Architektur in Österreich seit 1968
Architecture in Austria since 1968
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (70%); Kunstwissenschaften (30%)
Keywords
-
Architectural History,
Urban Planning,
Art History,
Cultural History,
Architectural Theory
Das beantragte Forschungsprojekt ist die Fortsetzung des zweijährigen FWF-Projektes "Architektur in Österreich seit 1970" (P 12303-ARS). Problemstellung und Ansätze des ersten Forschungsprojektes sind weiterhin gültig: - Wiederaufnahme der wissenschaftlich-kunsthistorischen Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Architekturgeschehen - die Wiener Kunstgeschichte kann diesbezüglich auf eine große Tradition bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts verweisen. - Betrachtung des aktuellen Architekturgeschehens in einem historischen Kontext. - Einfügung in einen internationalen Kontext. Das Vorprojekt ergab, daß ein sinnvoller historischer Bogen die Entwicklung der sechziger Jahre einzuschließen hätte - konkret jene Tendenzen in der Architektur, welche auf die gesellschaftlichen Umbrüche um 1968 bereits im Vorfeld seismografisch reagierten. Diese experimentelle Bewegung - der Beitrag österreichischer Architekten dazu - sind in dem Fortsetzungsprojekt zu untersuchen. Nachdem in den beiden bisherigen Forschungsjahren das Schwergewicht auf der theoretischen Erarbeitung des Themas gelegen war, sollen im Fortsetzungsprojekt konkrete Bauten-Analysen im Mittelpunkt stehen. Voraussetzung dafür ist die Anschauung vor Ort. Weiters dient das Fortsetzungsprojekt dazu, die bedeutenden Entwicklungen der österreichischen Architektur außerhalb Wiens stärker herauszuarbeiten. Auch hierbei ist die Anschauung vor Ort sowie das Gespräch mit Architekten und Bauherren Voraussetzung. Darüberhinaus sind spezifische Fragestellungen zu untersuchen, die im Zuge der bisherigen Forschung auftauchten: - Die Rolle des Bauherren seit den sechziger Jahren / "Demokratie und Baukultur" - Analyse städtebaulicher Konzepte seit den 60er Jahren: innovative Projekte und die Realität. - "Selbstbestimmung durch den Nutzer" als eine der entscheidenden Herausforderung an die künftige Architektur. - Auswirkung der "Demokratisierung der Medien", des allgemeinen Informationszugangs (Internet), in den letzten zehn Jahren auf das Erscheinungsbild der Architektur. - Integration von Natur/Landschaft und Architektur als wesentliche Eigenschaft der Architektur des 21. Jahrhunderts. - Untersuchung der Wechselwirkung zwischen einer "Ökonomisierung der Kultur" und einer "Kulturalisierung der Ökonomie" speziell seit den späten achtziger Jahren. - Untersuchung des Wandels von Berufsbild und Stellung des Architekten. Die angeführten Themen werden im Hinblick auf eine Nutzbarmachung von Geschichte / Forschung für heutige Fragestellungen untersucht. Angesichts unserer komplexen "postmodernen Situation" wird (historische) Forschung / die konkrete Untersuchung von Bedingungen und Zusammenhängen zu einem wesentlichen Teil der Architekturentwicklung. Vermittlung / Veröffentlichung wird als integrativer Teil der Forschung gesehen: Das beantragte Projekt würde eine Fortsetzung der auf großes Interesse gestossenen Gesprächs-Serie "Die Architektur und ich" ermöglichen. Der 1. Band - Interviews mit österreichischen Architekten aus der Generation der heute etwa 70-Jährigen - erscheint im Juni 2002 als Buch. Als Band II folgt die Generation der während des Krieges Geborenen. Wie die Interview-Serie gezeigt hat, führt über die persönliche Lebensgeschichte und über den speziellen Zeitkontext, der jeweils eine Generation prägt, ein wesentlicher Weg zum Verständnis eines Werkes. Darüberhinaus soll aus den Ergebnissen des bisherigen und des beantragten Forschungsprojekte ein Buch entstehen, das "Architektur in Österreich seit 1968" in ihren komplexen Entstehungsgeschichten, ihren Entwicklunglinien und (spartenübergreifenden) Zusammenhängen darlegt.
