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Multiple Wolbachia Infektion in Rhagoletis cerasi

Multiple Wolbachia Infection in Rhagoletis cerasi

Christian Stauffer (ORCID: 0000-0002-2985-8911)
  • Grant-DOI 10.55776/P19206
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2006
  • Projektende 30.04.2010
  • Bewilligungssumme 337.386 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (50%); Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (50%)

Keywords

    Wolbachia, Rhagoletis cerasi, Infection Dynamics, Drosophila spp., Transinfection, Genetic Markers

Abstract Endbericht

Wolbachia, generativ übertragene Bakterien bei Arthropoden, können die Fortpflanzung ihres Wirtes unter anderem durch cytoplasmische Inkompatibilität (CI) manipulieren, was ihnen ein Potential in der biologischen Schädlingsbekämpfung einräumt. Mittelmeerfruchtfliegen wurden künstlich mit Wolbachia-Stämmen der Kirschfliege infiziert. Dabei haben die Linien wCer2 und wCer4 vollständige CI induziert. Für derartige Übertragungen wird embryonales Cytoplasma mittels Mikroinjektion in das Polplasma des Empfängers geimpft; dabei können unerkannt auch andere Mikroorganismen übertragen werden. In einem ersten Teil des Projekts soll daher die Mikrobenfauna in den Keimdrüsen von R. cerasi mittels degenertierter 16S rDNA Primer erfasst werden. Es wird erwartet, dass durch den Einsatz verschiedener erst kürzlich entwickelter genetischer Marker (ANK, VNTRs, IS5) neue Wolbachia-Stämme in der sizilianischen Kirschfliege nachgewiesen und charakterisiert werden können. Auf diesem Weg werden wir zuätzliche Daten über (i) die genetische Struktur der verschiedenen wCer Stämme und (ii) die genetische Integrität und Stabilität rezenter Infektionen in neuen Wirten gewinnen. Durch Übertragung der Wolbachia-Stämme in Drosophila simulans und D. melanogaster wird die Beobachtung ihres Phänotyps und ihrer Infektionsdynamik, und damit eine Einschätzung ihres Potentials in der biologischen Schädlingsbekämpfung, ermöglicht.

Wolbachia sind bakterielle Endosymbionten in Insekten, welche rein mütterlich vererbt werden und die Reproduktion in einem Wirtssystem wie zum Beispiel durch Cytoplasmatische Inkompatbilität CI verändern können. CI führt zu einer verringerten Nachkommenschaft, da die Embryonen absterben. Diese Eigenschaft führte dazu, dass Wolbachia für die Anwendung in der biologischen Schädlingsbekämpfung in Betracht gezogen wurde. Durch den Transfer von CI - induzierender Wolbachia in ein neues Wirtssystem, kann die direkte Unterdrückung von Schädlingspopulationen erreicht werden. Dies konnte bei dem weltweit wichtigsten landwirtschaftlichen Schädling, der Mittelmeerfruchtfliege, gezeigt werden. Dieser große Einfluss, den Wolbachia auf ein Wirtssystem haben, macht eine Risikoabschätzung unumgänglich. Kenntnis von Integrität als auch Stabilität einer neuen Infektion sind von großer Bedeutung bevor man künstlich Wolbachia infizierte Schadorganismen ins Freiland bringt. Wolbachia Genome variieren erheblich in Organisation und Struktur, weshalb sie als hoch dynamisch angesehen werden. Die Ziele dieses Projekts: 1) die Erhebung der mikrobiellen Fauna der Reproduktionsorgane von R. cerasi 2) die molekulare Analyse der Wolbachia Diversität und die Titerdynamik des Donorinsekts Rhagoletis cerasi und 3) die Untersuchung der genomischen Integrität und Stabilität von den erst künstlich transinfizierten Wirtssystemen. Molekulare Untersuchungen ergaben, dass Wolbachia der einzige Symbiont in den Reproduktionsorganen der freilebenden Kirschfruchtfliegenpopulationen ist. Eine Analyse der Populationen zeigte allerdings, dass mindestens fünf Wolbachia Linien in der Kirschfruchtfliege vorkommen. Diese wurden mit Hilfe sechs unterschiedlicher genetischer Marker phylogenetisch charakterisiert. Nach künstlicher Übertragung dieser neuen Wolbachia Linien in die für die Wolbachia-Forschung gängigen Modellorganismen Drosophila simulans und D. melanogaster, wurde der Phänotyp und die Infektionsdynamik dieser neuen Linien evaluiert. Dieser Ergebnisse zeigten deutlich, dass es eine hohe Mutationsdynamik der Wolbachia Linien in den neune Wirten gibt.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Bodenkultur Wien - 51%
  • Medizinische Universität Wien - 49%
Nationale Projektbeteiligte
  • Wolfgang Miller, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Markus Riegler, University of Western Sydney - Australien
  • Herve Mercot, Université Paris Diderot - Paris 7 - Frankreich

Research Output

  • 506 Zitationen
  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel The hitchhiker's guide to Europe: the infection dynamics of an ongoing Wolbachia invasion and mitochondrial selective sweep in Rhagoletis cerasi
    DOI 10.1111/mec.13571
    Typ Journal Article
    Autor Schuler H
    Journal Molecular Ecology
    Seiten 1595-1609
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Wolbachia in Parasitoids Attacking Native European and Introduced Eastern Cherry Fruit Flies in Europe
    DOI 10.1093/ee/nvw137
    Typ Journal Article
    Autor Schuler H
    Journal Environmental Entomology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Limited genetic evidence for host plant-related differentiation in the Western cherry fruit fly, Rhagoletis indifferens
    DOI 10.1111/eea.12712
    Typ Journal Article
    Autor Jean G
    Journal Entomologia Experimentalis et Applicata
    Seiten 739-751
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Uncovering Wolbachia Diversity upon Artificial Host Transfer
    DOI 10.1371/journal.pone.0082402
    Typ Journal Article
    Autor Schneider D
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Allele Intersection Analysis: A Novel Tool for Multi Locus Sequence Assignment in Multiply Infected Hosts
    DOI 10.1371/journal.pone.0022198
    Typ Journal Article
    Autor Arthofer W
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2009
    Titel Hidden Wolbachia diversity in field populations of the European cherry fruit fly, Rhagoletis cerasi (Diptera, Tephritidae)
    DOI 10.1111/j.1365-294x.2009.04321.x
    Typ Journal Article
    Autor Arthofer W
    Journal Molecular Ecology
    Seiten 3816-3830
  • 2010
    Titel Infectious Speciation Revisited: Impact of Symbiont-Depletion on Female Fitness and Mating Behavior of Drosophila paulistorum
    DOI 10.1371/journal.ppat.1001214
    Typ Journal Article
    Autor Miller W
    Journal PLoS Pathogens
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Epigenetic Regulation of a Murine Retrotransposon by a Dual Histone Modification Mark
    DOI 10.1371/journal.pgen.1000927
    Typ Journal Article
    Autor Brunmeir R
    Journal PLoS Genetics
    Link Publikation

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