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Veränderungen in Managementkarrieren?

Change in managerial careers? A longitudinal analysis

Wolfgang Mayrhofer (ORCID: 0000-0003-3323-7461)
  • Grant-DOI 10.55776/P21344
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2009
  • Projektende 31.10.2013
  • Bewilligungssumme 242.631 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Wirtschaftswissenschaften (100%)

Keywords

    Career, Longitudinal Studies, Bourdieu, Quantitative Analysis, Management, Qualitative Analysis

Abstract Endbericht

Karrieren sind ein zentrales Phänomen individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Realität in einem praktischen wie theoretischen Sinn. Obwohl das Forschungsgebiet manchmal als bereits gesättigt etikettiert wurde, ist die Anzahl der Publikationen in den 1990er Jahren exponentiell gestiegen. Der Wandel von Karrierekontext und Karrieremustern, sowie neue Formen von Karrieren werden als Begründungen dafür ins Feld geführt. Dieses Projekt knüpft an die Prominenz des Wandels in der Karriereforschung an und behandelt drei Themengebiete: erstens die Frage nach der der Existenz des Wandels und - falls Wandel überhaupt existiert bzw. die Ausnahme ist - seiner Bedeutung für Karrieren; zweitens eine bessere theoretische Fundierung durch Identifikation von Einflußfaktoren und deren Verknüpfung zu einem Rahmenkonzept; drittens die Arbeit an einer Längsschnittstudie mit Multikohortendesign, um Intra- und Interkohorteneffekte trennen zu können. Deshalb verfolgt das Projekt drei Ziele: 1. Inhaltlich möchte die Studie zu einem besseren Verständnis etwaigen Wandels in Karrieren beitragen. Dazu werden das Ausmaß an Veränderungen unterschiedlicher Kohorten hinsichtlich der Attraktivität und der Existenz von Karrierezielen und Karrierepfaden, der Komplexität von Karrieren, dem Karriereerfolg sowie Karrieretransitionen untersucht. Darüber hinaus sollen qualitativ Karriereverläufe und Karrierecharakteristika nachgezeichnet werden. 2. Theoretisch soll durch die Weiterentwicklung des Feld- und Habitusbasierten Ansatzes der Karriere ein Rahmenkonzept für das Zusammenspiel zwischen Karrierefeld, Karrierehabitus und Karrierekapitalien geschaffen werden. 3. Methodisch soll ein Längschnittsdesign fortgesetzt werden, das auf den Daten dreier Abschlußjahrkohorten (1970, 1990 und 2000) von Absolventinnen und Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studienrichtungen beruht und durch eine vierte Kohorte (2008) erweitert wird. Das erlaubt die Echtzeitbetrachtung von drei "aktiven" Kohorten und die Trennung von Alters-, Kohorten- und Periodeneffekten. Empirisch baut das Projekt auf dem Vienna Career Panel Project (ViCaPP, www.vicapp.at) auf, dessen quantitative (N=1800) und qualitative (N=80) Daten es verwendet und ausweitet. Darüber hinaus sollen die Forschungsziele im Rahmen eine internationale Forschungskooperation und zur Vermeidung österreichspezifischer Artefakte auch mit dem deutschen Sozioökonomischen Panel (SOEP) erreicht werden.