Aufbauend auf den Ergebnissen des Vorprojektes, welches die Architekturentwicklung dieser Periode in einem gesellschaftspolitischen und internationalen Kontext untersuchte und nach entsprechenden Zäsuren strukturierte, richtete sich der Fokus der weiteren Untersuchung auf die rapide Entwicklung des letzten Jahrzehnts. Die regionale Architekturentwicklung in Österreich nach Bundesländern, Ende der 60er Jahre durch föderalistische Bestimmungen begründet, hat im Zusammenhang mit EU-Beitritt und allgemeiner Internationalisierung in Lehre, Baugeschehen und Wissensaustausch seit den späten 90er Jahren eine Transformation und gewisse Auflösung erfahren. Die Themen Stadtwicklung, Berufsbild, Bauherren, Technologien / Materialien, Lehre und Kritik wurden an Hand konkreter Projekte in vergleichenden Zeitschnitten, z.B. 1968 - 1985 - 2000, untersucht. Eine Methode, die den Blick auf die Eigenart der einzelnen Projekte schärft. Der Recherche von Ansätzen, die "Landschaft" als Element der Stadt- und Architekturgestaltung einbezogen, galt ein spezielles Interesse. Umso mehr, als die Auflösung von klaren Grenzen zwischen Stadt und Land, zwischen ländlichem und urbanem Leben, die in den Projekten der 60er Jahre bereits vorgedacht war, eine wesentliche aktuelle Entwicklung bildet. Ein Aspekt der Untersuchung innerhalb dieses historischen Bogens galt der Frage der "Alterung" von Gebäuden, von Ideen und persönlichen Karrieren. Die Architektur der 60er und 70er Jahre hat "Denkmal"-Alter erreicht, wie die aktuelle Diskussion um Denkmalschutz für Ikonen dieser Zeit in Österreich zeigt. Die Annahme Generationen-verbindender Prägungen und der Bedeutung der persönlichen Lebensgeschichte für den individuellen architektonischen Ansatz liegt dem Buch "Die Architektur und ich. Eine Bilanz der österreichischen Architektur seit 1945 vermittelt durch ihre Protagonisten" zugrunde. Band 1, erschienen 2003, stellt österreichische Architektenpersönlichkeiten aus der Generation 70+, "Geboren in der 1. Republik", im Gespräch vor. Der in Arbeit befindliche Band 2 präsentiert die folgende, während des Krieges geborene Generation. Teil des Projektes war auch die Auseinandersetzung mit internationalen Architekturstationen und der Austausch mit dortigen Fachleuten: Rotterdam anlässlich der Ausstellung über holländische Architektur der 70er Jahre im NAi, London als Vorbild im experimentellen Wohnungsbau der 60er und 70er Jahre, Berlin als Impulsgeber für (mittel)europäische Stadtentwicklungsmodelle, Lille und Genua als Beispiele für Stadtentwicklung anhand großer Investorenprojekte und anhand von Großevents (Kulturhauptstadt).
- Stadt Wien - 100%
Research Output
- 71 Zitationen
- 2 Publikationen
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2015
Titel Platelet dysfunction in hypercholesterolemia mice, two Alzheimer’s disease mouse models and in human patients with Alzheimer’s disease DOI 10.1007/s10522-015-9580-1 Typ Journal Article Autor Plagg B Journal Biogerontology Seiten 543-558 Link Publikation -
2003
Titel Y box-binding protein 1 induces resistance to oncogenic transformation by the phosphatidylinositol 3-kinase pathway DOI 10.1073/pnas.2135336100 Typ Journal Article Autor Bader A Journal Proceedings of the National Academy of Sciences Seiten 12384-12389 Link Publikation