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Shane Leslie (1885-1971): Eine kritische Biographie

Shane Leslie (1885-1971): A Critical Biography

Otto Rauchbauer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18660
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2006
  • Projektende 31.12.2007
  • Bewilligungssumme 36.621 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)

Keywords

    Biography, Literature, Catholic Church, Post-Edwardian English Society, Rare Book Trade, History And Politics

Abstract Endbericht

Im Antrag wird ein seit Oktober 2003 laufendes Biographieprojekt vorgestellt, das sich auf Shane Leslie (1885- 1971) bezieht und zwei umfangreiche Familienarchive aber auch Komplementärarchive in Großbritannien, Irland und in den Vereinigten Staaten von Amerika zur Grundlage hat. Die Biographie wird vom Nachlaßverwalter der Familie Leslie, Tarka Leslie-King, unterstützt. Im Folgenden werden sechs Hauptkapitel dargestellt, die sowohl eine Reihe von theoretischen Ansätzen wie Biographie und Interkulturalität, Mehrfachidentitäten, Probleme der Psychobiographie sowie eine konzise Gegenüberstellung viktorianischer Biographie und der sogenannten "New Biography" des 20. Jahrhundert entwickeln. Diese sechs Kapitel weisen aber schon im Detail ausgearbeitete thematische Strukturen auf. Die Vorlage einer solchen Biographie wird schon seit geraumer Zeit eingefordert, ist aber erst seit kurzem möglich, da das gesamte Archivmaterial nunmehr zugänglich ist. Leslie, mit seinen vielfältigen Interessen auf den Gebieten der Politik, der Literatur, des Journalismus, der Katholischen Kirche, der Biographie, der Geschichte und der Gesellschaft, der Keltologie und der wissenschaftlichen Bibliographie, war eine unglaublich komplexe aber auch widersprüchliche Persönlichkeit, die in Zeiten des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbruches geboren wurde und sich bewähren musste. Die potentielle Attraktivität dieser Biographie ergibt sich auch aufgrund der zahlreichen Kontakte mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit; so war er etwa Cousin von W.S. Churchill. Besonders das zweite und sechste Kapitel stellen das umfangreiche Archivmaterial in breite historisch-politische und literaturwissenschaftliche Zusammenhänge. Weitere interessante Facetten ergeben sich aus dem Umstand, dass diese Biographie einen nicht ganz unbedeutenden Biographen zum Gegenstand hat. Kapitel 2 befasst sich ausführlich mit Leslies Ambitionen als irischer Nationalist, der vor der fast unlösbaren Aufgabe stand, für die irische Selbstbestimmung zu arbeiten und gleichzeitig die Bindungen zum britischen Imperium aufrecht zu erhalten. All dies ist auch gegen den Hintergrund des ersten Weltkrieges und die Einflussnahme Amerikas auf das Weltgeschehen und die anglo-irischen Beziehungen zu sehen. Im letzten Kapitel (6.) wird Leslie sowohl als Schriftsteller, Kritiker und seine vielfältigen Beziehungen zur englisch/irischen und amerikanischen Literatur gezeichnet. Das dritte Kapitel stellt Leslie als Konvertit, Herausgeber einer Zeitschrift für Intellektuelle, und als Kirchenhistoriker vor, stellt ihn aber gleichzeitig auch in das spezifisch katholische Milieu Englands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das einerseits von zahlreichen Konvertiten aus Kunst und Literatur geprägt war, das aber in einem größeren Kontext sozusagen die Kultur einer Minderheit war und letztlich auf die Dauer der allgemeinen Säkularisierung und Modernisierung nicht standhalten konnte. Während das vierte Kapitel spät-edwardianischen Glanz mit dem extrovertierten Teil von Leslies Persönlichkeit korreliert, will Kapitel 5 - ebenfalls auf umfangreichem Archivmaterial basierend - ein kleines Stück englisch- amerikanischer Bibliographiegeschichte im größeren Zusammenhang des massiven Transfers von Kunstschätzen und bibliophilen Raritäten vom krisengeschüttelten Europa der dreißiger Jahre nach Nordamerika schreiben; Leslie spielt hier eine nicht unbedeutende Rolle, was auch auf das breite Interesse der Fachliteratur stoßen dürfte.

