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Protozoennachweis mit in situ Hybridisierung

Identification of protozoa by in situ hybridization

Herbert Weissenböck (ORCID: 0000-0001-8197-6379)
  • Grant-DOI 10.55776/P20926
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2008
  • Projektende 31.03.2011
  • Bewilligungssumme 206.850 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (34%); Veterinärmedizin (66%)

Keywords

    In Situ Hybridization, Animals, Protozoa, Paraffin Embedded Tissue Samples

Abstract Endbericht

Protozoäre Krankheiten sowie Krankheiten die durch morphologisch ähnliche Organismen verursacht sind, die phylogenetisch zu den Pilzen oder Algen gehören, kommen bei Tieren häufig vor. Vorliegendes Projekt zielt auf eine Verbesserung der Methoden zum Nachweis solcher Organismen in Paraffin-eingebetteten Geweben ab. Diese histopathologische Standardtechnik erlaubt neben der Herstellung von Schnittpräparaten auch die Langzeitlagerung von Probenmaterial. Vor allem bestimmte Protozoen der Stämme Parabasala, Metamonada, Amoebozoa und Alveolata, so wie einige den Pilzen oder Algen zugeordneten Pathogene sind mit Standardfärbetechniken schwierig zu diagnostizieren. Dies ist vor allem auf uncharakteristische Morphologie oder ausgesprochene Kleinheit zurückzuführen, wodurch diese Erreger sich häufig nicht gut von Gewebestrukturen abheben. Zusätzlich ist es so nicht möglich, pathogene Vertreter von morphologisch ähnlichen Symbionten ohne krankmachende Eigenschaften zu unterscheiden. Zur spezifischen Identifikation von Protozoen in Geweben werden häufig Methoden wie Immunhistochemie oder PCR eingesetzt. Die Immunhistochemie ist von qualitativ hochwertigen Antikörpern abhängig; solche stehen jedoch für eine Reihe von Pathogenen mit überwiegend veterinärmedizinischer edeutung nicht zur Verfügung. Mit der PCR werden molekulare Signale detektiert, die aber nicht mit Gewebslokalisationen oder pathologischen Veränderungen korreliert werden können. Wir schlagen die Anwendung der chromogenen in situ Hybridisierung (ISH) als ein neues Hilfsmittel für die Identifikation von Protozoen in Gewebsschnitten vor. Als Gensonden setzen wir auf Digoxigenin-markierte Oligonukleotide. Die Vorteile solcher Sonden im Vergleich mit anderen spezifischen Detektionssystemen, wie etwa Antikörper, sind (1) hohe Flexibilität im Design - praktisch jede Nukleotid-Sequenz ist möglich, (2) rasche und kostengünstige Synthese durch zahlreiche Biotechnologie-Firmen, und (3), dass die immunhistochemische Detektion der Digoxigeninmoleküle ein dauerhaftes Farbsignal generiert, welches auch Monate und Jahre nach der Reaktion re-analysiert werden kann. Die ISH selbst hat im Vergleich mit reinen molekularen Detektionsmethoden, wie PCR, den enormen Vorteil, dass spezifische Erregerdetektion mit gleichzeitiger Beurteilung der Gewebsmorphologie kombiniert wird. Das ist eine notwendige Grundvoraussetzung für das Abschätzen der pathogenen Bedeutung von Protozoen, die mit dieser Technik eindeutig mit durch sie induzierten Gewebsläsionen korreliert werden können. Im Rahmen dieses Projekts wollen wir evaluieren, ob Sonden, die zur Hybridisierung mit protozoärer ribosomaler RNA designed wurden, in der praktischen Anwendung in der Lage sind, Protozoen auf unterschiedlichen hierarchischen Levels, wie Spezies, Genus, Familie, oder eventuell höher, zu identifizieren. Während vielfach die Speziesidentifikation von Erregern angestrebt wird, ist im diagnostischen Umfeld häufig eine schrittweise Vorgangsweise günstiger, wo eine Zuordnung zu einer bestimmten Familie oder einem bestimmten Genus erst den Weg zu einer Speziesidentifikation ebnet. Dieses Ziel soll durch rigorose Tests der synthetisierten Sonden an definierten Referenzproben erreicht werden. Im speziellen und mehr angewandten Teil des Projekts wird überprüft, ob ausgewählte Protozoen und andere Organismen in routinemäßig eingebetteten und archivierten Gewebeproben bestimmter Tiergruppen mit bestimmten Krankheitsbildern nachweisbar sind. Wir konzentrieren uns auf ausgewählte Protozoen und andere Organismen mit veterinärmedizinischer Bedeutung, welche sich teils durch zoonotisches Potenzial auszeichnen, wie Trichomonaden, Giardia spp., Hexamita spp., Entamoeba spp., Leishmania spp., Plasmodiidae, Pneumocystis spp. und Prototheca spp. Unsere Hypothese ist, dass Infektionen mit einigen dieser Organismen unterbewertet werden, weil sie mit den gegenwärtig geübten Routineuntersuchungen übersehen werden und mitunter durch sie verursachte Gewebsläsionen nicht der Aktivität dieser Erreger zugeschrieben werden. Die längerfristige Vision, für welche vorliegendes Projekt als erster Schritt gelten kann, ist der Aufbau einer modularen "Toolbox" mit zahlreichen rigoros validierten Sonden, welche eine Identifikation aller in Mitteleuropa relevanten Protozoen ermöglichen sollten. Wir meinen, dass dieses Konzept, welches zunächst einmal Erreger von veterinärmedizinischer Bedeutung im Visier hat, auch breite Anwendung in der experimentellen und Human- Protozoologie finden könnte.

