Geographische Parthenogenese - eine multidisziplinäre Studie
Geographical parthenogenesis - a multidisciplinary study
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Apomixis,
Reproductive Biology,
Biogeography,
Population Genetics,
Evolution,
Higher Plants
Asexuelle Organismen weisen größere Verbreitungsgebiete als ihre sexuellen Verwandten auf, und zeigen eine Tendenz, höhere Lagen und Breitengrade sowie ehemals vergletscherte Gebiete zu besiedeln. Die Gründe für den Ausbreitungserfolg von asexuellen Pflanzen (Apomikten) sind nach wie vor unklar; bisher liegen nur wenige empirische Studien zu vorgeschlagenen Hypothesen vor. Das Projekt konzentriert sich auf folgende Faktoren: die postulierte höhere Fähigkeit von Apomikten zur Kolonisierung neuer Lebensräume aufgrund der maternalen Fortpflanzung, die Hypothese einer Verdrängung und genetischer Assimilation sexueller Arten aufgrund einseitiger Hybridisierung, sowie die Entstehung der Apomikten. Diese Faktoren werden an einer Modellpflanze, Ranunculus kuepferi, untersucht, bei der die Feststellung der Elternart(en) leicht durchführbar erscheint, und die als alpine Pflanze nur wenig von externen oder anthropogenen Faktoren beeinflusst ist. Es wird versucht, die folgenden Fragestellungen zu untersuchen: (1) Sind die Verbreitungsmuster auf lokale Entstehung und Ausbreitung oder auf mehrfache Entstehung und Verdrängung der sexuellen Verwandten zurückzuführen? (2) Ist die genetische Diversität innerhalb der Apomikten mit geographischen Mustern korreliert? (3) Haben Apomikten nach Selbstbestäubung einen größeren Reproduktionserfolg und bessere Fähigkeiten zur Kolonisierung? (5) Können Apomikten die sexuellen Arten durch einseitig gerichtete Hybridisierung verdrängen? (5) Ist der Apomikt auto- oder allopolyploid enstanden, und ist hybridogene Entstehung des Apomikten ein Faktor für die Verbreitung? Diese Fragestellungen werden an Wildpopulationen mithilfe verschiedener DNA Marker (DNA Sequenzen, AFLPs, Microsatelliten), karyologischer Methoden (Flow Cytometry, Feulgen Densitometry), reproduktionsbiologischen Methoden und Kreuzungsexperimenten untersucht. Dieser multidisziplinäre Ansatz lässt Erkenntnisse (1) zur Bedeutung des Fortpflanzungsmodus für die Ausbreitungsfähigkeit von Pflanzen, (2) zur Dynamik genetischer Diversität in apomiktischen Pflanzen, und (3) zur Entstehung und Evolution von apomiktischen und sexuellen Pflanzen erwarten.