Im Antrag wird ein seit Oktober 2003 laufendes Biographieprojekt vorgestellt, das sich auf Shane Leslie (1885- 1971) bezieht und zwei umfangreiche Familienarchive aber auch Komplementärarchive in Großbritannien, Irland und in den Vereinigten Staaten von Amerika zur Grundlage hat. Die Biographie wird vom Nachlaßverwalter der Familie Leslie, Tarka Leslie-King, unterstützt. Im Folgenden werden sechs Hauptkapitel dargestellt, die sowohl eine Reihe von theoretischen Ansätzen wie Biographie und Interkulturalität, Mehrfachidentitäten, Probleme der Psychobiographie sowie eine konzise Gegenüberstellung viktorianischer Biographie und der sogenannten "New Biography" des 20. Jahrhundert entwickeln. Diese sechs Kapitel weisen aber schon im Detail ausgearbeitete thematische Strukturen auf. Die Vorlage einer solchen Biographie wird schon seit geraumer Zeit eingefordert, ist aber erst seit kurzem möglich, da das gesamte Archivmaterial nunmehr zugänglich ist. Leslie, mit seinen vielfältigen Interessen auf den Gebieten der Politik, der Literatur, des Journalismus, der Katholischen Kirche, der Biographie, der Geschichte und der Gesellschaft, der Keltologie und der wissenschaftlichen Bibliographie, war eine unglaublich komplexe aber auch widersprüchliche Persönlichkeit, die in Zeiten des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbruches geboren wurde und sich bewähren musste. Die potentielle Attraktivität dieser Biographie ergibt sich auch aufgrund der zahlreichen Kontakte mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit; so war er etwa Cousin von W.S. Churchill. Besonders das zweite und sechste Kapitel stellen das umfangreiche Archivmaterial in breite historisch- politische und literaturwissenschaftliche Zusammenhänge. Weitere interessante Facetten ergeben sich aus dem Umstand, dass diese Biographie einen nicht ganz unbedeutenden Biographen zum Gegenstand hat. Kapitel 2 befasst sich ausführlich mit Leslies Ambitionen als irischer Nationalist, der vor der fast unlösbaren Aufgabe stand, für die irische Selbstbestimmung zu arbeiten und gleichzeitig die Bindungen zum britischen Imperium aufrecht zu erhalten. All dies ist auch gegen den Hintergrund des ersten Weltkrieges und die Einflussnahme Amerikas auf das Weltgeschehen und die anglo-irischen Beziehungen zu sehen. Im letzten Kapitel (6.) wird Leslie sowohl als Schriftsteller, Kritiker und seine vielfältigen Beziehungen zur englisch/irischen und amerikanischen Literatur gezeichnet. Das dritte Kapitel stellt Leslie als Konvertit, Herausgeber einer Zeitschrift für Intellektuelle, und als Kirchenhistoriker vor, stellt ihn aber gleichzeitig auch in das spezifisch katholische Milieu Englands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das einerseits von zahlreichen Konvertiten aus Kunst und Literatur geprägt war, das aber in einem größeren Kontext sozusagen die Kultur einer Minderheit war und letztlich auf die Dauer der allgemeinen Säkularisierung und Modernisierung nicht standhalten konnte. Während das vierte Kapitel spät-edwardianischen Glanz mit dem extrovertierten Teil von Leslies Persönlichkeit korreliert, will Kapitel 5 - ebenfalls auf umfangreichem Archivmaterial basierend - ein kleines Stück englisch- amerikanischer Bibliographiegeschichte im größeren Zusammenhang des massiven Transfers von Kunstschätzen und bibliophilen Raritäten vom krisengeschüttelten Europa der dreißiger Jahre nach Nordamerika schreiben; Leslie spielt hier eine nicht unbedeutende Rolle, was auch auf das breite Interesse der Fachliteratur stoßen dürfte.

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