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Mathematische Modelle und Charakterisierung von BioFETs

Mathematical Models and Characterization of BioFETs

Clemens Heitzinger (ORCID: 0000-0003-1613-5164)
  • Grant-DOI 10.55776/P20871
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2009
  • Projektende 31.10.2012
  • Bewilligungssumme 318.024 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Mathematik (65%); Physik, Astronomie (35%)

Keywords

    BioFET, Feldeffekt-Biosensor, Angewandte Mathematik, Simulation, Fourier-Transformations-IR-Spektroskopie

Abstract Endbericht

Ziel des Projekts ist die Modellierung, Simulation und Charakterisierung von BioFETs (biologisch aktiven Feldeffekttransistoren). BioFETs sind Biosensoren, deren Meßfühler aus einem Halbleiter bestehen. Wenn Biomoleküle, die detektiert werden soll, an die biofunktionalisierte Oberfläche binden, ändert sich die Ladungsverteilung an der Oberfläche und daher wird auch die Leitfähigkeit des Halbleiter-Meßfühlers moduliert. Die kleinen Änderungen der Leitfähigkeit ermöglichen die Detektion der Biomoleküle durch einen Feldeffekt. BioFETs wurden vor wenigen Jahren auf Basis der herkömmlichen MOSFET-Struktur hergestellt und vor kurzem auch auf Basis von Siliziumnanodrähten. Die Vorteile von BioFETs sind die direkte, markierungsfreie, kontinuierliche, äußerst selektive und empfindliche Detektion (beinahe) in Echtzeit. Im Gegensatz zu optischen Methoden funktionieren die Sensoren ohne vorhergehende Markierung des Analyts und es ist möglich, den Meßfühler und die Signalverarbeitung in einen Schaltkreis zu integrieren. Da keine Markierung des Analyts notwendig ist, wird erwartet, daß schnellere und billigere Sensoren entwickelt werden. Das Konzept der BioFETs ist auch ein sehr allgemeines, da der Sensor mit Hilfe (monoklonaler) Antikörper selektiv für beliebige Arten von Biomolekülen gemacht werden kann. Deswegen gibt es eine Vielzahl von Anwendungen zum Beispiel in der Vorsorgemedizin. In diesem Projekt werden Siliziumoxid- und Germaniumoxidschichten funktionalisiert um als Biosensoren zu agieren und sie werde mit einer spektroskopischen Methode charakterisiert. Mit FTIR (Fourier-Transformations- IR) Spektroskopie werden Daten über die Dichte und Orientierung von Biomolekülen in Grenzschichten gesammelt werden. Die Charakterisierung von biofunktionalisierten Schichten ist selbst von großem Interesse und liefert die Daten um quantitative Theorien zu überprüfen. Eine Theorie des Funktionierens der Bauteile wird aufbauend auf neuen Vielskalenmodellen entwickelt werden, und ein quantitatives Verständnis der Biosensoren wird durch Simulationen gelingen. Eine Herausforderung sind die verschiedenen Längenskalen in BioFETs, die von wenigen Ångström (der Ladungsverteilung in Biomolekülen an der Oberfläche) bis zu mehreren Mikrometern (der Größe der Sensoroberfläche) reichen. Unsere Modelle und Simulatoren werden uns erlauben, die Physik der Sensoren durch eine selbstkonsistente Beschreibung aller Ladungen im System zu verstehen.

Dieses Projekt hat zwei wichtige Resultate hervorgebracht: Zum einen haben wir mathematische Modelle für die Simulation und das theoretische Verständnis von Nanodrahtfeldeffektsensoren entwickelt; zum anderen haben wir die Funktionalisierung von Siliziumoxidoberächen mit Biomolekülen für die Verwendungen in Sensoren charakterisiert und optimiert. Die Bauelemente, die in diesem Projekt untersucht wurden, sind Nanodraht-Feldeffekt Sensoren. Sie wurden vor wenigen Jahren experimentell realisiert, aber ihr theoretisches Verständnis fehlte. Basierend auf Siliziumnanodrähten sind diese Bauelement hoch miniaturisiert und ermöglichen hohe Sensitivität. Nach geeigneter Funktionalisierung können DNA- und RNA- Oligomere und alle Arten von Proteinen und Antigenen wie Tumormarker detektiert werden. Daher gibt es eine Vielzahl von Anwendungen in der Biotechnologie und im klinischen Bereich, wann auch immer Biomoleküle in einer Flüssigkeit detektiert werden müssen. Die Nanodrahtsensoren sind funktionelle Bauelemente und ihre physikbasierte Simulation verlangt die Modellierung verschiedener Aspekte auf eine selbstkonsistente Art und Weise. Ein anderer mathematischer Aspekt inhärent in diesen Sensoren ist das Mehrskalenproblem, das von den verschiedenen Längenskalen der Biomoleküle und der ganzen Sensoren stammt. Für die numerische Simulation von Nanodrahtfeldeffektsensoren haben wir ein Modell entwickelt, das aus einem System von partiellen Differentialgleichungen nach Homogenisierung der schnellen Oszillationen an der Sensoroberäche auf Grund der Biomoleküle besteht. Wir haben Existenz, lokale Eindeutigkeit und Glattheit der Lösung gezeigt. Wir haben auch einen Monte-Carlo-Algorithmus für die Quantizierung des elektrostatischen Abschirmungseffekts um geladene Biomoleküle entwickelt, der entscheidend für den Detektionsmechanismus ist. Weiters haben wir einen parallelen Algorithmus für das Gleichungssystem entwickelt und implementiert. Aufbauend auf diese Resultate haben wir einen dreidimensionalen, selbstkonsistenten und parallelen Simulator für Nanodrahtsensoren implementiert. Unsere Simulationsresultate zeigen ausgezeichnete Übereinstimmung mit Messungen aus der Literatur und solchen, die wir vom führenden Experimentator auf diesem Gebiet erhielten. Unsere Modelle und Simulatoren machen es möglich, diese neue Sensortechnologie zu verstehen, zu entwerfen und zu optimieren. Ein wichtiges experimentelles Resultat ist die Funktionalisierung von Sensoroberächen mit Antikörpern für die selektive Bindung von Analytmolekülen so nah wie möglich am Messfühler. MitHilfe von Fourier-Transformations-Infrarotspektrometrie und Siliziumelementen konnten wir zum ersten Mal die Bindung von Linker- und Sondenmolekülen an der Sensoroberäche beobachten. In-situ-Messungen ermöglichten uns auch, Funktionalisierungsprotokolle zu optimieren und die Dichte von Sondenmolekülen an der Sensoroberäche zu bestimmen, die ein wichtiger Designparameter ist.