Asexuelle Organismen weisen größere Verbreitungsgebiete als ihre sexuellen Verwandten auf, und zeigen eine Tendenz, höhere Lagen und Breitengrade sowie ehemals vergletscherte Gebiete zu besiedeln. Die Gründe für den Ausbreitungserfolg von asexuellen Pflanzen (Apomikten) sind nach wie vor unklar; bisher liegen nur wenige empirische Studien zu vorgeschlagenen Hypothesen vor. Das Projekt konzentriert sich auf folgende Faktoren: die postulierte höhere Fähigkeit von Apomikten zur Kolonisierung neuer Lebensräume aufgrund der maternalen Fortpflanzung, die Hypothese einer Verdrängung und genetischer Assimilation sexueller Arten aufgrund einseitiger Hybridisierung, sowie die Entstehung der Apomikten. Diese Faktoren werden an einer Modellpflanze, Ranunculus kuepferi, untersucht, bei der die Feststellung der Elternart(en) leicht durchführbar erscheint, und die als alpine Pflanze nur wenig von externen oder anthropogenen Faktoren beeinflusst ist. Es wird versucht, die folgenden Fragestellungen zu untersuchen: (1) Sind die Verbreitungsmuster auf lokale Entstehung und Ausbreitung oder auf mehrfache Entstehung und Verdrängung der sexuellen Verwandten zurückzuführen? (2) Ist die genetische Diversität innerhalb der Apomikten mit geographischen Mustern korreliert? (3) Haben Apomikten nach Selbstbestäubung einen größeren Reproduktionserfolg und bessere Fähigkeiten zur Kolonisierung? (5) Können Apomikten die sexuellen Arten durch einseitig gerichtete Hybridisierung verdrängen? (5) Ist der Apomikt auto- oder allopolyploid enstanden, und ist hybridogene Entstehung des Apomikten ein Faktor für die Verbreitung? Diese Fragestellungen werden an Wildpopulationen mithilfe verschiedener DNA Marker (DNA Sequenzen, AFLPs, Microsatelliten), karyologischer Methoden (Flow Cytometry, Feulgen Densitometry), reproduktionsbiologischen Methoden und Kreuzungsexperimenten untersucht. Dieser multidisziplinäre Ansatz lässt Erkenntnisse (1) zur Bedeutung des Fortpflanzungsmodus für die Ausbreitungsfähigkeit von Pflanzen, (2) zur Dynamik genetischer Diversität in apomiktischen Pflanzen, und (3) zur Entstehung und Evolution von apomiktischen und sexuellen Pflanzen erwarten.
- Universität Wien - 100%
- Peter J. Lockhart, Massey University - Neuseeland
- Ueli Grossniklaus, University of Zurich - Schweiz
Research Output
- 722 Zitationen
- 9 Publikationen
-
2009
Titel Geographical Parthenogenesis: Opportunities for Asexuality DOI 10.1007/978-90-481-2770-2_8 Typ Book Chapter Autor Hörandl E Verlag Springer Nature Seiten 161-186 -
2009
Titel A combinational theory for maintenance of sex DOI 10.1038/hdy.2009.85 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal Heredity Seiten 445-457 Link Publikation -
2009
Titel Reticulate evolution and taxonomic concepts in the Ranunculus auricomus complex (Ranunculaceae): insights from analysis of morphological, karyological and molecular data DOI 10.1002/tax.584012 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal TAXON Seiten 1194-1216 Link Publikation -
2009
Titel Introgression of apomixis into sexual species is inhibited by mentor effects and ploidy barriers in the Ranunculus auricomus complex DOI 10.1093/aob/mcp093 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal Annals of Botany Seiten 81-89 Link Publikation -
2013
Titel Geographical parthenogenesis and population genetic structure in the alpine species Ranunculus kuepferi (Ranunculaceae) DOI 10.1038/hdy.2013.1 Typ Journal Article Autor Cosendai A Journal Heredity Seiten 560-569 Link Publikation -
2009
Titel The evolution of self-fertility in apomictic plants DOI 10.1007/s00497-009-0122-3 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal Sexual Plant Reproduction Seiten 73-86 Link Publikation -
2008
Titel Understanding the geographic distributions of apomictic plants: a case for a pluralistic approach DOI 10.1080/17550870802351175 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal Plant Ecology & Diversity Seiten 309-320 Link Publikation -
2008
Titel EVOLUTIONARY IMPLICATIONS OF SELF-COMPATIBILITY AND REPRODUCTIVE FITNESS IN THE APOMICTIC RANUNCULUS AURICOMUS POLYPLOID COMPLEX (RANUNCULACEAE). DOI 10.1086/591980 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal International journal of plant sciences Seiten 1219-1228 Link Publikation -
2010
Titel Cytotype stability, facultative apomixis and geographical parthenogenesis in Ranunculus kuepferi (Ranunculaceae) DOI 10.1093/aob/mcp304 Typ Journal Article Autor Cosendai A Journal Annals of Botany Seiten 457-470 Link Publikation