Protozoäre Krankheiten sowie Krankheiten die durch morphologisch ähnliche Organismen verursacht sind, die phylogenetisch zu den Pilzen oder Algen gehören, kommen bei Tieren häufig vor. Vorliegendes Projekt zielt auf eine Verbesserung der Methoden zum Nachweis solcher Organismen in Paraffin-eingebetteten Geweben ab. Diese histopathologische Standardtechnik erlaubt neben der Herstellung von Schnittpräparaten auch die Langzeitlagerung von Probenmaterial. Vor allem bestimmte Protozoen der Stämme Parabasala, Metamonada, Amoebozoa und Alveolata, so wie einige den Pilzen oder Algen zugeordneten Pathogene sind mit Standardfärbetechniken schwierig zu diagnostizieren. Dies ist vor allem auf uncharakteristische Morphologie oder ausgesprochene Kleinheit zurückzuführen, wodurch diese Erreger sich häufig nicht gut von Gewebestrukturen abheben. Zusätzlich ist es so nicht möglich, pathogene Vertreter von morphologisch ähnlichen Symbionten ohne krankmachende Eigenschaften zu unterscheiden. Zur spezifischen Identifikation von Protozoen in Geweben werden häufig Methoden wie Immunhistochemie oder PCR eingesetzt. Die Immunhistochemie ist von qualitativ hochwertigen Antikörpern abhängig; solche stehen jedoch für eine Reihe von Pathogenen mit überwiegend veterinärmedizinischer Bedeutung nicht zur Verfügung. Mit der PCR werden molekulare Signale detektiert, die aber nicht mit Gewebslokalisationen oder pathologischen Veränderungen korreliert werden können. Wir schlagen die Anwendung der chromogenen in situ Hybridisierung (ISH) als ein neues Hilfsmittel für die Identifikation von Protozoen in Gewebsschnitten vor. Als Gensonden setzen wir auf Digoxigenin-markierte Oligonukleotide. Die Vorteile solcher Sonden im Vergleich mit anderen spezifischen Detektionssystemen, wie etwa Antikörper, sind (1) hohe Flexibilität im Design - praktisch jede Nukleotid-Sequenz ist möglich, (2) rasche und kostengünstige Synthese durch zahlreiche Biotechnologie-Firmen, und (3), dass die immunhistochemische Detektion der Digoxigeninmoleküle ein dauerhaftes Farbsignal generiert, welches auch Monate und Jahre nach der Reaktion re-analysiert werden kann. Die ISH selbst hat im Vergleich mit reinen molekularen Detektionsmethoden, wie PCR, den enormen Vorteil, dass spezifische Erregerdetektion mit gleichzeitiger Beurteilung der Gewebsmorphologie kombiniert wird. Das ist eine notwendige Grundvoraussetzung für das Abschätzen der pathogenen Bedeutung von Protozoen, die mit dieser Technik eindeutig mit durch sie induzierten Gewebsläsionen korreliert werden können. Im Rahmen dieses Projekts wollen wir evaluieren, ob Sonden, die zur Hybridisierung mit protozoärer ribosomaler RNA designed wurden, in der praktischen Anwendung in der Lage sind, Protozoen auf unterschiedlichen hierarchischen Levels, wie Spezies, Genus, Familie, oder eventuell höher, zu identifizieren. Während vielfach die Speziesidentifikation von Erregern angestrebt wird, ist im diagnostischen Umfeld häufig eine schrittweise Vorgangsweise günstiger, wo eine Zuordnung zu einer bestimmten Familie oder einem bestimmten Genus erst den Weg zu einer Speziesidentifikation ebnet. Dieses Ziel soll durch rigorose Tests der synthetisierten Sonden an definierten Referenzproben erreicht werden. Im speziellen und mehr angewandten Teil des Projekts wird überprüft, ob ausgewählte Protozoen und andere Organismen in routinemäßig eingebetteten und archivierten Gewebeproben bestimmter Tiergruppen mit bestimmten Krankheitsbildern nachweisbar sind. Wir konzentrieren uns auf ausgewählte Protozoen und andere Organismen mit veterinärmedizinischer Bedeutung, welche sich teils durch zoonotisches Potenzial auszeichnen, wie Trichomonaden, Giardia spp., Hexamita spp., Entamoeba spp., Leishmania spp., Plasmodiidae, Pneumocystis spp. und Prototheca spp. Unsere Hypothese ist, dass Infektionen mit einigen dieser Organismen unterbewertet werden, weil sie mit den gegenwärtig geübten Routineuntersuchungen übersehen werden und mitunter durch sie verursachte Gewebsläsionen nicht der Aktivität dieser Erreger zugeschrieben werden. Die längerfristige Vision, für welche vorliegendes Projekt als erster Schritt gelten kann, ist der Aufbau einer modularen "Toolbox" mit zahlreichen rigoros validierten Sonden, welche eine Identifikation aller in Mitteleuropa relevanten Protozoen ermöglichen sollten. Wir meinen, dass dieses Konzept, welches zunächst einmal Erreger von veterinärmedizinischer Bedeutung im Visier hat, auch breite Anwendung in der experimentellen und Human- Protozoologie finden könnte.

