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Stadt-Besetzungen: Das Kino als Ort politischen Agierens

City-Squats: The cinema as a space for political action

Anna Maria Schober-De Graaf (ORCID: 0000-0002-6561-2724)
  • Grant-DOI 10.55776/P18774
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2006
  • Projektende 31.05.2009
  • Bewilligungssumme 192.045 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (40%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (20%); Kunstwissenschaften (20%); Politikwissenschaften (20%)

Keywords

    History Of Cinema, Media-Shaped Public Sphere, Aesthetic Movements, The City As A Social Space, Political Action, Democratic And Totalitarian Societies

Abstract Endbericht

Das Projekt untersucht Gruppen von Aktivisten, Künstlern und Filmemachern, die sich als politisch relevante "oppositionelle" oder "nicht-konformistische" Bewegungen konstituieren, indem sie Kino-Räume besetzen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf einem Vergleich zwischen Kinobewegungen in Ost- und Westeuropa seit 1945, wodurch Unterschiede und Differenzen in der Konstituierung von ästhetisch und politisch relevanten Bewegungen in demokratischen und totalitären politischen Systemen herausgearbeitet werden sollen. Folgende Bewegungen wurden für diesen Vergleich gewählt: das Expanded Cinema (ca.1966-1985) und seine Auseinandersetzung mit den "Freien Kinos" in Deutschland und Österreich, die etwa zur selben Zeit stattfindende Konfrontation zwischen Cinéma Lettriste, Nouvelle Vague und der Kino-Club-Bewegung in Frankreich (ca. 1951-1980), sowie das jugoslawische Black Cinema (auch Open Cinema oder novi film genannt, ca. 1950-1980). Erstes Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer pluralen Geschichte solcher aktivistischen Gruppen, indem diese in der Geschichte der emanzipatorischen und künstlerischen Bewegungen im 20. Jahrhundert verortet werden. Zweitens soll untersucht werden, in welcher Weise diese Kino-Bewegungen gemeinsam mit dem Publikum, das sie mit ihren Produktionen anziehen, in die Herstellung eines konfliktuellen "öffentlichen Raums" (in Westeuropa) bzw. eines "informellen öffentlichen Raums" (in Osteuropa) involviert sind. Dabei bezieht sich das Projekt auf jüngere Theorien von "Öffentlichkeit" und "sozialem Raum", verbindet diese jedoch speziell mit kulturhistorischen Untersuchungen, die zeigen, wie die Medien diese öffentliche Sphäre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kontinuierlich verändert haben. Im Verfolgen dieser beiden Ziele will das Projekt zu einer immer noch ungeschriebenen Genealogie von Öffentlichkeit als Sphäre des Politischen beitragen, die sich nicht nur auf die Räume und Medien von "Politik" im engeren Sinn bezieht, sondern die Räume und Bild-Welten von Massenkultur mit einbezieht, die oft als private Areale des Konsums und der Flucht vor politischer Verantwortlichkeit beschrieben werden. Die Stadt wird dabei als historischer und symbolischer Ort für die Formierung des politisch Imaginären und für die Inszenierung von Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen kulturellen Agenten untersucht. Durch einen Vergleich von Kino-Bewegungen in West- und Osteuropa trägt das Projekt zur Untersuchung eines hochaktuellen und brisanten, in Österreich aber immer noch wenig untersuchten Phänomens bei: der Differenzen und Ähnlichkeiten in der Entwicklung von politischer Kultur in den westlichen und östlichen Teilen von Europa, die zukünftig zu einem "Zusammenwachsen" aufgefordert sind.

Das Projekt untersucht Gruppen von Aktivisten, Künstlern und Filmemachern, die sich als politisch relevante "oppositionelle" oder "nicht-konformistische" Bewegungen konstituieren, indem sie Kino-Räume besetzen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf einem Vergleich zwischen Kinobewegungen in Ost- und Westeuropa seit 1945, wodurch Unterschiede und Differenzen in der Konstituierung von ästhetisch und politisch relevanten Bewegungen in demokratischen und totalitären politischen Systemen herausgearbeitet werden sollen. Folgende Bewegungen wurden für diesen Vergleich gewählt: das Expanded Cinema (ca.1966-1985) und seine Auseinandersetzung mit den "Freien Kinos" in Deutschland und Österreich, die etwa zur selben Zeit stattfindende Konfrontation zwischen Cinéma Lettriste, Nouvelle Vague und der Kino-Club-Bewegung in Frankreich (ca. 1951-1980), sowie das jugoslawische Black Cinema (auch Open Cinema oder novi film genannt, ca. 1950-1980). Erstes Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer pluralen Geschichte solcher aktivistischen Gruppen, indem diese in der Geschichte der emanzipatorischen und künstlerischen Bewegungen im 20. Jahrhundert verortet werden. Zweitens soll untersucht werden, in welcher Weise diese Kino-Bewegungen gemeinsam mit dem Publikum, das sie mit ihren Produktionen anziehen, in die Herstellung eines konfliktuellen "öffentlichen Raums" (in Westeuropa) bzw. eines "informellen öffentlichen Raums" (in Osteuropa) involviert sind. Dabei bezieht sich das Projekt auf jüngere Theorien von "Öffentlichkeit" und "sozialem Raum", verbindet diese jedoch speziell mit kulturhistorischen Untersuchungen, die zeigen, wie die Medien diese öffentliche Sphäre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kontinuierlich verändert haben. Im Verfolgen dieser beiden Ziele will das Projekt zu einer immer noch ungeschriebenen Genealogie von Öffentlichkeit als Sphäre des Politischen beitragen, die sich nicht nur auf die Räume und Medien von "Politik" im engeren Sinn bezieht, sondern die Räume und Bild-Welten von Massenkultur mit einbezieht, die oft als private Areale des Konsums und der Flucht vor politischer Verantwortlichkeit beschrieben werden. Die Stadt wird dabei als historischer und symbolischer Ort für die Formierung des politisch Imaginären und für die Inszenierung von Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen kulturellen Agenten untersucht. Durch einen Vergleich von Kino-Bewegungen in West- und Osteuropa trägt das Projekt zur Untersuchung eines hochaktuellen und brisanten, in Österreich aber immer noch wenig untersuchten Phänomens bei: der Differenzen und Ähnlichkeiten in der Entwicklung von politischer Kultur in den westlichen und östlichen Teilen von Europa, die zukünftig zu einem "Zusammenwachsen" aufgefordert sind.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Ernesto Laclau, University at Buffalo State University of New York - Vereinigte Staaten von Amerika

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