Das hellenistische Palmyra
Hellenistic Palmyra
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (5%); Geschichte, Archäologie (90%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (5%)
Keywords
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Palmyra / Syrien,
Architektur,
Urbanistik,
Glasware,
Hellenistisch-Römisch,
Metallware
Während wir über Geschichte und Kultur der Oasenstadt Palmyra/Syrien während der Kaiserzeit des 1. bis 3. Jhs. n. Chr. durch literarische und archäologische Quellen gut informiert sind, war das vorrömisch-"hellenistische" Palmyra bisher nur aus literarischen Quellen zu erschließen. Ein internationales Kooperationsprojekt hat zum Ziel, die vorrömische Siedlung von Palmyra zu lokalisieren und die urbanistischen Strukturen dieser frühen Stadt zu erforschen. Durch geo-physikalische Prospektion konnte diese frühe Siedlung kürzlich südlich außerhalb der kaiser-zeitlichen Stadt lokalisiert werden auf einem Areal, das in spät- und nachantiker Zeit nicht mehr überbaut war. Seit 1999 durchgeführte Testsondagen auf diesem Areal haben das Ziel, exemplarisch einen Ausschnitt der antiken urbanistischen Strukturen dieser Siedlung zu erfassen, durch stratigra-phische Untersuchungen Kriterien für die relative und absolute Datierung der entsprechenden Baustrukturen zu gewinnen und damit zum ersten Mal archäologische Evidenz für die helle-nistische Siedlung von Palmyra zu erhalten. Aufgrund der in den Sondagen stratigraphisch er-grabenen und bereits untersuchten Keramik lassen sich mehrere Bauphasen nachweisen, die vom 3. Jh. vor Chr. bis in das 3. Jh. nach Chr. datiert werden können. Insgesamt ergibt sich daraus zum ersten Mal nicht nur für Palmyra, sondern für den Syrischen Raum insgesamt eine gesicherte Keramik- und Siedlungsabfolge vom Hellenismus bis in die römische Kaiserzeit. Im Rahmen dieses Projektes müssen nun einerseits auch die architektonischen Befunde, anderer-seits weitere Kleinfunde, insbesondere Glas- und Metallfunde, wissenschaftlich ausgewertet und publiziert werden. Dabei sind zum einen Erkenntnisse etwa zur Entwicklung und Abfolge ein-heimischer Bautechniken, zu frühen Formen der Wasserversorgung, sowie insgesamt zur städte-baulichen Entwicklung dieser Siedlung und ihrem Verhältnis zur späteren römischen Stadt zu erwarten. Andererseits können die Glas- und Metallfunde erste Aufschlüsse über Herstellungs-techniken sowie über die Wirtschafts und Sozialgeschichte des frühen Palmyra liefern. Funde und Befunde aus dem "hellenistischen Hügel" von Palmyra eröffnen die für den Vorderen Orient bisher einzigartige Möglichkeit, derartige Fragen des Übergangs von der hellenistischen Zeit in die römische Kaiserzeit zu beantworten.
Geschichte und Kultur der Oasenstadt Palmyra in Syrien sind für die Kaiserzeit des 1. bis 3. Jhs. n. Chr. durch literarische und archäologische Quellen gut belegt und erforscht. Dagegen ist das vorrömisch-"hellenistische" Palmyra bisher nur aus literarischen Quellen zu erschließen. Ein internationales und interdisziplinäres Kooperationsprojekt hat daher zum Ziel, die vorrömische Siedlung von Palmyra zu lokalisieren und die urbanistischen Strukturen dieser frühen Stadt zu erforschen. Durch gheophysikalische Prospektion wurde diese Siedlung südlich außerhalb der kaiserzeitlichen Stadt lokalisiert, in einem ca. 20 ha großen Gebiet, das in spät- und nachantiker Zeit nicht mehr überbaut war. Im Magnetogramm wurde hier der Plan einer ganzen unter dem Sand verborgenen Stadt sichtbar. Das betreffende Areal eröffnet damit die für den Vorderen Orient bisher einzigartige Möglichkeit, vorrömisch-hellenistische Siedlungsstrukturen kontinuierlich bis in die römische Kaiserzeit sowie auf einer größeren Fläche zu untersuchen. Angesichts der Größe des Areals kann dies nur exemplarisch, aber doch in einem aussagekräftigen Ausschnitt geschehen. Testsondagen haben daher das Ziel, exemplarisch Ausschnitte der antiken urbanistischen Strukturen dieser Siedlung zu erfassen, durch stratigraphische Untersuchungen Kriterien für die relative und absolute Datierung der entsprechenden Baustrukturen zu gewinnen und damit zum ersten Mal eine archäologische Evidenz für die hellenistische Siedlung von Palmyra zu erhalten. Die in den Sondagen bisher freigelegten Strukturen lassen mehrere Bauphasen erkennen, die aufgrund der zugehörigen stratigraphisch ergrabenenen Kleinfunde, insbesondere der Keramik, vom 3. Jh. vor Chr. bis in das 3. Jh. nach Chr. datiert werden können. Daraus ergibt sich zum ersten Mal nicht nur für Palmyra, sondern für den Syrischen Raum insgesamt eine gesicherte kontinuierliche Keramik- und Siedlungsabfolge vom Hellenismus bis in die römische Kaiserzeit. Darüber hinaus werfen Analyse und Interpretation der zahlreichen Kleinfunde (insbesondere Keramik, Glas- und Metallfunde) ein neues Licht auf die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des frühen Palmyra.
- Universität Wien - 100%