W.A.Mozart im Spiegel des Musikjournalismus bis 1828/CMS
W.A.Mozart as reflected in music journalism up to 1828/CMS
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (10%); Kunstwissenschaften (70%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (20%)
Keywords
-
Mozart,
Wolfgang Amadeus,
Music Journalism,
Music Criticism,
Music Periodicals And Journals,
Reception,
Content Management System (CMS)
Im Zuge der Arbeiten am vom FWF geförderten Projekt "Wolfgang Amadeus Mozart im Spiegel der Musikkritik bis 1830" (Projektnr. P16077-G06) hat sich gezeigt, daß zur Erforschung der frühen Mozart-Rezeption eine Ausweitung auf andere Textsorten als die eigentliche Musikkritik erforderlich ist. Insbesondere aus der Gegenüberstellung Mozarts mit anderen Komponisten in musikhistorischen oder ästhetischen Abhandlungen, aber auch z. B. aus Anekdoten über Mozart und über andere Komponisten, aus Gedichten, Verlagsanzeigen und Satiren ergibt sich ein unverfälschteres Mozart-Bild als bei der Einschränkung auf Rezensionen, auf die sich die Musikwissenschaft bisher konzentrierte. Das bisherige Projekt soll wie geplant mit einer Edition in Buchform abgeschlossen werden, jedoch ist dabei die Beschränkung auf einen kleinen Teil der bisher gesammelten Texte und deren Kürzung unumgänglich. Um weitere Texte - die zu einem Teil bereits gesammelt und transkribiert sind, zum Teil aus Zeitgründen im Rahmen des bisherigen Projekts nicht ausgewertet können - der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist die Erstellung eines Content Management System (CMS) im Internet oder auf CD-ROM geplant. Für die dazu notwendigen Arbeiten (neuerliche Textsammlung und -erfassung, Entwicklung einer Datenbank, einer Suchmaschine und einer CD- Oberfläche, Konvertierung der Texte in HTML/XML) wird ein neues Projekt beantragt.
Schon zu Lebzeiten und insbesondere nach seinem Tod war Wolfgang Amadeus Mozart eine medial viel beachtete Person, wie sich insbesondere anhand von damaligen Zeitschriften zeigen lässt. Bisherige Editionen waren meist biographisch orientiert und reichten nicht wesentlich über sein Lebensende hinaus. Daher haben wir wichtige Musikzeitschriften, Theater-, Literatur-, Politik- und Modejournale sowie andere Periodika nach Erwähnungen Mozarts durchgesehen und in einer Datenbank nach verschiedenen Kriterien (u. a. erwähnte Werke Mozarts, erwähnte Ereignisse, Editionen) erfasst. Die Textsorten, die Mozart betreffen, umfassen beispielsweise Rezensionen von Werken, Kritiken von Aufführungen und Korrespondentenberichte, Abhandlungen, Gedichte und Oden, biographische Notizen und Anekdoten; gerade Texte, in denen er nur am Rande erwähnt wird, erweisen sich oft rezeptionsgeschichtlich als besonders interessant, da sie den Stellenwert Mozarts unverfälschter erkennen lassen als explizite Stellungnahmen zu seiner Person. Als inhaltliches Ergebnis zeigt sich, dass Mozart bereits in den Jahren nach seinem Tod bis ca. 1801 von einem Komponisten unter vielen zu der herausragenden Bedeutung gelangte, die er im Wesentlichen bis heute einnimmt. Für diesen Bewusstseinswandel sind unter anderem musikalisch- ästhetische, patriotisch-nationale und kommerzielle Interessen gleichermaßen verantwortlich. Da der Umfang der Texte beträchtlich ist, kann im Druck nur eine Auswahl erscheinen, wobei zudem überlange Texte gekürzt werden müssen. Längere bzw. in der Regel vollständige Texte sind hingegen im online verfügbaren Content Management System enthalten, das zudem weit bessere Recherchemöglichkeiten bietet als das Register eines gedruckten Buchs bzw. eine einfache Volltextsuche in diesem. Diese Sammlung soll der Wissenschaft neue Möglichkeiten bei der Erforschung des Musikjournalismus um 1800 bieten, auch über unser Kernthema Mozart hinaus.
- Universität Wien - 100%
- Christoph Reuter, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in