenwirkungen, die hauptsächlich durch das Zentralnervensystem (ZNS) vermittelt werden. Dazu gehören z. B. Sedierung, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Atemdepression, Toleranz- und Suchtentwicklung. Diese Probleme konnten bis heute nicht gelöst werden. Es ist ein hoher Bedarf nach einer effektiveren Therapie chronischer Schmerzen, welche weniger Nebenwirkungen hervorruft, gegeben. Im Rahmen dieses Projekts haben wir neue, hoch wirksame Opiat-Analgetika mit einem verbesserten Nebenwirkungsprofil entwickelt. Aufgrund der Tatsache, dass die neu entwickelten Schmerzmittel nicht die Blut- Hirn-Schranke überwinden können - und deshalb nicht ins ZNS gelangen können - rufen sie nicht die üblichen Nebenwirkungen zentral-wirksamer Opiat-Analgetika wie Morphin hervor. Wenn man die weltweite demographische Entwicklung betrachtet, ist mit einer kontinuierlichen Erhöhung am Anteil an älteren Menschen in der Bevölkerung zu rechnen, womit ein gewaltiger Anstieg der Patientenzahlen mit chronischen Schmerzen erwartet werden kann. Das bedeutet eine stark erhöhte Belastung des medizinischen und sozialen Fürsorgesystems für die Zukunft. Die heutige Therapie von chronischen Schmerzen ist hauptsächlich für Patienten mit leichten bis mäßigen Symptomen geeignet, teilweise wegen der Nebenwirkungen, die bei einer Dosiserhöhung auftreten. Für viele Patienten mit stärkeren chronischen Schmerzen gibt es keine adäquate Behandlungsmöglichkeit. Unsere neuen Opiate zur Behandlung von starken und chronischen Schmerzen könnten einen sehr wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten leisten. Der soziale Aspekt des Projekts wird aus einer Reihe von Perspektiven offenkundig. Es wird erwartet, dass die Dauer von Krankenhausaufenthalt, Rehabilitation, Arbeitstraining und individueller Anpassung an Arbeitsbedingungen stark reduziert wird. Der Rückgang an Krankenstandstagen und Frühpensionierungen aufgrund von chronischen Schmerzen wird die Sozialausgaben deutlich verringern. Eine effektivere und besser verträgliche Therapie von Schmerzen kann die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtern und die Arbeitsleistung erhöhen. Solchen Patienten, die nicht mehr im Arbeitsleben stehen, kann es ein unabhängigeres Leben bescheren, das nicht oder weniger auf die Unterstützung von sozialen Diensten angewiesen ist. Ein anderer Aspekt des Projekts zielt auf die ökonomische Nutzbarkeit der neuen Schmerzmittel, vorausgesetzt, dass diese in weiterführenden präklinischen und klinischen Studien weiterhin ähnlich positive Ergebnisse liefern.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 145 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Recent Chemical and Pharmacological Developments on 14-Oxygenated-N-methylmorphinan-6-ones
    DOI 10.3390/molecules26185677
    Typ Journal Article
    Autor Spetea M
    Journal Molecules
    Seiten 5677
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Peripheralization Strategies Applied to Morphinans and Implications for Improved Treatment of Pain
    DOI 10.3390/molecules28124761
    Typ Journal Article
    Autor Schmidhammer H
    Journal Molecules
    Seiten 4761
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Mechanistic Characterization of the Pharmacological Profile of HS-731, a Peripherally Acting Opioid Analgesic, at the µ-, d-, ?-Opioid and Nociceptin Receptors
    DOI 10.3390/molecules27030919
    Typ Journal Article
    Autor Puls K
    Journal Molecules
    Seiten 919
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Synthesis and Pharmacological Activities of 6-Glycine Substituted 14-Phenylpropoxymorphinans, a Novel Class of Opioids with High Opioid Receptor Affinities and Antinociceptive Potencies
    DOI 10.1021/jm101211p
    Typ Journal Article
    Autor Spetea M
    Journal Journal of Medicinal Chemistry
    Seiten 980-988
    Link Publikation
  • 2007
    Titel DAMGO and 6ß-glycine substituted 14-O-methyloxymorphone but not morphine show peripheral, preemptive antinociception after systemic administration in a mouse visceral pain model and high intrinsic efficacy in the isolated rat vas deferens
    DOI 10.1016/j.brainresbull.2007.07.008
    Typ Journal Article
    Autor Al-Khrasani M
    Journal Brain Research Bulletin
    Seiten 369-375
  • 2007
    Titel The peripheral antinociceptive effect of DAMGO and 6ß-glycine-substituted 14-O-methyloxymorphone (HS-731) after systemic administration in a mouse visceral pain model
    DOI 10.1186/1471-2210-7-s2-a50
    Typ Journal Article
    Autor Al-Khrasani M
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Local peripheral antinociceptive effects of 14-O-methyloxymorphone derivatives in inflammatory and neuropathic pain in the rat
    DOI 10.1016/j.ejphar.2006.11.037
    Typ Journal Article
    Autor Obara I
    Journal European Journal of Pharmacology
    Seiten 60-67
  • 2004
    Titel In vitro opioid activity profiles of 6-amino acid substituted derivatives of 14-O-methyloxymorphone
    DOI 10.1016/j.ejphar.2003.10.049
    Typ Journal Article
    Autor Spetea M
    Journal European Journal of Pharmacology
    Seiten 301-308
  • 2010
    Titel Synthesis of 14-Alkoxymorphinan Derivatives and Their Pharmacological Actions
    DOI 10.1007/128_2010_77
    Typ Book Chapter
    Autor Schmidhammer H
    Verlag Springer Nature
    Seiten 63-91
  • 2012
    Titel Synthesis and Characterization of Thiazolo- and Thiazinomorphinans and Their Intermediate Products as Novel Opioid-Active Derivatives
    DOI 10.1002/ardp.201200176
    Typ Journal Article
    Autor Sipos A
    Journal Archiv der Pharmazie
    Seiten 852-858
  • 2011
    Titel Development of novel N-methyl and N-allyl-substituted oxazolomorphinans and their interaction with opioid receptors
    DOI 10.1186/1471-2210-11-s2-a13
    Typ Journal Article
    Autor Sipos A
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation

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