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Adaptive Designs - Evaluierung und neue Anwendungen

Adaptive Designs - Evaluation and New Applications

Peter Bauer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18698
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2006
  • Projektende 30.09.2010
  • Bewilligungssumme 297.927 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (60%); Informatik (20%); Mathematik (20%)

Keywords

    Adaptive Designs, Interim Analysis, Mid-trial Design Modifcation, Group Sequential Designs, Two Stage Design in Genetic, Selection

Abstract Endbericht

In den letzten Jahren hat es eine umfangreiche Diskussion über die Verwendung adaptiver (flexibler) Designs in medizinischen (z.b.: klinischen) Studien gegeben. Während klassische sequentielle Designs in den meisten Details a-priori festgelegt werden müssen, lassen flexible Pläne Modifikationen zu, die alle bis zur Zwischenauswertung gesammelten Informationen berücksichtigen. Missspezifikationen aus der Planungsphase können in der adaptiven Interimanalyse revidiert werden, ohne die Rate falsch positiver Entscheidungen des statistischen Tests zu erhöhen. Die Adaptionsregel muss nicht a priori festgelegt werden, so dass auch Unerwartetes bewältigt werden kann. Ein Schwerpunkt wurde bisher auf das Neuberechnen der Stichprobengröße während eines Experiments gelegt. In dieser Situation berechnet man die Chancen, sein Ziel in der geplanten statistischen Analyse zu erreichen, bedingt auf alle Ergebnisse bis zur Interimanalyse (bedingte Power). Die statistischen Eigenschaften von adaptiven Designs mit Stichprobenadjustierung sind in den letzten Jahren intensiv untersucht worden. Weniger hat man sich bisher mit dem Problem des Schätzens beschäftigt. Zu diesem Zweck betrachten wir bestehende bzw. entwickeln neue Schätzprozeduren für adaptive Designs und vergleichen ihre statistischen Eigenschaften. Ein weiterer wichtiger Punkt bei flexiblen Plänen ist das Weglassen von Behandlungen aufgrund von Sicherheitsproblemen und/oder mangelhafter Wirksamkeit (in klinischen Versuchen kann dies durch Data Safety and Monitoring - Komitees erfolgen). Wir entwickeln und untersuchen Test- und Schätzmethoden bei (unvorhergesehenem) Weglassen von Behandlungen während eines Experiments. Medizinische Behandlungen werden immer mehr auf bestimmte Patientencharakteristika (z.B. genetische Variablen) zugeschnitten. Daher ist es wichtig, Subgruppen von Patienten zu identifizieren, die auf eine bestimmte Behandlung ansprechen. Adaptive Designs in klinischen Studien sind in der Lage solche Subgruppen in einer Interimanalyse zu entdecken und anschließend das Hauptaugenmerk auf diese spezifischen Subgruppen zu lenken. Statistische Analysen von Microarraydaten und Genassoziierungsdaten entwickeln sich immer mehr zu Standardmethoden in der medizinischen Forschung. Diese Art von Problemen wird durch eine große Anzahl von statistischen Tests und einer limitierten Stichprobengröße charakterisiert. Das Konzept zweistufiger Designs kann verwendet werden um Nullhypothesen wegzulassen, die nach der ersten Stufe wenig Erfolg versprechen, und erlauben eine Neuaufteilung des gesparten Stichprobenumfangs unter den selektierten. Wir wollen (kostenoptimale) zweistufige Designs konstruieren, die die (positive) false discovery rate kontrollieren.

