Regesten zur Geschichte der Juden in Süd- und Westösterreich
Documents on Jewish History in Southern and Western Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (85%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
-
Collection of sources,
Late middle ages (1366-1386),
Jewish history,
Austrian history,
Economic and social history,
Charters
Für den österreichischen Raum ist eine große Zahl an Quellen zur Geschichte der Juden im Mittelalter überliefert. Aus diesem Grund wurde am Institut für Geschichte der Juden in Österreich eine Publikation dieses umfangreichen Quellenmaterials in Regestenform in Angriff genommen. Im Zuge der beiden FWF-Projekte P 15638-G08 und P 18453-G08 wurden die Quellen zur jüdischen Geschichte für das österreichische Bundesgebiet bis 1365 aufgearbeitet. Im Rahmen des Projekts "Regesten zur Geschichte der Juden in Süd- und Westösterreich" soll diese Arbeit für die heutigen Bundesländer Steiermark (unter Einbeziehung der ehemaligen Untersteiermark), Kärnten, Tirol, Salzburg und Vorarlberg für den Zeitraum von 1366 bis 1386 fortgesetzt werden. Nach dem Auswahlkriterium des Judenbezugs werden urkundliche, historiographische und literarische Quellen gesammelt und nach wissenschaftlichen Kriterien aufbereitet, wobei sich unter dem Material zahlreiche unpublizierte oder bislang nicht unter dem Aspekt des Judenbezuges behandelte Texte befinden. Die Sammlungstätigkeit erstreckt sich auf Archive im In- und Ausland sowie die Erfassung des bereits an anderer Stelle publizierten Materials. Die Publikation soll in Form von chronologisch gereihten Regesten geschehen; durch ausführliche Kommentare, die dem jeweiligen Stück beigegeben sind, sowie durch einen umfassenden Index sollen die Quellentexte auch inhaltlich erschlossen werden. Die Geschichte der Juden in den durch das Projekt abgedeckten Gebieten ist für den angesprochenen Zeitraum im Detail noch weitgehend unerforscht. Dabei ist es für die Erforschung dieses Zeitabschnitts unerlässlich, Studien zur Geschichte der Juden auf dem gesamten Quellenmaterials zu basieren, vor allem der derzeit weitgehend unpublizierten Menge der Geschäftsurkunden. Dadurch lassen sich genauere Erkenntnisse über die herrscherliche Judenpolitik (sowohl der Herzöge Albrecht III. und Leopold III. als auch der zahlreichen "kleineren" Obrigkeiten vor allem in Kärnten und Vorarlberg) gewinnen, die in einem Zeitraum, in der die Juden von offener Verfolgung relativ frei waren, immer mehr auf wirtschaftliche Ausbeutung abzielte. Darüber hinaus kann anhand des Materials die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Situation der Juden in diesem Zeitraum sowie ihre Interaktion mit dem christlichen Umfeld erforscht werden.
Österreich besitzt eine bemerkenswert reichhaltige Überlieferung an Quellen zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über die Interaktionen mit der christlichen Umwelt. Aus diesem Grund wurde am Institut für jüdische Geschichte Österreich eine Publikation dieses umfangreichen Quellenmaterials in Regestenform in Angriff genommen. Im Zuge der Vorgängerprojekte wurden die Quellen zur jüdischen Geschichte für das österreichische Bundesgebiet bis 1365 aufgearbeitet. Im Rahmen des Projekts P 21237-G18 "Regesten zur Geschichte der Juden in Süd- und Westösterreich" wurde diese Arbeit für die heutigen Bundesländer Steiermark (unter Einbeziehung der ehemaligen Untersteiermark), Kärnten, Tirol, Salzburg und Vorarlberg für den Zeitraum von 1366 bis 1386 fortgesetzt und das Material für die Manuskripterstellung des diese Jahre umfassenden, dritten Bandes der Regestenreihe vorbereitet. Nach dem Auswahlkriterium des Judenbezuges sowie des Bezugs auf die historischen Länder des heutigen Süd- und Westösterreich wurden urkundliche, historiographische und literarische Quellen gesammelt und nach wissenschaftlichen Kriterien aufbereitet, wobei der überwiegende Teil des Materials aus unpublizierten oder bislang nicht unter dem Aspekt des Judenbezuges behandelten Texte besteht. Die Sammlungstätigkeit erstreckte sich auf Archive im In- und Ausland sowie die Erfassung des bereits an anderer Stelle publizierten Materials. Die Bearbeitung erfolgte in Form von chronologisch gereihten Regesten; durch wissenschaftliche Kommentare, die dem jeweiligen Stück beigegeben wurden, sowie durch einen umfassenden Index wurden die Quellentexte auch inhaltlich erschlossen, wobei der Schwerpunkt der Kommentierung dem Thema entsprechend auf die in den Texten erwähnten Juden gelegt wurde. Die im Rahmen des Projekts erstellte Quellensammlung bietet, vor allem in Kombination mit den Ergebnissen des Projekts P 21236-G18 (Regesten zur Geschichte der Juden in Ostösterreich), eine unabdingbare Grundlage für eine detaillierte Erforschung der Geschichte der Juden in dem angesprochenen Zeitraum, da es durch diese Quellensammlung erstmals möglich ist, Studien zur Geschichte der Juden auf dem gesamten, bislang weitgehend unpublizierten Quellenmaterial zu basieren. Dieses bietet nicht nur genaue Erkenntnisse über die herrscherliche Judenpolitik (sowohl der Herzöge Albrecht III. und Leopold III. als auch der zahlreichen kleinräumigeren Obrigkeiten vor allem in Kärnten und Vorarlberg), die in einem Zeitraum, in der die Juden von offener Verfolgung relativ frei waren, immer mehr auf wirtschaftliche Ausbeutung abzielte, sondern erlaubt auch eine detaillierte Analyse der rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Situation der Juden in diesem Zeitraum sowie ihre Interaktion mit dem christlichen Umfeld.