Lateinische Rombeschreibungen in der Renaissance
Latin Renaissance Rome descriptions
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (65%)
Keywords
-
Rom / Rome,
Stadtplanung / city planning,
Topographie / topography,
Humanismus / humanism,
Stadtbeschreibung / city description
Das Projekt "Lateinische Rombeschreibungen in der Renaissance" soll eine spezielle Kategorie neulateinischer Reiseliteratur behandeln: Topographien der in dieser Zeit - als Bewahrerin von Altertümern - neu erstehenden Stadt Rom. Nachdem zunächst die Linie von mittelalterlichen Pilgerführern oder der sogenannten Mirabilienliteratur zu den ersten ausgesprochen topographischen Arbeiten des 14. Jahrhunderts, die als erste auch das heidnische Rom miteinbezogen, sowie zu den großen Vertretern der Renaissance wie Flavio Biondo gezogen worden ist, soll ein spezieller Schwerpunkt auf die Beschreibungen des 16. Jahrhunderts gelegt werden, wie sie von Andrea Fulvio, Giovanni Bartolomeo Marliani und Jean Jacques Boissard verfasst wurden. Einerseits sollen durch einen Vergleich von Widmungsbriefen, Vorworten und Werkschlüssen das Konzept des jeweiligen Autors und seine intendierten Rezipienten herausgearbeitet werden, was vermutlich Hinweise darauf geben wird, ob sich verschiedene Wellen in der Abfassung von Rombeschreibungen definieren lassen. Andererseits soll ein bis jetzt noch nicht erstellter Vergleich von ausgewählten, thematisch korrelierenden Abschnitten in neuer Herangehensweise aufzeigen, welche (antiken) Quellen benutzt wurden und welches graphische Datenmaterial (Pläne sowie Abbildungen von Denkmälern) die Autoren heranzogen oder sogar (falls dieses noch nicht veröffentlicht war) in seiner Entstehung beeinflussten. Außerdem soll die Bedeutung solcher Rombeschreibungen für die Propaganda der päpstlichen Stadtplanung untersucht werden, wie sie auch im Salzburg der Spätrenaissance oder des frühen Barock, dem "Rom des Nordens", in dem Fall durch die Fürsterzbischöfe wie Wolf Dietrich von Raitenau, betrieben wurde - ein Punkt, der einen weiteren speziellen Schwerpunkt des Projektes darstellt, betreffend die Lokalgeschichte Salzburgs sowie seine mögliche städtebauliche Beeinflussung durch römische Vorbilder. Die beabsichtigte, aus diesem Projekt hervorgehende Publikation soll die Ergebnisse der oben beschriebenen Untersuchungen zusammenfassen, indem sie einen wissenschaftlich neuen, überblickenden Zugang zur Entwicklung, gegenseitigen Beeinflussung und Wirkung der Rombeschreibungen der Renaissance nach außen präsentiert und diese mit einem Kapitel der salzburgischen Barockgeschichte verknüpft, wie es auf diese Weise noch nicht untersucht wurde.
Das Projekt "Lateinische Rombeschreibungen in der Renaissance" soll eine spezielle Kategorie neulateinischer Reiseliteratur behandeln: Topographien der in dieser Zeit - als Bewahrerin von Altertümern - neu erstehenden Stadt Rom. Nachdem zunächst die Linie von mittelalterlichen Pilgerführern oder der sogenannten Mirabilienliteratur zu den ersten ausgesprochen topographischen Arbeiten des 14. Jahrhunderts, die als erste auch das heidnische Rom miteinbezogen, sowie zu den großen Vertretern der Renaissance wie Flavio Biondo gezogen worden ist, soll ein spezieller Schwerpunkt auf die Beschreibungen des 16. Jahrhunderts gelegt werden, wie sie von Andrea Fulvio, Giovanni Bartolomeo Marliani und Jean Jacques Boissard verfasst wurden. Einerseits sollen durch einen Vergleich von Widmungsbriefen, Vorworten und Werkschlüssen das Konzept des jeweiligen Autors und seine intendierten Rezipienten herausgearbeitet werden, was vermutlich Hinweise darauf geben wird, ob sich verschiedene Wellen in der Abfassung von Rombeschreibungen definieren lassen. Andererseits soll ein bis jetzt noch nicht erstellter Vergleich von ausgewählten, thematisch korrelierenden Abschnitten in neuer Herangehensweise aufzeigen, welche (antiken) Quellen benutzt wurden und welches graphische Datenmaterial (Pläne sowie Abbildungen von Denkmälern) die Autoren heranzogen oder sogar (falls dieses noch nicht veröffentlicht war) in seiner Entstehung beeinflussten. Außerdem soll die Bedeutung solcher Rombeschreibungen für die Propaganda der päpstlichen Stadtplanung untersucht werden, wie sie auch im Salzburg der Spätrenaissance oder des frühen Barock, dem "Rom des Nordens", in dem Fall durch die Fürsterzbischöfe wie Wolf Dietrich von Raitenau, betrieben wurde - ein Punkt, der einen weiteren speziellen Schwerpunkt des Projektes darstellt, betreffend die Lokalgeschichte Salzburgs sowie seine mögliche städtebauliche Beeinflussung durch römische Vorbilder. Die beabsichtigte, aus diesem Projekt hervorgehende Publikation soll die Ergebnisse der oben beschriebenen Untersuchungen zusammenfassen, indem sie einen wissenschaftlich neuen, überblickenden Zugang zur Entwicklung, gegenseitigen Beeinflussung und Wirkung der Rombeschreibungen der Renaissance nach außen präsentiert und diese mit einem Kapitel der salzburgischen Barockgeschichte verknüpft, wie es auf diese Weise noch nicht untersucht wurde.
- Universität Salzburg - 100%