Forschungsstätte(n)
  • Veterinärmedizinische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 216 Zitationen
  • 12 Publikationen
Publikationen
  • 2011
    Titel In situ hybridisation for the detection of Leishmania species in paraffin wax-embedded canine tissues using a digoxigenin-labelled oligonucleotide probe
    DOI 10.1136/vr.d5462
    Typ Journal Article
    Autor Dinhopl N
    Journal Veterinary Record
    Seiten 525-525
    Link Publikation
  • 2010
    Titel First report of typhlitis/typhlohepatitis caused by Tetratrichomonas gallinarum in three duck species
    DOI 10.1080/03079457.2010.518137
    Typ Journal Article
    Autor Richter B
    Journal Avian Pathology
    Seiten 499-503
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Investigations on the prevalence and potential pathogenicity of intestinal trichomonads in pigs using in situ hybridization
    DOI 10.1016/j.vetpar.2010.12.022
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Veterinary Parasitology
    Seiten 58-63
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Application of In-situ Hybridization for the Detection and Identification of Avian Malaria Parasites in Paraffin Wax-embedded Tissues from Captive Penguins
    DOI 10.1016/j.jcpa.2010.09.120
    Typ Journal Article
    Autor Dinhopl N
    Journal Journal of Comparative Pathology
    Seiten 350
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Design and validation of an oligonucleotide probe for the detection of protozoa from the order Trichomonadida using chromogenic in situ hybridization
    DOI 10.1016/j.vetpar.2010.03.022
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Veterinary Parasitology
    Seiten 1-6
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Development of a chromogenic in situ hybridization for Giardia duodenalis and its application in canine, feline, and porcine intestinal tissues samples
    DOI 10.1177/1040638711404151
    Typ Journal Article
    Autor Weissenböck H
    Journal Journal of Veterinary Diagnostic Investigation
    Seiten 486-491
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Application of in-situ hybridization for the detection and identification of avian malaria parasites in paraffin wax-embedded tissues from captive penguins
    DOI 10.1080/03079457.2011.569533
    Typ Journal Article
    Autor Dinhopl N
    Journal Avian Pathology
    Seiten 315-320
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Detection of Tritrichomonas foetus and Pentatrichomonas hominis in intestinal tissue specimens of cats by chromogenic in situ hybridization
    DOI 10.1016/j.vetpar.2011.07.050
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Veterinary Parasitology
    Seiten 209-214
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Influence of prolonged formalin fixation of tissue samples on the sensitivity of chromogenic in situ hybridization
    DOI 10.1177/1040638711425584
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Journal of Veterinary Diagnostic Investigation
    Seiten 1212-1216
    Link Publikation
  • 2011
    Titel First evidence of previously undescribed trichomonad species in the intestine of pigs?
    DOI 10.1016/j.vetpar.2011.10.029
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Veterinary Parasitology
    Seiten 86-90
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Identification of a putatively novel trichomonad species in the intestine of a common quail (Coturnix coturnix)
    DOI 10.1016/j.vetpar.2011.07.036
    Typ Journal Article
    Autor Mostegl M
    Journal Veterinary Parasitology
    Seiten 369-372
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Detection of Pneumocystis infections by in situ hybridization in lung samples of Austrian pigs with interstitial pneumonia
    DOI 10.3109/13693786.2013.809631
    Typ Journal Article
    Autor Binanti D
    Journal Sabouraudia
    Seiten 194-201
    Link Publikation

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