Ortsnamen des Landes Oberösterreich
Dictionary of Placenames in the Province of Upper Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
PLACENAMES (UPPER AUSTRIA),
PRONUNCIATION OF PLACENAMES,
FORMS OF PLACENAMES,
MEANING OF PLACENAMES,
PLACENAMES OF SLAVIC ORIGIN,
HISTORY OF SETTLEMENT
Das "Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich", von dem bereits 6 Bände erschienen sind, setzt sich zum Ziel, die heutigen Ortsnamen nach ihrer urkundlichen Überlieferung zu sammeln, in ihrer ortsüblichen Dialektform aufzuzeichnen und ihre Etymologie mit Namenbildung, Motivation, Bedeutung und sprachhistorischer Entwicklung zu erarbeiten und damit die namenkundlichen Grundlagen für die Erarbeitung der Siedlungsgeschichte zu schaffen. So leistet das Werk durch die kritische Bearbeitung der urkundlichen Überlieferung vom Mittelalter bis in die Neuzeit (8. - 19. Jh.) und die Aufzeichnung der im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich entwickelten Dialektformen einerseits Grundlagenforschung und andererseits darauf aufbauend in den erklärenden Abschnitten sprachgeschichtliche Interpretation. Von besonderer Bedeutung sind neben den wenigen Ortsnamen antik- romanischer Herkunft (indogerm.-voreinzelsprachlich, keltisch, romanisch) die vom 8. - 11. Jh. eingedeutschten Ortsnamen slawischer Herkunft. Damit ist das Projekt eingebunden in interdisziplinäre Zusammenhänge der indogermanischen, romanischen, slawischen und deutschen Sprachgeschichte und Dialektologie, der mittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte, der Siedlungsgeographie und der Volkskunde. Das vorliegende Projekt "Die Ortsnamen der Politischen Land- und Stadtbezirke Wels und Linz" betrifft als Band 8 das "Nördliche Traunviertel" und hat gegen 1000 Ortsnamen zu bearbeiten. Am Ostrand des Gebietes treten noch Ortsnamen slawischer Herkunft auf Zu Ihrer Bearbeitung hat der namhafte slawische Namenforscher, Prof. Dr. Ernst Eichler, Leipzig, seine Mithilfe zugesichert. Die rezenten dialektalen Ortsnamenaussprachen wird wieder Prof. Dr. Hermann Scheuringer erheben. Außerdem wird in diesem Projekt die Sammlung und Bearbeitung des Urkundenmaterials für Band 5 "Die Ortsnamen der Politischen Bezirke Grieskirchen und Eferding" erfolgen, die dann sprachlich von Hermann Scheuringer bearbeitet werden. Auf diesen Grundlagen werden unter Mitwirkung des Antragstellers mit Hilfe linguistischer Methoden die Etymologien ermittelt sowie die Entwicklungswege zu den heutigen Namensformen aufgezeigt. Zur Veranschaulichung der räumlichen Verteilungen der charakteristischen Ortsnamentypen dienen 32 Karten. Register zu den Namentypen, Personennamen, Appellativen und den Slavica sichern Aufschlüsselung und raschen Zugang.
Vom "Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich" könnten dank der Förderung durch den FWF von 1989 bis 2003 die 7 Bände 1-4, 6-7 und 11 erscheinen. Das vom April 2002 bis Februar 2006 laufende Projekt war dadurch beeinträchtigt, daß der Mitarbeiter Mag. Dr. Karl Hohensinner am 31. August 2004 die sechsjährige Beschäftigungszeit erreichte und ausscheiden mußte. Angesichts der hohen spezifischen Anforderungen- war es leider nicht möglich, für ihn einen adäquaten Ersatz zu finden: Im Projekt wurde weitgehend das urkundliche mittelalterliche und neuzeitliche Urkundenmaterial der über 2000 Ortsnamen für die Bände 5 "Die Ortsnamen der Politischen Bezirke Grieskirchen und Eferding (Nördliches Hausruckviertel)" und 8 "Die Ortsnamen der Politischen Land- und Stadtbezirke Wels und Linz (Nördliches Traunviertel)" gesammelt und kritisch bearbeitet sowie die Dialektaussprachen der Ortsnamen erhoben. Ferner konnte das vorliegende Quellenmaterial für Band 10 "Die Ortsnamen des Politischen Bezirkes UrfahrUmgebung (Mittleres Mühlviertel)" vom Projektleiter etymologisch bearbeitet und der Band zur Publikation bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingereicht werden, wo er voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2006 erscheinen wird. Wie alle Bände des "Ortsnamenbuches des Landes Oberösterreich" leisten sie Grundlagenforschung, indem für jeden Ort die urkundliche Überlieferung seit dem Mittelalter zusammengestellt wird, die Dialektaussprache festgehalten wird und mit Hilfe dieser Quellen unter Einbeziehung sachdienlicher Angaben die Etymologie und sprachhistorische Entwicklung erarbeitet wird. Auf den beigegebenen 32 Karten zeichnen sich dann siedlungsgeschichtliche Aussagen ab. So finden sich im Süden noch dem Frühmittelalter der althochdeutschen Zeit bis ins 10. Jahrhundert angehörende ing- und heim-Namen. In der Mitte liegen die Ortsnamen slawischer Herkunft gepaart mit den deutschen dorf-Namen des 11. Jahrhunderts, ehe im Norden die `Rodungsnamen auf -schlag des 12./13. Jahrhunderts gehäuft auftreten.
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