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Metaphysik und Epistemologie der Nyaya-Tradition II

Metaphysics and Epistemology of the Nyaya Tradition II

Karin Preisendanz (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P19328
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2006
  • Projektende 30.09.2011
  • Bewilligungssumme 364.791 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)

Keywords

    South Asia Studies, History of Indian Philosophy, Metaphysics, Epistemology, Nyaya, Indian Manuscriptology

Abstract Endbericht

Der Nyaya ("Logik"), bis in die Neuzeit hinein eine der wichtigsten Traditionen der klassischen indischen Philosophie, kristallisierte sich als eine systematische, vollentwickelte philosophische Tradition, mit starker Betonung von Metaphysik und Epistemologie, während der Zeit der Gupta-Herrscher in Südasien (4.-6. Jahrhundert) heraus. Das zentrale Grundwerk des Nyaya, das dem Weisen Aksapada aus dem Gotama-Klan zugeschriebene Nyayasutra, wurde höchstwahrscheinlich gegen Mitte des 5. Jahrhunderts von anonymen Bearbeitern finalisiert und kurz danach von dem Philosophen Vatsyayana Paksilasvamin in seiner Gänze kommentiert. Dieser frühe Kommentar, der lediglich als Nyayabhasya ("Kommentar zum Nyaya") bekannt ist, ist von wesentlicher Bedeutung nicht nur für unser Verständnis der frühen Phase der Nyaya-Philosophie, sondern auch für unsere Kenntnis der anderen philosophischen Traditionen, die sich während der Gupta-Zeit und der vorangehenden Kushana-Zeit bildeten, da nur ein Bruchteil der reichen literarischen und wissenschaftlichen Produktion dieser Periode bis jetzt erhalten blieb. Das Nyayabhasya ist ferner der Hauptzeuge für die früheste Form, im Sinne des Umfangs und des Wortlautes, des Nyayasutra. Die große Wichtigkeit des Werkes, zusammen mit dem häufig unbefriedigenden Status des überlieferten Sanskrit-Textes, der in den gedruckten Ausgaben gegeben wird, verlangt eine neue, kritische Ausgabe des Nyayabhasya. Auf ein erstes zweijähriges FWF-Projekt folgend, das die Grundlage für eine solche Ausgabe schuf, zielt das Projekt darauf ab, eine kritische Ausgabe bis Ende des dritten Kapitels (ungefähr zwei Drittel des Textes) auf Grundlage aller zugänglicher originaler Manuskripte des Werkes unter Berücksichtigung der (Sub-)Kommentare und sowie des sekundären, unabhängigen Zeugnisses anderer philosophischer Werke der klassischen und frühmittelalterlichen Periode zu erstellen. Zu diesem Zweck werden ca. 60 Handschriften des Nyayabhasya, die im Vorprojekt beschafft und benutzt wurden, weiterhin als Grundlage dienen. Es sollen weitere Bemühungen gemacht werden, Kopien bereits bekannter Manuskripte zu erhalten und noch unbekannte Manuskripte in südasiatischen Sammlungen aufzufinden. Die anderen gekannten Primärquellen, die auch in Handschriftenform untersucht werden sollen, werden unser Verständnis des Textes im Hinblick auf seinen wahrscheinlich ursprünglichen Wortlaut weiter verbessern. Eine angepasste Spezialsoftware, die die komplexen und umfangreichen Daten bewältigen kann, wird für die Kollationierung und Erstellung der kritischen Edition eingesetzt. Der daraus resultierende verlässlichere und wohl begründete Text wird als Basis für die Untersuchung ausgewählter Hauptthemen der Nyaya-Philosophie dienen und auch als Grundlage für eine neue kritische Übersetzung mit eingehenden philologischen und relevanten geschichtlichen Bemerkungen bilden, die das Ziel eines weiteren Projekts sein wird. In dieser Weise wird ein klares und verlässliches, historisch kontextualisiertes Bild der Metaphysik und Epistemologie entstehen, wie sie in der klassischen Nyaya-Tradition in ihrer Anfangsphase entwickelt und vertreten wurden. Das Projekt ist daraufhin angelegt, Indologen und indologisch orientierten Philosophiehistorikern das vollständige Belegmaterial für den erstellten kritischen Text und zur Überlieferungsgeschichte des Nyayabhasya wie des Nyayasutra darzubieten. Weiterhin wird es zur Erhaltung des gefährdeten Kulturschatzes beitragen, den die philosophischen Sankrit-Handschriften Südasiens darstellen.

