Vorläufer der wissenschaftlichen Slawistik: M. W. Schimek
Precursors of scientific Slavonic studies: M. W. Schimek
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (80%)
Keywords
-
Slawische Philologie,
Wissenschaftsgeschichte,
Sprachgeschichte,
Handschriftenedition,
M. V. Simek / M. W. Schimek,
Grammatikforschung
Während der Archivarbeiten für das internationale Forschungsprojekt zum Wiener Anteil am Prozess der tschechischen nationalen Erneuerung wurden auch einige wichtige Handschriften entdeckt. Abgesehen von bislang unveröffentlichen Manuskripten des ersten institutionalisierten Tschechischlehrers in Wien Johann W. Pohl (1720- 1790), die von Prof. T. Berger von der Universität Tübingen im Rahmen des ergänzenden DFG- Kooperationsprojekts "Vorläufer der wissenschaftlichen Slawistik: J. W. Pohl" (BE 2241/1-1) ediert werden, sind besonders die Handschriften von Pohls Kollegen Maximilan W. Schimek (1748-1798) zu erwähnen, einem wichtigen Wegbereiter der tschechischen nationalen Erneuerung in Österreich. Neben bisher unveröffentlichten Briefen, wurden in den Archiven eine mehr als 200 Jahre verschollene Druckvorlage des ersten Bandes von Šimeks vergleichender Grammatik der slawischen Sprachen auf Latein (ca. 120 S.) sowie sein detaillierter Entwurf des zweiten Bandes Slawische Sprachgeschichte ... (36 S.) wieder gefunden. Beide Handschriften stammen aus den frühen 80er Jahren des 18. Jh., entstanden also 40 Jahre vor der Publikation der Institutiones linguae Slavicae dialecti veteris (1822) durch Josef Dobrovsk und zumindest zehn Jahre vor der Veröffentlichung der Bibliotheca Slavica (1795) durch Vclav Fortunt Durych. Erstmals ist es nun möglich, eine klare Vorstellung davon zu bekommen, welches Wissen über die slawischen Sprachen am Ende des 18. Jh. vorhanden war. Deutlich zeigen sich sowohl die Unterschiede zu Dobrovsks späterem wissenschaftlichen Zugang, aber auch organisch gewachsene Ent-wicklungslinien. Schimeks Rolle war dabei die eines Eklektikers. Sein Hauptverdienst lag in der Zusammenfassung des damals vorherrschenden Wissens über die slawischen Sprachen anhand der damaligen Standardwerke, die er reichlich zitiert. Angesichts der Entdeckung dieses neuen Quellenmaterials, wird unser Projekt folgende Ergebnisse zeitigen die kritische Edition des wieder entdeckten lateinischen Manuskripts von Schimeks vergleichender allslawischer Grammatik ins Deutsche sowie die Zusammenstellung aller relevanten Quellen die kritische Edition des wieder entdeckten detaillierten Entwurfs von Schimeks Slawischer Sprachgeschichte ... die kritische Edition aller relevanter, bislang jedoch unpublizierter Korrespondenz von Schimek, u. a. mit dem Görlitzer Juristen und Sorabisten Karl Gottlob Anton die wissenschaftliche Evaluation des zu edierenden Quellenmaterials: a) die Analyse der gefundenen Texte vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Diskurses der damaligen Zeit b) der Vergleich von Schimeks Grammatik und seinem Entwurf einer Sprachgeschichte mit ähnlichen Projekten und Büchern der damaligen Zeit (insb. von Schlözer, Durych, Anton und Dobrovsk) die vollständige und überarbeitete Darstellung von Leben und Werk M. V. Schimeks
Während der Archivarbeiten für das internationale Forschungsprojekt zum Wiener Anteil am Prozess der tschechischen nationalen Erneuerung wurden auch einige wichtige Handschriften entdeckt. Abgesehen von bislang unveröffentlichen Manuskripten des ersten institutionalisierten Tschechischlehrers in Wien Johann W. Pohl (1720- 1790), die von Prof. T. Berger von der Universität Tübingen im Rahmen des ergänzenden DFG- Kooperationsprojekts "Vorläufer der wissenschaftlichen Slawistik: J. W. Pohl" (BE 2241/1-1) ediert werden, sind besonders die Handschriften von Pohls Kollegen Maximilan W. Schimek (1748-1798) zu erwähnen, einem wichtigen Wegbereiter der tschechischen nationalen Erneuerung in Österreich. Neben bisher unveröffentlichten Briefen, wurden in den Archiven eine mehr als 200 Jahre verschollene Druckvorlage des ersten Bandes von Šimeks vergleichender Grammatik der slawischen Sprachen auf Latein (ca. 120 S.) sowie sein detaillierter Entwurf des zweiten Bandes Slawische Sprachgeschichte ... (36 S.) wieder gefunden. Beide Handschriften stammen aus den frühen 80er Jahren des 18. Jh., entstanden also 40 Jahre vor der Publikation der Institutiones linguae Slavicae dialecti veteris (1822) durch Josef Dobrovsk und zumindest zehn Jahre vor der Veröffentlichung der Bibliotheca Slavica (1795) durch Vclav Fortunt Durych. Erstmals ist es nun möglich, eine klare Vorstellung davon zu bekommen, welches Wissen über die slawischen Sprachen am Ende des 18. Jh. vorhanden war. Deutlich zeigen sich sowohl die Unterschiede zu Dobrovsks späterem wissenschaftlichen Zugang, aber auch organisch gewachsene Entwicklungslinien. Schimeks Rolle war dabei die eines Eklektikers. Sein Hauptverdienst lag in der Zusammenfassung des damals vorherrschenden Wissens über die slawischen Sprachen anhand der damaligen Standardwerke, die er reichlich zitiert. Angesichts der Entdeckung dieses neuen Quellenmaterials, wird unser Projekt folgende Ergebnisse zeitigen die kritische Edition des wieder entdeckten lateinischen Manuskripts von Schimeks vergleichender allslawischer Grammatik ins Deutsche sowie die Zusammenstellung aller relevanten Quellen die kritische Edition des wieder entdeckten detaillierten Entwurfs von Schimeks Slawischer Sprachgeschichte ... die kritische Edition aller relevanter, bislang jedoch unpublizierter Korrespondenz von Schimek, u. a. mit dem Görlitzer Juristen und Sorabisten Karl Gottlob Anton die wissenschaftliche Evaluation des zu edierenden Quellenmaterials: a) die Analyse der gefundenen Texte vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Diskurses der damaligen Zeit b) der Vergleich von Schimeks Grammatik und seinem Entwurf einer Sprachgeschichte mit ähnlichen Projekten und Büchern der damaligen Zeit (insb. von Schlözer, Durych, Anton und Dobrovsk) die vollständige und überarbeitete Darstellung von Leben und Werk M. V. Schimeks
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