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Mechanistische Rolle der PKCtheta Thr219 Autophosphorylierung

Mechanistic role of PKCtheta autophosphorylation at Thr219

Gottfried Baier (ORCID: 0000-0002-2085-8325)
  • Grant-DOI 10.55776/P19505
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2007
  • Projektende 31.12.2010
  • Bewilligungssumme 415.417 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%)

Keywords

    Reversible Ser/Thr Phosphorylation, T lymphocytes, T cell responses, Signal Transduction, Protein Kinase C Theta, NF-kappaB/NF-AT/AP-1, IL-2

Abstract Endbericht

Für die klinische Praxis sind die zellulären Vorgänge bei der Aktivierung des Immunsystems von großem Interesse. Ein komplexes Kinasen-Netzwerk reguliert dabei die Feinabstimmung der Immunreaktion. Zur Verbesserung von immunsuppressiven Methoden bedarf es aber neuer und vor allem detailierterer Erkenntnisse über mögliche Eingriffsorte für Medikamente. Nur dann könnte entsprechende Kombinatorik von selektiven Pharmaka für die unterschiedlichen Kinasen eine für T Zellen spezifische und damit weitestgehend nebenwirkungsfreie Immunsuppression bewirken. Eine entscheidende Rolle dabei spielt die Proteinkinase C Familie und hier besonders die PKCtheta. Die genauen molekularen Mechanismen der Signalübertragung in T Zellen in den sich wechselseitig beeinflussenden Steuerungsmechanismus und seine wichtige Rolle bei der Aktivierung des Immunsystems sollen nun genauer aufgeklärt werden. Als der zugrunde liegende molekulare Mechanismus dieses zentralen Signalmoleküls der T Zellaktivierung wurde von uns eine Autoaktivierung (über die Autophoshorylierungstelle (p)Thr-219 in der regulatorischen Domäne von PKCtheta) entschlüsselt. Nur so kann das Aktivierungssignal vom Antigenrezeptor an der Zelloberfläche in den Zellkern weiter geleitet werden und selektiv die Aktivierung zum Beispiel des T-Lymphozyten-Gens für die Produktion des Immunbotenstoffs Interleukin-2 einleiten. Interleukin-2 ist einer der wichtigsten stimulierenden Faktoren für durch T Zellen vermittelte Immunreaktionen. Die Autophosphorylierung von PKCtheta an Thr-219 könnte somit ein neuer "Hauptschalter" für das Anwerfen oder Abdrehen der Produktion von Interleukin-2 sein und sehr gut geeignet sein, um als Angriffspunkt für Arzneimittelsubstanzen zu dienen. Mit modernsten biochemischen, molekularbiologischen und gentechnischen Zugängen soll nun dieses intrinsische Strukturmerkmal der PKCtheta unter physiologischer Stimulation des Antigenrezeptors im Detail untersucht werden. Wichtige Fragen sind dabei, wie (p)Thr-219 für die korrekte Lokalisation von PKCtheta innerhalb der T Zelle und/oder für die zelluläre Funktion von PKCtheta entscheidet. Als zugrunde liegende Arbeitshypothese werden (p)Thr-219 vermittelte Protein:Protein Interaktionen zwischen PKCtheta und anderen Signalwegen untersucht. Zusätzlich soll nach neuen Effektorsignalwegen der PKCtheta gezielt gesucht werden.

