Identitätsmanagement der Deutschen/Ungarn in SO-Mitteleuropa
German & Hungarian´s Identity Management in SE-Central EU
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (50%)
Keywords
-
Identitätsmanagement,
Deutsche Minderheit,
Ungarische Minderheit,
Südostmitteleuropa,
Erinnerungskultur,
Zivilgesellschaft
Die Minderheitenforschung unterschiedlicher Disziplinen bildet eine Art Scharnier zwischen Minderheitenpolitik, Minderheitengesetzgebung und den zivilgesellschaftlichen Minderheitenvertretungen. Sie beschreibt Tendenzen der Vereinheitlichung, der Akkulturation und Assimilation ebenso wie unterschiedliche Formen des Kulturkontakts in multiethnischen, mehrsprachigen Räumen. Dieses Forschungsprojekt fokussiert die deutsch- und ungarischsprachige Minderheit in den Ländern Bosnien und Herzegowina (BiH) Kroatien (CRO), Rumänien (ROM), Serbien und Montenegro (SCG), Slowenien (SLO) und Ungarn (H). Der Forschungsschwerpunkt liegt auf dem jeweiligen Identitätsmanagement (IM) der Deutsch- sowie Ungarischsprachigen: Sowohl wie der/die einzelne Angehörige der Minderheit und das `Wir-Kollektiv` (IM von innen) ihre Identitätskonstruktion zusammensetzen, als auch wie sie von den `anderen` (IM von außen) - der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung, weiteren Minderheiten im Siedlungsraum und nicht zuletzt von `deutschen` und `ungarischen` Institutionen von außerhalb - beeinflusst werden. Der methodische Schwerpunkt dieses Forschungsvorhabens leitet sich aus den historischen Disziplinen Zeitgeschichte und Südosteuropäische Geschichte sowie Ethnologie-Kulturanthropologie und Historische Anthropologie ab. Im Rahmen der Forschungen werden Mikrostudien in folgenden Regionen unternommen: Slowenien, Komitat Baranya (H) (nur Deutsche), Republika Srpska (nur Deutsche) (BiH), Siebenbürgen (ROM), Slawonien (CRO) und Vojvodina (SCG). Die Darstellung des jeweiligen Identitätsmanagements der deutsch- und ungarischsprachigen Minderheit wird noch mit folgenden weiteren thematischen Trabanten, die um diesen zentralen Untersuchungskern kreisen, verknüpft: Die jeweilige Erinnerungskultur und der Umgang mit ihr, einschließlich literarischer Zeugnisse, und die Relevanz von `Orten des Gedächtnisses`, die Rollenzuschreibung von Frauen in und durch Minderheitenvereine; institutionalisierte Minderheitenvertretungen und damit zusammenhängende politisch-rechtliche -, sowie Schul- und Bildungsfragen. Die Einzelergebnisse an Qualität und Intensität des IM werden anschließend einem transnationalen Vergleich unterzogen. Ebenso ist dieses Forschungsprojekt darauf ausgerichtet, ein Netzwerk an Minderheitenforschern und -forscherinnen unterschiedlicher Disziplinen in Südostmitteleuropa aufzubauen, das eine nachhaltige wissenschaftliche Zusammenarbeit in Forschung und Lehre garantieren soll.
- Universität Graz - 100%
- Harald Heppner, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Istvan Horvath, University of Cluj-Napoca - Rumänien
- Biljana Sikimic, Serbische Akademie der Wissenschaften - Serbien
- Oto Luthar, Research Centre of the Slovenian Academy of Sciences and Arts - Slowenien
- Mitja Zagar, University of Ljubljana - Slowenien
- Gabor Vargyas, University of Pécs - Ungarn
- Katharina Wild, University of Pécs - Ungarn
- Gerhard Seewann, Universität Pécs - Ungarn