Elise Richter und Helene Richter
Elise Richter and Helene Richter
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (35%); Philosophie, Ethik, Religion (10%); Soziologie (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (35%)
Keywords
-
BIOGRAPHY,
ROMANCE PHILOLOGY,
CULTURAL STUDIES,
HISTORY,
GENDER STUDIES
Das Projekt setzt sich zum Ziel, die Geschwister Helene und Elise Richter, zwei zu ihrer Zeit durchaus prominenten öster-reichischen Wissenschaftlerinnen sowie wichtige Persönlichkeiten im Wiener Geistes- und Kulturleben der 20er und 30er Jahre des 20. Jhdts., einer Sprachwissenschaftlerin sowie einer Theaterkritikerin, Anglistin und engagierten Feminstin, die beide im KZ Theresienstadt den Tod fanden, nachträglich zu ehren, sie neu zu entdecken und ihnen aufgrund ihrer Ver-dienste und ihres exemplarischen Lebens einen Platz im kollektiven Gedächtnis unserer Zeit zu sichern. Wir wollen erst-mals ihr Leben und Werk gemeinsam von verschiedenen Perspektiven interdisziplinär mit einem Forscherteam zu erfas-sen suchen, denn die beiden Schwestern haben nicht nur in einer Lebensgemeinschaft zusammen gewohnt, sondern auch inhaltlich war ihr Schaffen untrennbar miteinander verbunden. Diesem spezifischen Lebensentwurf wird aus der Sicht der gender-studies Aufmerksamkeit gezollt. In einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Studie sollen sowohl Aspekte der Wissenschafts- Fachgeschichte der Romanistik, der Anglistik und der Theaterwissenschaft, der politischen Geschichte sowie der Kulturgeschichte als auch der Frauenforschung in inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit herausgearbei-tet werden, um ein komplexeres und differenzierendes Bild dieser bedeutenden Forscherpersönlichkeiten, die typisch und atypisch zugleich für die Wiener Universität in bewegter Zeit und das intellektuelle Wien sind, nachzuzeichnen. Die komplexe Themenstellung bedingt verschiedene einzeldisziplinenspezifische Forschungsmethoden, die zu neuen Erkenntnissen auf der Basis einer besser aufbereiteten Quellenlage, aber auch aufgrund der multiperspektivischen Zu-sammenschau durch die inter- und transdisziplinäre Arbeitsweise führen sollen. Neben den Instrumentarien der histori-schen Quellenkunde, der philologischen Textexegese und Textkritik finden sozio- und kultur-historisch vergleichende Methoden genauso ihre Anwendung wie sprach- und literaturwissenschaftliche Verfahren der Romanistik, Germanistik und Anglistik. Die voraussichtliche Laufzeit des Gesamtprojekts ist mit ungefähr fünf Jahren veranschlagt. In einer ersten Phase, dem eigentlichen Antragszeitraum, soll die Materialsuche, die Bereitstellung und thematische Aufbereitung des Primärmateri-als (Korrespondenz, Tagebücher, Zeitungsartikel...), die Übertragung auf Datenträger, die systematische Erfassung und Klassifizierung abgeschlossen werden. Dafür sind zwei Jahre vorgesehen. Die aufbereiteten Unterlagen werden dann denn einzelnen BeitragschreiberInnen zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt. Durch diese arbeitsökonomische Vorge-hensweise werden die Grundlagen für eine interdisziplinäre Forschungskooperation gelegt. Die Forschungsergebnisse sollen in einem Sammelband publiziert werden, wofür bereits namhafte WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland ihre Bereitschaft zur Mitarbeit zugesichert haben. Dieser zweite Teil soll ebenfalls im Zeitraum von zwei Jahren realisiert werden. In einer dritten Phase soll das Forschungsprojekt mit einer kritischen Edition von ausgewählten Textstellen aus der umfangreichen Briefkorrespondenz, aus den Tagebüchern sowie aus kaum zugänglichen, aber inhaltlich aktuellen Artikeln, Aufsätzen aus Pressetexten innerhalb eines weiteren Jahres abgeschlossen werden.
- Universität Wien - 100%