Das Immunsystem ist als biologisches Abwehrsystem höherer Lebewesen von essentieller Bedeutung, da es Gewebeschädigungen durch eingedrungene Krankheitserreger verhindert, aber auch bei der Beseitigung von körpereigenen entarteten Zellen - die zu Krebs führen können- eine entscheidende Rolle spielt. In diesem Zusammenhang spielen auch Autoimmunkrankheiten in welchen die Immunzellen den eigenen Körper angreifen und schädigen (Multiple Sklerose oder entzündliche Darmerkrankungen) eine große Rolle. In diesen Funktionsstörungen gerät das Gleichgewicht zwischen den regulatorischen- und den Effektor-T-Zellen des Immunsystems aus dem Lot. Um die Physiologie und Pathophysiologie des Immunsystems verstehen zu können, ist es unabdingbar, die molekularen Mechanismen, die der Einleitung, Unterhaltung und Beendigung einer Immunantwort zu Grunde liegen, aufzuklären. Die Entschlüsselung dieser zellulären Aktivierungsprozesse liefert den Schlüssel, Störungen des Immunsystems zu verstehen und, was noch wichtiger erscheint, in der Zukunft besser therapieren zu können. Die Arbeitsgruppe von Gottfried Baier befasst sich mit der Aufklärung der molekularen Mechanismen des signalübertragenden Netzwerks in T-Lymphozyten. Hierzu werden moderne biochemische, molekularbiologische und gentechnische Zugänge gewählt, unter anderem die Generierung von Knockout-, Knockin- und transgenen Mäusen. Unsere Arbeiten innerhalb dieses Projekts konzentrierten sich auf die physiologischen und nicht-redundanten Funktionen der PKC Genprodukte in besonders T Zellen. Neben einer von uns hier etablierten essentiellen Rolle von PKCtheta als Regulator des T Zell-Schicksals wurden auch alle anderen PKC Isotypes, PKCalpha und PKCbeta mit Hilfe von mausegenetischen Studien untersucht, die ebenso essentiell sind. Zusätzlich wurden die zelluläre Regulation, die Effektorsignalwege sowie die physiologische Funktionen dieser kritischen PKC Isotypen in T-Zellen im Detail erforscht.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Michael Leitges, University of Oslo - Norwegen

Research Output

  • 560 Zitationen
  • 9 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Involvement of distinct PKC gene products in T cell functions
    DOI 10.3389/fimmu.2012.00220
    Typ Journal Article
    Autor Pfeifhofer-Obermair C
    Journal Frontiers in Immunology
    Seiten 220
    Link Publikation
  • 2010
    Titel NFAT pulls the strings during CD4+ T helper cell effector functions
    DOI 10.1182/blood-2009-10-233585
    Typ Journal Article
    Autor Hermann-Kleiter N
    Journal Blood
    Seiten 2989-2997
    Link Publikation
  • 2009
    Titel PKC? cooperates with PKCa in alloimmune responses of T cells in vivo
    DOI 10.1016/j.molimm.2009.02.030
    Typ Journal Article
    Autor Gruber T
    Journal Molecular Immunology
    Seiten 2071-2079
  • 2009
    Titel PKC inhibitors: potential in T cell-dependent immune diseases
    DOI 10.1016/j.ceb.2008.12.008
    Typ Journal Article
    Autor Baier G
    Journal Current Opinion in Cell Biology
    Seiten 262-267
  • 2009
    Titel PKC? and Itk functionally interact during primary mouse CD3+ T cell activation
    DOI 10.1016/j.imlet.2009.07.014
    Typ Journal Article
    Autor Thuille N
    Journal Immunology Letters
    Seiten 54-59
  • 2009
    Titel PKC-? Modulates the Strength of T Cell Responses by Targeting Cbl-b for Ubiquitination and Degradation
    DOI 10.1126/scisignal.2000046
    Typ Journal Article
    Autor Gruber T
    Journal Science Signaling
  • 2008
    Titel The Nuclear Orphan Receptor NR2F6 Suppresses Lymphocyte Activation and T Helper 17-Dependent Autoimmunity
    DOI 10.1016/j.immuni.2008.06.008
    Typ Journal Article
    Autor Hermann-Kleiter N
    Journal Immunity
    Seiten 205-216
    Link Publikation
  • 2008
    Titel PKC-? selectively controls the adhesion-stimulating molecule Rap1
    DOI 10.1182/blood-2007-11-121111
    Typ Journal Article
    Autor Letschka T
    Journal Blood
    Seiten 4617-4627
    Link Publikation
  • 2010
    Titel PKC? is necessary for efficient activation of NF?B, NFAT, and AP-1 during positive selection of thymocytes
    DOI 10.1016/j.imlet.2010.04.008
    Typ Journal Article
    Autor Gruber T
    Journal Immunology Letters
    Seiten 6-11
    Link Publikation

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