DNA Replikons zur Behandlung allergischer Reaktionen
DNA replicons for prevention and treatment of allergy
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (60%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%)
Keywords
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Allergy,
Genetic immunization,
DNA replicons,
Hypoallergens,
Tolerance induction,
Mouse model
In den letzten Jahrzehnten hat die Verbreitung von atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergischen Hautreaktionen und Asthma in den Industrieländern deutlich zugenommen. Der bisher einzige vorbeugende oder sogar heilende Ansatz zur Behandlung von Typ-I Allergien ist die Allergen-spezifische Immuntherapie (SIT), die langanhaltende, antigen-spezifische, schützende Immunantworten induzieren kann, welche eine dauerhafte Linderung allergischer Beschwerden bewirken. Allerdings limitieren die potentiellen Nebenwirkungen von konventioneller SIT mit Extrakten von Allergenen ihre weitverbreitete Anwendung. Genetische Immunisierung hat sich im Tiermodell bereits als neue Strategie zur Minimierung von Nebenwirkungen und zur Steigerung der Effizienz einer spezifischen Immuntherapie erwiesen. Die Methode wurde sowohl in protektiven als auch in therapeutischen experimentellen Ansätzen erfolgreich erprobt. Das Wirkungsprinzip basiert auf der Tatsache, daß genetische Impfstoffe einen "anti-allergischen" Th1-Reaktionstypus induzieren. Dieser hat die Eigenschaft, sowohl vor einer allergischen Reaktion zu schützen, als auch eine bestehende allergische Reaktion (vom Th2-Typus) umkehren zu können. Ein wichtiger Kritikpunkt gegenüber genetischen Impfstoffen in Bezug auf ihre klinische Anwendung ist jedoch die Notwendigkeit großer DNA-Mengen für erfolgreiche Immunisierungen. Um dieses Problem zu lösen, wird im ersten Teil des vorgelegten Projektes ein neuer genetischer Impfstoff, nämlich sogenannte "self-replicating" DNA Vakzine (oder auch DNA Replikons genannt) auf seine Verwendbarkeit für eine spezifischen Immuntherapie getestet. Verglichen mit herkömmlichen genetischen Vakzinen gelingt es mit diesen Konstrukten eine anti- allergische Immunantwort mit tausendfach geringeren DNA Mengen zu erzielen. Der zweite Aspekt des Projektes umfasst das Design von Impfstoffen, die vor allem das Risiko von anaphylaktischen Nebenwirkungen ausschalten sollen. Dies soll erreicht werden durch (i) die Verwendung von Impfstoffen, die für sogenannte Hypoallergene (Moleküle, die nur geringe oder keine Nebenwirkungen auslösen) kodieren, (ii) Impfstoffe, die durch Zerstörung ihrer drei-dimensionalen Struktur keine Wechselwirkung mit dem natürlich vorkommenden Allergen eingehen und damit auch keine Impfnebenwirkungen auslösen können und (iii) durch Impfstoffe, die die Immunreaktion gegen Allergene in spezifischer Weise unterdrücken. Zusammen sollen beide Ansätze zur Entwicklung von sicheren und effizienten genetischen Vakzinen für den zukünftigen Einsatz in klinischen Studien führen.
- Universität Salzburg - 100%