Der Nyaya ("Logik"), bis in die Neuzeit hinein eine der wichtigsten Traditionen der klassischen indischen Philosophie, kristallisierte sich als eine systematische, vollentwickelte philosophische Tradition, mit starker Betonung von Metaphysik und Epistemologie, während der Zeit der Gupta-Herrscher in Südasien (4.-6. Jahrhundert) heraus. Das zentrale Grundwerk des Nyaya, das dem Weisen Aksapada aus dem Gotama-Klan zugeschriebene Nyayasutra, wurde höchstwahrscheinlich gegen Mitte des 5. Jahrhunderts von anonymen Bearbeitern finalisiert und kurz danach von dem Philosophen Vatsyayana Paksilasvamin in seiner Gänze kommentiert. Dieser frühe Kommentar, der lediglich als Nyayabhasya ("Kommentar zum Nyaya") bekannt ist, ist von wesentlicher Bedeutung nicht nur für unser Verständnis der frühen Phase der Nyaya-Philosophie, sondern auch für unsere Kenntnis der anderen philosophischen Traditionen, die sich während der Gupta-Zeit und der vorangehenden Kushana-Zeit bildeten, da nur ein Bruchteil der reichen literarischen und wissenschaftlichen Produktion dieser Periode bis jetzt erhalten blieb. Das Nyayabhasya ist ferner der Hauptzeuge für die früheste Form, im Sinne des Umfangs und des Wortlautes, des Nyayasutra. Die große Wichtigkeit des Werkes, zusammen mit dem häufig unbefriedigenden Status des überlieferten Sanskrit-Textes, der in den gedruckten Ausgaben gegeben wird, verlangt eine neue, kritische Ausgabe des Nyayabhasya. Auf ein erstes zweijähriges FWF-Projekt folgend, das die Grundlage für eine solche Ausgabe schuf, zielt das Projekt darauf ab, eine kritische Ausgabe bis Ende des dritten Kapitels (ungefähr zwei Drittel des Textes) auf Grundlage aller zugänglicher originaler Manuskripte des Werkes unter Berücksichtigung der (Sub-)Kommentare und sowie des sekundären, unabhängigen Zeugnisses anderer philosophischer Werke der klassischen und frühmittelalterlichen Periode zu erstellen. Zu diesem Zweck werden ca. 60 Handschriften des Nyayabhasya, die im Vorprojekt beschafft und benutzt wurden, weiterhin als Grundlage dienen. Es sollen weitere Bemühungen gemacht werden, Kopien bereits bekannter Manuskripte zu erhalten und noch unbekannte Manuskripte in südasiatischen Sammlungen aufzufinden. Die anderen gekannten Primärquellen, die auch in Handschriftenform untersucht werden sollen, werden unser Verständnis des Textes im Hinblick auf seinen wahrscheinlich ursprünglichen Wortlaut weiter verbessern. Eine angepasste Spezialsoftware, die die komplexen und umfangreichen Daten bewältigen kann, wird für die Kollationierung und Erstellung der kritischen Edition eingesetzt. Der daraus resultierende verlässlichere und wohl begründete Text wird als Basis für die Untersuchung ausgewählter Hauptthemen der Nyaya-Philosophie dienen und auch als Grundlage für eine neue kritische Übersetzung mit eingehenden philologischen und relevanten geschichtlichen Bemerkungen bilden, die das Ziel eines weiteren Projekts sein wird. In dieser Weise wird ein klares und verlässliches, historisch kontextualisiertes Bild der Metaphysik und Epistemologie entstehen, wie sie in der klassischen Nyaya-Tradition in ihrer Anfangsphase entwickelt und vertreten wurden. Das Projekt ist daraufhin angelegt, Indologen und indologisch orientierten Philosophiehistorikern das vollständige Belegmaterial für den erstellten kritischen Text und zur Überlieferungsgeschichte des Nyayabhasya wie des Nyayasutra darzubieten. Weiterhin wird es zur Erhaltung des gefährdeten Kulturschatzes beitragen, den die philosophischen Sankrit-Handschriften Südasiens darstellen.

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