Katalog der Handschriften des Innsbrucker Servitenklosters
Catalogue of Manuscripts of the Innsbruck Servite Monastery
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (90%)
Keywords
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Handschriftenkatalog,
Mediävistik,
Serviten,
Kodikologie
Handschriftenkatalogisierung kann man als die geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung par excellence ansehen, da die durch die Katalogisierung gewonnenen Erkenntnisse Grundlagen für Untersuchungen in verschiedenen Disziplinen bieten, von Theologie über verschiedene Philologien, Kunstgeschichte und verschiedene Zweige der Geschichtsforschung bis zu den Cultural Studies oder Gender Studies. Das Ziel des Projekts ist die Katalogisierung von 43 Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts aus den Beständen des Innsbrucker Servitenklosters. Das Projekt übernimmt die Methodik der Handschriftenerschließung gemäß den Richtlinien der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Richtlinien und Terminologie für die Handschriftenbeschreibung, in: O. Mazal [Hg.]: Handschriftenbeschreibung in Österreich [Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe II, Bd. 1], Wien 1975, 133-158), welche den höchsten fachlichen Ansprüchen genügen und den verschiedenen an den Handschriften interessierten Disziplinen eine Fülle an Informationen bieten.
Die Bibliothek des 1616 gegründeten Innsbrucker Servitenklosters enthält heute noch ca. 380 gebundene und ca. 100 ungebundene Handschriften. Darunter befinden sich auch 40 Handschriften aus dem 15. und 16. Jh., welche in diesem Projekt gemäß den Richtlinien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften katalogisiert wurden. Gerade die Handschriften des 15. und 16. Jh. sind von großem Interesse für die Tiroler Bibliotheksgeschichte, da einige von ihnen aus anderen, teilweise aufgelassenen Tiroler Klosterbibliotheken kommen (je zwei aus der Kartause Schnals und dem Augustiner-Eremitenkloster Rattenberg, je eine aus dem Prämonstratenserstift Wilten, aus dem Zisterzienserstift Stams und aus den Servitenklöstern Volders und Waldrast). Von den 40 Handschriften stammen 22 aus dem 15. und 18 aus dem 16. Jahrhundert. Bei 35 Handschiften ist der Beschreibstoff Papier, bei fünf Pergament. In18 Bänden sind deutschsprachige Texte enthalten, ebenfalls in 18 lateinische. Dazu kommen noch zwei mehrsprachige und zwei italienische Handschriften. 20 Handschriften beinhalten überwiegend theologische Texte, sechs medizinische und naturwissenschaftliche, während sich die Thematik der restlichen Handschriften auf Geschichte, Geographie, Recht, Liturgie, Philosophie, erbauliche Texte und Poesie verteilt.
- Universität Innsbruck - 100%