Adaptive Studienpläne ermöglichen die Modifikation des Studiendesigns während einer noch laufenden Studie, ohne dabei die Wahrscheinlichkeit für falsch-positive Testentscheidungen zu erhöhen. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Versuchplänen, bei denen das Design bereits vor der Durchführung festgelegt und während des Studienverlaufs strikt eingehalten werden muss. Adaptive Designs sind in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Biostatistik ein populäres Forschungsthema geworden. Aufbauend auf den Ergebnissen des Vorgängerprojektes FWF P15858-N04 behandelte dieses Projekt offene methodische Fragen sowie neue Anwendungsgebiete für adaptive Designs. Ein zentrales Problem ist neben der statistischen Entscheidungsfindung die Quantifizierung von Effektgrößen. Einer der Schwerpunkte dieses Projektes ist das Problem der Schätzung von Effektgrößen in adaptiven Studien. Es wurden neue Punktschätzer unter der Einschränkung auf Adaptionen der Stichprobengröße sowie Methoden zur Konstruktion von Konfidenzintervallen basierend auf unterschiedlichen Ordnungen des Stichprobenraums vorgeschlagen. Ein wichtiges Ergebnis war die Entwicklung von Konfidenzintervallen für adaptive Designs mit der Möglichkeit der Selektion von Behandlungsarmen unter Verwendung der Dualität zwischen multiplem Testen und Konfidenzintervallen. Basierend auf dieser Arbeit wurden weitere Ergebnisse zu graphischen Methoden im Bereich des multiplen Testens erzielt, sowie grundsätzliche Überlegungen zur Reduzierung der Anzahl der notwendigen Berechnungsschritte entwickelt. Ein weiteres Thema, das der Selektion von Behandlungsarmen, hat besonders in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten. Zu dieser Fragestellung lieferte unsere Gruppe gleich zu mehreren Punkten, wie zum Beispiel der Evaluation verschiedener Auswahlstrategien, wichtige Ergebnisse. Ein weiterer Punkt war die Auswahl von Patienten-Untergruppen, was gerade im Hinblick auf die personalisierte Medizin von hoher Relevanz ist. Weitere fundamentale Fragen, wie zum Beispiel die Berechnung der optimalen Anzahl von Behandlungsarmen ergaben sich durch die fortschreitende Forschungsarbeit und wurden ebenfalls untersucht. Das Konzept der adaptiven selektiven Designs wurde auf das stetig wachsende Gebiet der Genforschung, in der eine große Anzahl von Markern simultan gemessen wird, übertragen. Hierfür wurden Mehrstufen-Pläne entwickelt, die eine Kontrolle über verschiedene Formen der multiplen Fehlerwahrscheinlichkeit (z.B.: "Family Wise Error Rate", "False Discovery Rate") garantieren, wobei ebenfalls mögliche Kostenunterschiede in den jeweiligen Stufen berücksichtigt wurden. Für den Fall einer sehr großen Anzahl von untersuchten Markern konnte gezeigt werden, welche mehrstufige Adaptionen ohne die Notwendigkeit einer Fehleradjustierung erlaubt sind. Die Arbeit an wissenschaftlichen Grundlagen zu adaptiven Design führte zu einer regen Beteiligung am internationalen Diskurs zu dieser Methodologie.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 568 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Probabilistic Foundation of Confirmatory Adaptive Designs
    DOI 10.1080/01621459.2012.682540
    Typ Journal Article
    Autor Brannath W
    Journal Journal of the American Statistical Association
    Seiten 824-832
  • 2009
    Titel Adaptive designs for confirmatory clinical trials
    DOI 10.1002/sim.3538
    Typ Journal Article
    Autor Bretz F
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 1181-1217
  • 2008
    Titel Optimized multi-stage designs controlling the false discovery or the family-wise error rate
    DOI 10.1002/sim.3300
    Typ Journal Article
    Autor Zehetmayer S
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 4145-4160
  • 2007
    Titel Two-stage designs applying methods differing in costs
    DOI 10.1093/bioinformatics/btm140
    Typ Journal Article
    Autor Goll A
    Journal Bioinformatics
    Seiten 1519-1526
    Link Publikation
  • 2007
    Titel Repeated confidence intervals for adaptive group sequential trials
    DOI 10.1002/sim.3062
    Typ Journal Article
    Autor Mehta C
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 5422-5433
  • 2007
    Titel Adaptive designs: Looking for a needle in the haystack—A new challenge in medical research
    DOI 10.1002/sim.3090
    Typ Journal Article
    Autor Bauer P
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 1565-1580
  • 2007
    Titel Adaptive Dunnett tests for treatment selection
    DOI 10.1002/sim.3048
    Typ Journal Article
    Autor Koenig F
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 1612-1625
  • 2010
    Titel Post hoc power estimation in large-scale multiple testing problems
    DOI 10.1093/bioinformatics/btq085
    Typ Journal Article
    Autor Zehetmayer S
    Journal Bioinformatics
    Seiten 1050-1056
    Link Publikation
  • 2009
    Titel Selection and bias—Two hostile brothers
    DOI 10.1002/sim.3716
    Typ Journal Article
    Autor Bauer P
    Journal Statistics in Medicine
    Seiten 1-13
  • 2009
    Titel Trimmed Weighted Simes' Test for Two One-Sided Hypotheses With Arbitrarily Correlated Test Statistics
    DOI 10.1002/bimj.200900132
    Typ Journal Article
    Autor Brannath W
    Journal Biometrical Journal
    Seiten 885-898
  • 2009
    Titel Exact Confidence Bounds Following Adaptive Group Sequential Tests
    DOI 10.1111/j.1541-0420.2008.01101.x
    Typ Journal Article
    Autor Brannath W
    Journal Biometrics
    Seiten 539-546
  • 2011
    Titel How many spots with missing values can be tolerated in quantitative two-dimensional gel electrophoresis when applying univariate statistics?
    DOI 10.1016/j.jprot.2011.12.019
    Typ Journal Article
    Autor Zellner M
    Journal Journal of Proteomics
    Seiten 1792-1802
  • 2010
    Titel An Approach to the Conditional Error Rate Principle with Nuisance Parameters
    DOI 10.1111/j.1541-0420.2010.01507.x
    Typ Journal Article
    Autor Gutjahr G
    Journal Biometrics
    Seiten 1039-1046

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