Kooperative und kompetitive Intelligenz bei Korviden
Cooperative and competitive cognition in corvids
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (90%); Psychologie (10%)
Keywords
-
Corvus corax,
Corvus monedula,
Social cognition,
Cognitive ethology,
Cooperation,
Personality
Das Ziel der hier vorgestellten Untersuchungen ist es, das Verhältnis zwischen evolutionär geschaffenen Voraussetzungen und ökologischen und sozialen Bedingungen auf geistige Leistungen bei Raben (Corvus corax) und Dohlen (Corvus monedula) zu untersuchen. Verhaltensexperimente jüngerer Zeit scheinen nämlich immer mehr darauf hinzuweisen, dass Raben "gefiederte Affen" sind, da sie in ihren geistigen Leistungen Menschenaffen um nichts nachzustehen scheinen, welchen die komplexesten geistigen Fähigkeiten in der Tierwelt nachgesagt werden. Vor allem ihre Künste im sozialen Miteinander, etwa ihre Manipulationsfähigkeit von Artgenossen, sind geradezu erstaunlicher Natur. Die Ähnlichkeiten, die verschiedene Affen- und Vogelarten hierbei zeigen sind umso eindrucksvoller, als sie phylogenetisch weit voneinander entfernt sind. Direkte Vergleiche sind daher schwierig, weshalb wir nahe verwandte Arten untersuchen wollen, um nähere Einblicke in Mechanismen zu erlangen, die kognitiven Leistungen zugrunde liegen könnten. Raben und Dohlen eignen sich dafür besonders, da sie nahe verwandt sind, sich in ihrer Ökologie und Sozialstruktur jedoch wesentlich voneinander unterscheiden. Raben sind opportunistisch sozial und fressen an Kadavern in Konkurrenz mit gefährlichen Räubern, wohingegen Dohlen permanent sozial leben und sich vor allem von Insekten und Früchten ernähren und daher bei der Nahrungssuche weniger Konkurrenz zeigen. Um also der Frage nach der Entwicklung kognitiver Mechanismen nachzugehen, wollen wir unser Augenmerk sowohl auf artspezifische als auch auf individuelle Unterschiede legen. Aufbauend auf der Untersuchung 1) individueller Eigenschaften der Tiere, soll 2) ihre Aufmerksamkeit und 3) Toleranz gegenüber Artgenossen, sowie im Anschluss ihre Kooperationsbereitschaft sowohl in 4) kooperativen als auch in 5) kompetitiven Versuchskontexten (sowohl mit Artgenossen als auch Menschen als Partner) getestet werden. Die zu untersuchenden Vögel (11 Raben, 20 Dohlen) wurden an der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in den Jahren 2004 und 2005 mithilfe der vorhandenen Infrastruktur und des erforderlichen Know-hows erfolgreich handaufgezogen und nehmen bereits an laufenden Untersuchungen teil. Wir erwarten keine wesentlichen qualitativen Unterschiede der Arten, sehr wohl jedoch, dass sich Raben eher kompetitiv und weniger kooperativ als Dohlen verhalten werden. Die geplanten Untersuchungen sollen daher nicht nur beitragen das allgemeine Verständnis kognitiver Fähigkeiten von Korviden zu vertiefen, sondern auch helfen ihre soziale Manipulationsfähigkeit besser zu verstehen.
Das Ziel der hier vorgestellten Untersuchungen ist es, das Verhältnis zwischen evolutionär geschaffenen Voraussetzungen und ökologischen und sozialen Bedingungen auf geistige Leistungen bei Raben (Corvus corax) und Dohlen (Corvus monedula) zu untersuchen. Verhaltensexperimente jüngerer Zeit scheinen nämlich immer mehr darauf hinzuweisen, dass Raben "gefiederte Affen" sind, da sie in ihren geistigen Leistungen Menschenaffen um nichts nachzustehen scheinen, welchen die komplexesten geistigen Fähigkeiten in der Tierwelt nachgesagt werden. Vor allem ihre Künste im sozialen Miteinander, etwa ihre Manipulationsfähigkeit von Artgenossen, sind geradezu erstaunlicher Natur. Die Ähnlichkeiten, die verschiedene Affen- und Vogelarten hierbei zeigen sind umso eindrucksvoller, als sie phylogenetisch weit voneinander entfernt sind. Direkte Vergleiche sind daher schwierig, weshalb wir nahe verwandte Arten untersuchen wollen, um nähere Einblicke in Mechanismen zu erlangen, die kognitiven Leistungen zugrunde liegen könnten. Raben und Dohlen eignen sich dafür besonders, da sie nahe verwandt sind, sich in ihrer Ökologie und Sozialstruktur jedoch wesentlich voneinander unterscheiden. Raben sind opportunistisch sozial und fressen an Kadavern in Konkurrenz mit gefährlichen Räubern, wohingegen Dohlen permanent sozial leben und sich vor allem von Insekten und Früchten ernähren und daher bei der Nahrungssuche weniger Konkurrenz zeigen. Um also der Frage nach der Entwicklung kognitiver Mechanismen nachzugehen, wollen wir unser Augenmerk sowohl auf artspezifische als auch auf individuelle Unterschiede legen. Aufbauend auf der Untersuchung 1) individueller Eigenschaften der Tiere, soll 2) ihre Aufmerksamkeit und 3) Toleranz gegenüber Artgenossen, sowie im Anschluss ihre Kooperationsbereitschaft sowohl in 4) kooperativen als auch in 5) kompetitiven Versuchskontexten (sowohl mit Artgenossen als auch Menschen als Partner) getestet werden. Die zu untersuchenden Vögel (11 Raben, 20 Dohlen) wurden an der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in den Jahren 2004 und 2005 mithilfe der vorhandenen Infrastruktur und des erforderlichen Know-hows erfolgreich handaufgezogen und nehmen bereits an laufenden Untersuchungen teil. Wir erwarten keine wesentlichen qualitativen Unterschiede der Arten, sehr wohl jedoch, dass sich Raben eher kompetitiv und weniger kooperativ als Dohlen verhalten werden. Die geplanten Untersuchungen sollen daher nicht nur beitragen das allgemeine Verständnis kognitiver Fähigkeiten von Korviden zu vertiefen, sondern auch helfen ihre soziale Manipulationsfähigkeit besser zu verstehen.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 88 Zitationen
- 2 Publikationen
-
2012
Titel Recipients Affect Prosocial and Altruistic Choices in Jackdaws, Corvus monedula DOI 10.1371/journal.pone.0034922 Typ Journal Article Autor Schwab C Journal PLoS ONE Link Publikation -
2011
Titel What You See Is What You Get—Reloaded: Can Jackdaws (Corvus monedula) Find Hidden Food Through Exclusion? DOI 10.1037/a0023045 Typ Journal Article Autor Schloegl C Journal Journal of Comparative Psychology Seiten 162-174