Vpma Variation von Mycoplasma agalactiae und Pathogenese
Vpma variation of Mycoplasma agalactiae and pathogenesis
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Gesundheitswissenschaften (25%); Veterinärmedizin (25%)
Keywords
-
Mycoplasma Agalactiae,
Host-Pathogen Interaction,
Variable Surface Antigens,
Tissue Tropism,
Site-Specific Recombinase,
Pathogenicity
Im Vergleich zu anderen pathogenen Bakterien ist das derzeitige Grundlagenwissen über die molekulare Basis der Pathogenität von Mykoplasmen nur begrenzt, so dass ihre Infektionsstrategien auf zellulärer und molekularer Ebene noch weitgehend unverstanden sind. Zahlreiche Studien an verschiedenen pathogenen Mykoplasmen haben inzwischen gezeigt, dass sie ausgeklügelte genetische Systeme besitzen, wodurch sie befähigt sind, ihre antigene Zelloberflächenstruktur ungewöhnlich häufig zu verändern. Es wird angenommen, dass diese variablen Oberflächenantigene den zellwandlosen Mykoplasmen zur Umgehung der Immunantwort und zur Kolonisierung des Wirtes dienen. Im Zuge solcher Untersuchungen an Mycoplasma agalactiae, dem Erreger der "Infektiösen Agalaktie" der Schafe und Ziegen, konnte ein einer Pathogenitätsinsel ähnlicher Genlokus identifiziert werden, der sechs unterscheidbare aber verwandte Gene beinhaltet, welche die wichtigsten immunodominanten Oberflächenmembranproteine, die sogenannten Vpmas, kodieren, deren Expression infolge von DNA- Umlagerungen mit ungewöhnlich hoher Frequenz variiert. Diese DNA-Umlagerungen werden durch eine ortsspezifische Xer1 Rekombinase gesteuert. Der Mangel an Möglichkeiten, M. agalactiae genetisch zu manipulieren, hat Studien über die präzise Rolle der Vpmas im Infektionsprozess bisher erschwert. Die Entwicklung immunologischer Reagenzien zur Detektion der Vpma-Variation in vivo im Zuge einer Infektion und die erst kürzlich gelungene gezielte Ausschaltung des xer1-Gens mit dem Ziel der Herstellung von Mutanten, welche in ihrer Vpma-Expression arretiert sind, stellen entscheidende Durchbrüche dar, welche die Grundlage zur Klärung der Rolle der Vpmas in der molekularen Pathogenese gelegt haben. Die in ihrer Vpma-Expression arretierten M. agalactiae-Mutanten können nur mehr eine bestimmte Vpma-Variante an ihrer Oberfläche präsentieren und sind nicht mehr befähigt, zu einem anderen Vpma-Phänotyp zu wechseln. In diesem Projekt werden diese Mutanten in experimentellen Infektionsstudien verwendet, um die exakte Rolle der Vpma-Oszillation unter in vivo-Bedingungen im natürlichen Wirt zu definieren. Darüber hinaus soll die Wirkungsweise der Xer1- Rekombinase und ihre Regulation in vitro und in vivo ermittelt werden.
Im Vergleich zu anderen pathogenen Bakterien ist das derzeitige Grundlagenwissen über die molekulare Basis der Pathogenität von Mykoplasmen nur begrenzt, so dass ihre Infektionsstrategien auf zellulärer und molekularer Ebene noch weitgehend unverstanden sind. Zahlreiche Studien an verschiedenen pathogenen Mykoplasmen haben inzwischen gezeigt, dass sie ausgeklügelte genetische Systeme besitzen, wodurch sie befähigt sind, ihre antigene Zelloberflächenstruktur ungewöhnlich häufig zu verändern. Es wird angenommen, dass diese variablen Oberflächenantigene den zellwandlosen Mykoplasmen zur Umgehung der Immunantwort und zur Kolonisierung des Wirtes dienen. Im Zuge solcher Untersuchungen an Mycoplasma agalactiae, dem Erreger der "Infektiösen Agalaktie" der Schafe und Ziegen, konnte ein einer Pathogenitätsinsel ähnlicher Genlokus identifiziert werden, der sechs unterscheidbare aber verwandte Gene beinhaltet, welche die wichtigsten immunodominanten Oberflächenmembranproteine, die sogenannten Vpmas, kodieren, deren Expression infolge von DNA- Umlagerungen mit ungewöhnlich hoher Frequenz variiert. Diese DNA-Umlagerungen werden durch eine ortsspezifische Xer1 Rekombinase gesteuert. Der Mangel an Möglichkeiten, M. agalactiae genetisch zu manipulieren, hat Studien über die präzise Rolle der Vpmas im Infektionsprozess bisher erschwert. Die Entwicklung immunologischer Reagenzien zur Detektion der Vpma-Variation in vivo im Zuge einer Infektion und die erst kürzlich gelungene gezielte Ausschaltung des xer1-Gens mit dem Ziel der Herstellung von Mutanten, welche in ihrer Vpma-Expression arretiert sind, stellen entscheidende Durchbrüche dar, welche die Grundlage zur Klärung der Rolle der Vpmas in der molekularen Pathogenese gelegt haben. Die in ihrer Vpma-Expression arretierten M. agalactiae-Mutanten können nur mehr eine bestimmte Vpma-Variante an ihrer Oberfläche präsentieren und sind nicht mehr befähigt, zu einem anderen Vpma-Phänotyp zu wechseln. In diesem Projekt werden diese Mutanten in experimentellen Infektionsstudien verwendet, um die exakte Rolle der Vpma-Oszillation unter in vivo-Bedingungen im natürlichen Wirt zu definieren. Darüber hinaus soll die Wirkungsweise der Xer1- Rekombinase und ihre Regulation in vitro und in vivo ermittelt werden.
- Christine Citti, Ecole Nationale Veterinaire Toulouse - Frankreich
Research Output
- 109 Zitationen
- 4 Publikationen
-
2017
Titel Vpma phase variation is important for survival and persistence of Mycoplasma agalactiae in the immunocompetent host DOI 10.1371/journal.ppat.1006656 Typ Journal Article Autor Chopra-Dewasthaly R Journal PLOS Pathogens Link Publikation -
2012
Titel Role of Vpma phase variation in Mycoplasma agalactiae pathogenesis DOI 10.1111/j.1574-695x.2012.01010.x Typ Journal Article Autor Chopra-Dewasthaly R Journal FEMS Immunology & Medical Microbiology Seiten 307-322 Link Publikation -
2010
Titel Xer1-Mediated Site-Specific DNA Inversions and Excisions in Mycoplasma agalactiae DOI 10.1128/jb.01537-09 Typ Journal Article Autor Czurda S Journal Journal of Bacteriology Seiten 4462-4473 Link Publikation -
2008
Titel Phase-locked mutants of Mycoplasma agalactiae: defining the molecular switch of high-frequency Vpma antigenic variation DOI 10.1111/j.1365-2958.2007.06103.x Typ Journal Article Autor Chopra-Dewasthaly R Journal Molecular Microbiology Seiten 1196-1210 Link Publikation