Dynamik sprachlichen Wandels in Nordostnigeria
Dynamic of linguistic change in north-eastern Nigeria
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
Afrikanistik,
Linguistik,
Arealtypologie,
Sprachkontakt,
Verkehrssprachen,
Sprachwandel
Das Forschungsprojekt Dynamik sprachlichen Wandels in Nordostnigeria` behandelt Aspekte des durch Kontakt ausgelösten Sprachwandels in Nordostnigeria. Die Beziehungen zwischen den dominanten Languages of Wider Communication` (LWCs) Hausa, Kanuri und Fulfulde zu benachbarten tschadischen Sprachen werden untersucht. In dem Projekt werden sprachliche Merkmale, die in Kontaktsituationen in der betreffenden Region häufig auftreten, identifiziert und analysiert. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage der sprachlichen Universalität von Interesse. Dabei wird an Untersuchungen zur Erforschung von Universalien und neuen globalen Tendenzen des Sprachwandels angeknüpft. Besondere Beachtung finden die Prozesse der Entwicklung neuer grammatikalischer Kategorien. Wir untersuchen dabei die Ursachen und die Systematik der arealen Verbreitung sprachlicher Eigenheiten: Welche Elemente werden häufiger übernommen, welche weniger häufig? Lassen sich kontaktanfällige Phänomene zu sinnvollen Kategorien zusammenfassen? Warum wird aus verschiedenen Kontaktsprachen in unterschiedlichem Umfang entlehnt? Folgende Merkmale werden untersucht: Herausbildung, Position und Ausdruck von Satzgliedern. Die Konzeption von Satzgliedern kann in Einzelsprachen sehr verschieden sein. Jedoch ist zu fragen, ob es für den Satzbau universelle Grundstrukturen gibt. Entstehung und Gebrauch von Koordination und Subordination. Vermutlich sind in vielen Sprachen Einsatzstrukturen das typische Ausgangsmuster, aus dem komplexere Strukturen entwickelt werden. Negationsstrategien. Viele Sprachen besitzen verschiedene Negationsmuster, z.B. einfache und doppelte Negation, direkte Negation der indikativen Modi vs. indirekte Negation der nicht-indikativen Modi, unterschiedliche Negationsmuster in Perfektiv und Imperfektiv. Konzepte von Raum und Zeit. Die Vorstellungen über räumliche und zeitliche Dimensionen variieren von Sprache zu Sprache, können sich aber auch annähern. Es können auch universale Konzeptionen zu Grunde liegen. Resistente und nicht-resistente Kategorien. Manche grammatikalische Kategorien scheinen eher innovativen Erscheinungen offen zu sein als andere, z.B. T(empus)-A(spekt)-M(odus) Systeme, Funktionswörter. Die sich verändernde Dominanz von Sprachen und deren Auswirkung auf Entlehnungsprozesse. In Nordostnigeria lassen sich Einflüsse ehemals dominanter Sprachen in älteren Sprachschichten nachweisen, während heute andere dominante Sprachen Einflüsse ausüben. Die noch erforderlichen Daten werden in Feldforschungen erhoben. In das Projekt sind Wissenschaftler der Universität Maiduguri integriert. Dies ist für den Wissenschaftsaustausch von großer Bedeutung.
Die Sprachenlandschaft in Afrika ist von Faktoren geprägt, die zur sprachlichen Ausformung beigetragen haben. Die Dynamik des ethnischen und sprachlichen Wandels ist in vielen afrikanischen Regionen sichtbar. Dazu gehört die weitere Tschadsee-Region. Hier treffen drei der vier afrikanischen Sprachphyla (Afroasiatisch, Nilosaharanisch, Niger-Kongo) aufeinander. Das führte zu Prozessen des sprachlichen Wandels und Kontakts. Bis in die jüngste Vergangenheit beobachten wir Entwicklungen wie Ausbreitung und Rückzug von Verkehrssprachen, Verlust der Erstsprache und Übernahme einer neuen Sprache, lexikalische und grammatikalische Einflüsse auf andere Sprachen. In dem Projekt wurden die Einflüsse auf die Grammatik der betroffenen Sprachen untersucht. Hier wurde bestätigt, dass der Kontakteinfluss besonders stark in der Syntax ist. Bei besonders intensiven Beziehungen, beobachten wir starke Einflüsse auf der morphologischen Ebene. Insbesondere wurden häufige kontaktbedingte Merkmale untersucht. Hier ist auch die Frage der sprachlichen Universalität von Interesse. Es wurde an Untersuchungen zur Erforschung von Universalien und zu neuen globalen Tendenzen des Sprachwandels angeknüpft. Besondere Beachtung fanden Prozesse der Entwicklung neuer grammatikalischer Kategorien. Wir untersuchten die Ursachen und die Systematik der arealen Verbreitung sprachlicher Eigenheiten: Welche Elemente werden häufiger übernommen, welche weniger häufig? Lassen sich kontaktanfällige Phänomene zu sinnvollen Kategorien zusammenfassen? Warum wird aus verschiedenen Kontaktsprachen in unterschiedlichem Umfang entlehnt? Folgende Merkmale wurden besonders untersucht: Herausbildung, Position und Ausdruck von Satzgliedern. Trotz der in einzelnen Sprachen vorhandenen Unterschiede wurden auch universelle Grundstrukturen sichtbar. Entstehung und Gebrauch von Koordination und Subordination. Ausgehend von typischen Einsatzstrukturen wurden komplexere Strukturen entwickelt. Negationsstrategien. Viele Sprachen in der Untersuchungsregion besitzen komplexe Negationsmuster, z.B. einfache und doppelte Negation, direkte Negation der indikativen Modi vs. indirekte Negation der nicht- indikativen Modi, unterschiedliche Negationsmuster in Perfektiv und Imperfektiv. Resistente und nicht-resistente Kategorien. Manche grammatikalische Kategorien scheinen eher innovativen Erscheinungen offen zu sein als andere, z.B. T(empus)-A(spekt)-M(odus) Systeme, Funktionswörter. Die sich verändernde Dominanz von Sprachen und deren Auswirkung auf Entlehnungsprozesse. In Nordostnigeria lassen sich Einflüsse ehemals dominanter Sprachen in älteren Sprachschichten nachweisen, während heute andere dominante Sprachen Einflüsse ausüben. In dem Projekt arbeiteten wir eng zusammen mit Sprachwissenschaftlern der University of Maiduguri, Nigeria. Die Frage nach linguistischen Konzepten in der Untersuchungsregion und im universalen Kontext bildeten einen wichtigen Bestandteil zum Verstehen sprachlichen Verhaltens.
- Universität Wien - 100%