Der allgemeine, insbesondere amerikanische Karrierediskurs geht davon aus, dass sich Karrieren deutlich verändern und diese nicht mehr traditionell bei einem Arbeitgeber mit nur gelegentlichen Jobwechseln ablaufen. Die Komplexität nimmt zu, es wird häufiger gewechselt und diese generelle Grenzenlosigkeit wird von den Betroffenen auch als wünschenswert angesehen so die Annahme. Allerdings existieren bis dato wenig empirische Studien, die diese Annahmen für den europäischen Raum prüfen. Insbesondere für Österreich liegen keine vor.Im Rahmen des Vienna Career Panel Project (ViCaPP - www.vicapp.at) werden seit zehn Jahren Karrieren von vier AbsolventInnenkohorten wirtschaftswissenschaftlicher Studienrichtungen (Studienabschluss 1970, 1990, 2000 und 2010, insgesamt 1517 Personen) in einer Längsschnittstudie verfolgt. Das vorliegende Forschungsprojekt nimmt nun den Wandel von Managementkarrieren mit Hilfe von Daten aus ViCaPP unter die Lupe und zieht zur länderübergreifenden Vergleichbarkeit auch Daten aus dem deutschen sozio-ökonomischen Panel (SOEP) heran. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild. Auf der einen Seite steigt die Anzahl der Jobwechsel innerhalb der ersten zehn Karrierejahre bei den jeweils jüngeren Kohorten (nur in AUT nicht in GER), wobei sich Einkommenszuwächse nach einem Jobwechsel nicht zwischen den Kohorten verändern (in AUT und GER). Da jedoch das Karrierejahr (Erfahrung etc.) einen wesentlich stärkeren Einfluss auf Einkommenszuwächse als ein Jobwechsel hat, äußert sich das nicht in einem deutlich gestiegenen Einkommen bei den jüngeren Kohorten. Auch die gesunkene Stabilität der Arbeitsinhalte und -beziehungen sowie eine verminderte Vorhersagbarkeit der Karrieren entsprechen dem Bild von neuen Karrieren. Auf der anderen Seite sinken die wahrgenommenen Jobalternativen und darüber hinaus wird von der jüngsten Kohorte (2010) ein erhöhtes Streben nach einer traditionellen organisationalen Karriere ausgedrückt. Damit ist zumindest die zunehmende psychologische Grenzenlosigkeit in Frage gestellt.Zusätzlich wurde anhand von 42 Interviews das Zusammenspiel zwischen Kontext und Individuum bei Jobveränderungen in/zwischen verschiedene Karrierefelder (traditionelle, Freiberufler, Selbständige) analysiert. Im Gegensatz zu der vorherrschenden Überbetonung auf den einzelnen Akteur und dessen/deren Freiheit wurde deutlich, dass der jeweilige Kontext und die auftretenden Grenzen zwischen Ausgangs- und Zielfeld eine wesentliche Rolle einnehmen. Diese entscheiden mit, ob der individuelle Akteur mit seiner/ihrer jeweiligen Kapitalienausstattung (Qualifikationen, Kompetenzen, Netzwerke, Geld) eine erfolgreiche Jobveränderung in ein anderes Karrierefeld vornehmen kann.

Forschungsstätte(n)
  • Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Johannes Steyrer, Wirtschaftsuniversität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Michael Meyer, Wirtschaftsuniversität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Florain Schramm, Universität Hamburg - Deutschland

Research Output

  • 78 Zitationen
  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Intersectional income inequality: a longitudinal study of class and gender effects on careers
    DOI 10.1080/14759551.2023.2232505
    Typ Journal Article
    Autor Reiss L
    Journal Culture and Organization
    Seiten 473-492
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Beyond bureaucracy and entrepreneurialism: Examining the multiple discursive codes informing the work, careers and subjectivities of management graduates
    DOI 10.1080/14759551.2016.1167691
    Typ Journal Article
    Autor Loacker B
    Journal Culture and Organization
    Seiten 426-450
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Consequences of voluntary job changes in Germany: A multilevel analysis for 1985–2013
    DOI 10.1016/j.jvb.2016.02.001
    Typ Journal Article
    Autor Latzke M
    Journal Journal of Vocational Behavior
    Seiten 139-149
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Alles eine Frage des Kontexts? Karriereaspirationen zweier Kohorten von Wirtschaftshochschulabsolventen.
    Typ Journal Article
    Autor Latzke M
    Journal Career Services Paper
  • 2011
    Titel Bounded Relationality: Marginalization as process (and gender, class and ethnicity as embodied cultural capital).
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Latzke M
    Konferenz Conference Proceedings: Paper presented at 7th International Critical Management Conference, Neapel, Italien, 11.07-13.07
  • 2014
    Titel A quarter of a century of job transitions in Germany
    DOI 10.1016/j.jvb.2013.11.001
    Typ Journal Article
    Autor Kattenbach R
    Journal Journal of Vocational Behavior
    Seiten 49-58
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Zu jung, aus zu gutem Haus, zu reich - zufrieden? Einflussfaktoren auf die Diskrepanz zwischen objektivem und subjektivem Karriereerfolg.
    Typ Journal Article
    Autor Latzke M
    Journal Career Services Paper
  • 0
    Titel Gehaltsstudie 2011. Ergebnisse aus dem Vienna Career Panel Project: Ein Querschnitt zweier Kohorten.
    Typ Other
    Autor Schneidhofer Tm

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