Forschungsstätte(n)
  • Wolfgang Pauli Institut - 73%
  • Universität Wien - 27%
Nationale Projektbeteiligte
  • Dieter Baurecht, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in

Research Output

  • 200 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2010
    Titel Multiscale Modeling of Planar and Nanowire Field-Effect Biosensors
    DOI 10.1137/080725027
    Typ Journal Article
    Autor Heitzinger C
    Journal SIAM Journal on Applied Mathematics
    Seiten 1634-1654
  • 2010
    Titel Calculation of Fluctuations in Boundary Layers of Nanowire Field-Effect Biosensors
    DOI 10.1166/jctn.2010.1644
    Typ Journal Article
    Autor Heitzinger C
    Journal Journal of Computational and Theoretical Nanoscience
    Seiten 2574-2580
  • 2014
    Titel Multiscale modeling of fluctuations in stochastic elliptic PDE models of nanosensors
    DOI 10.4310/cms.2014.v12.n3.a1
    Typ Journal Article
    Autor Heitzinger C
    Journal Communications in Mathematical Sciences
    Seiten 401-421
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Inverse Modeling of CO Reactions at SnO2 Nanowire Surfaces for Selective Detection
    DOI 10.1016/j.proeng.2012.09.270
    Typ Journal Article
    Autor Tulzer G
    Journal Procedia Engineering
    Seiten 809-812
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Existence and local uniqueness for 3D self-consistent multiscale models of field-effect sensors
    DOI 10.4310/cms.2012.v10.n2.a13
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner S
    Journal Communications in Mathematical Sciences
    Seiten 693-716
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Modeling and simulation of nanowire based field-effect biosensors.
    Typ Book Chapter
    Autor Baumgartner S
  • 2013
    Titel Predictive simulations and optimization of nanowire field-effect PSA sensors including screening
    DOI 10.1088/0957-4484/24/22/225503
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner S
    Journal Nanotechnology
    Seiten 225503
  • 2012
    Titel Determination of surface concentrations of individual molecule-layers used in nanoscale biosensors by in situ ATR-FTIR spectroscopy
    DOI 10.1039/c2nr12038k
    Typ Journal Article
    Autor Punzet M
    Journal Nanoscale
    Seiten 2431-2438
  • 2011
    Titel Optimization of nanowire DNA sensor sensitivity using self-consistent simulation
    DOI 10.1088/0957-4484/22/42/425503
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner S
    Journal Nanotechnology
    Seiten 425503
  • 2011
    Titel Analysis of Field-Effect Biosensors using Self-Consistent 3D Drift-Diffusion and Monte-Carlo Simulations
    DOI 10.1016/j.proeng.2011.12.101
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner S
    Journal Procedia Engineering
    Seiten 407-410
    Link Publikation
  • 2013
    Titel A one-level FETI method for the drift–diffusion-Poisson system with discontinuities at an interface
    DOI 10.1016/j.jcp.2013.02.043
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner S
    Journal Journal of Computational Physics
    Seiten 74-86
  • 2011
    Titel An algorithm for three-dimensional Monte-Carlo simulation of charge distribution at biofunctionalized surfaces
    DOI 10.1039/c0nr00791a
    Typ Journal Article
    Autor Bulyha A
    Journal Nanoscale
    Seiten 1608-1617
  • 2011
    Titel A transport equation for confined structures derived from the Boltzmann equation
    DOI 10.4310/cms.2011.v9.n3.a8
    Typ Journal Article
    Autor Heitzinger C
    Journal Communications in Mathematical Sciences
    Seiten 829-857
    Link Publikation

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