Elastische Spektroskopie poröser und anisotroper Materialien
Elastic spectroscopy of porous and anisotropic materials
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Physik, Astronomie (40%); Werkstofftechnik (30%)
Keywords
-
Elastic Constants,
Porosity,
Composites,
Elastic Moduli,
Anisotropic Materials
Leichtbauwerkstoffe sind von enormer Wichtigkeit für den technischen Einsatz in Luft- und Raumfahrt. Häufig sind diese Materialien Verbundwerkstoffe, d.h. sie bestehen aus einer Matrix, die durch Partikeln oder Fasern verstärkt wird. Durch diese Herstellungsverfahren sind diese Materialien anisotrop und haben zusätzlich eine beträchtliche Porosität. Dies trifft nicht nur auf technische Werkstoffe zu, sondern auch auf biologische Materialien wie Knochen und Holz. Diese sind ebenfalls anisotrope poröse Materialien, wobei die Porosität (wie Blutgefäße oder Tracheiden) notwendig zur Versorgung des lebenden Gewebes sind. Um die allgemeinen mechanischen Eigenschaften eines Verbundwerkstoffes in einer technischen Anwendung aus Finite-Elemente-Modellrechnungen zu bestimmen, ist ein vollständiger Satz an elastischen Konstanten erforderlich. Deren Messung ist mit großen Schwierigkeiten verbunden. Wenn kein Vorwissen über bestimmte Konstanten existiert, ist es von Vorteil, analytische Methoden wie Timoshenkos Resonanzverfahren mit numerischen Verfahren wie resonanter Ultraschallspektroskopie zu kombinieren. Um zusätzlich die Porosität zu berücksichtigen, werden eine Reihe theoretischer Modelle herangezogen. Das Hauptziel des Projektes ist, elastische Daten von genau spezifizierten Materialien zu messen und daraus die elastischen Eigenschaften sowohl des dichten Materials zu bestimmen als auch die Porosität und deren Orientierung. Dazu sollten die verschiedenen theoretischen Modelle verwendet werden. Um deren Gültigkeit und die Grenzen zu bestimmen, sollten die Voraussagen verglichen werden mit der Mikrostruktur von Materialien, die mit verschiedenen Methoden bestimmt wird (Porenverteilung durch digitale Bildverarbeitung von lichtmikroskopischen Aufnahmen, Stickstoffabsorption und Röntgen-Kleinwinkelstreuung). Dadurch sollen sowohl die elastischen Eigenschaften des dichten Materials ("die Materialqualität") als auch die orientierte Porosität ("die Materialarchitektur") gleichzeitig bestimmt werden können.
Anisotrope und hochporöse Materialien sind von besonderer Bedeutung für eine Reihe von technischen Anwendungen. Insbesondere im Automobilbau und in der Luft- und Raumfahrtindustrie sind hohe spezifische Festigkeit in bestimmten, ausgezeichneten Richtungen gefordert sowie Strukturen, die trotz geringem spezifischen Gewicht eine hohe Steifigkeit aufweisen. Hochporöse Materialien haben des weiteren ein ausgezeichnetes Dämpfungsverhalten, das zur Verringerung der Lärmbelastung der Umwelt dient oder können aufgrund des hohen Oberfläche zu Volumen Verhältnisses für katalytische Anwendungen bzw. chemische Reaktoren verwendet werden. Eine Voraussetzung für den technischen Einsatz ist die genaue Kenntnis der elastischen Eigenschaften. Die elastischen Moduln bzw. die elastischen Konstanten sind die Basis für das Design von Werkstücken in der Konstruktion, da darauf die numerische Modellierung des Verformungsverhaltens mit Finite-Elemente- Rechnungen beruht. Im Rahmen des Projekts wurde die "Resonanzmethode" weiterentwickelt, um die elastischen Moduln und/oder die elastischen Konstanten von Materialien mit großer Anisotropie und extrem hoher Porosität messen zu können. Der erste Erfolg war die theoretische Lösung des Scherkorrekturfaktors für anisotrope Balken, der auf der aktuellen Scherspannungsverteilung innerhalb des Balkenquerschnitts beruht. Auf dieser Lösung aufbauend wurde die Messapparatur weiterentwickelt, sodass es möglich war, elastische Moduln von keramischen und metallischen Schäumen wie auch von Keramiken, die in einem weiten Bereich unterschiedlicher Porosität hergestellt wurden, zu messen. Weitere interessante Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich dadurch, dass die Messmethode bis zu 2000 C eingesetzt werden kann. Dies ermöglichte die Messung der anisotropen elastischen Eigenschaften der Düse der europäischen Rakete Ariane V. Die "Resonanzmethode" wurde beim europäischen Gremium zur Standardisierung von Messmethoden eingereicht (CEN TC184 SC1) und wird eine europäische Norm zur Messung anisotroper elastischer Moduln bei hohen Temperaturen werden.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 148 Zitationen
- 7 Publikationen
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2007
Titel Experimental Investigation of Mechanical Properties of Metallic Hollow Sphere Structures DOI 10.1007/s11663-007-9098-2 Typ Journal Article Autor Friedl O Journal Metallurgical and Materials Transactions B Seiten 135-146 -
2007
Titel The dependence of the elastic moduli of reaction bonded alumina on porosity DOI 10.1016/j.jeurceramsoc.2006.04.181 Typ Journal Article Autor Puchegger S Journal Journal of the European Ceramic Society Seiten 35-39 -
2006
Titel Changing poisson’s ratio of mesoporous silica monoliths with high temperature treatment DOI 10.1016/j.jnoncrysol.2006.09.002 Typ Journal Article Autor Puchegger S Journal Journal of Non-Crystalline Solids Seiten 5251-5256 -
2005
Titel Extension of the resonant beam technique to highly anisotropic materials DOI 10.1016/j.jsv.2003.11.049 Typ Journal Article Autor Puchegger S Journal Journal of Sound and Vibration Seiten 1121-1129 -
2005
Titel Non-contact determination of elastic moduli of continuous fiber reinforced metals DOI 10.1016/j.compscitech.2004.07.011 Typ Journal Article Autor Burgholzer P Journal Composites Science and Technology Seiten 301-306 -
2004
Titel Elastic properties of silica–silica continuous fibre-reinforced, ceramic matrix composites DOI 10.1016/j.scriptamat.2004.01.029 Typ Journal Article Autor Prasad N Journal Scripta Materialia Seiten 1121-1126 -
2003
Titel Hutchinson's shear coefficient for anisotropic beams DOI 10.1016/s0022-460x(02)01532-8 Typ Journal Article Autor Puchegger S Journal Journal of Sound and Vibration Seiten 207-216