Bildähnlichkeit basierend auf der Diskrepanznorm
Image Similarity based on the Discrepancy Norm
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (50%); Maschinenbau (10%); Mathematik (40%)
Keywords
-
Image Similarity,
Discrepancy Norm,
Image Trackling,
Image Registration,
Image Segmentation,
Object Recognition
Zu den häufigsten Aufgaben in der Computervision oder Bildverarbeitung gehören Bildregistrierung und - nachverfolgung. Diese haben vielfältige Anwendungen in Industrie, Medizin und Unterhaltungsindustrie. Konkrete Anwendungen umfassen automatische Qualitätskontrolle, Belastungsmessungen, Überwachung, Videokompression, Fusion von Luft- oder Satellitenbildern, Kombination verschiedener medizinischer Bilder, Spezialeffekte in Kinofilmen, Verfolgung von Fußballspielern uvm. Diese Probleme sind zwar normalerweise leicht für den Menschen lösbar, aber sehr kompliziert für einen Computer. Alle dieser Aufgaben benötigen ein Maß für die Ähnlichkeit zweier Bilder (bzw. ihrer Teile). Eine Messung dieser Ähnlichkeit kann durch eine Vielzahl von Methoden erreicht werden, welche allerdings zumeist spezifische Probleme verursachen. Z.B. sind die meisten von ihnen entweder nicht-monoton bzgl. kleiner Änderungen wie Verschiebungen, d.h. eine Annäherung an die optimale Position wird nicht notwendigerweise durch eine kleinere Distanz gekennzeichnet. Andere Methoden sind dagegen so robust, dass Sie in einer großen Umgebung der optimalen Lösung keine Unterscheidbarkeit liefern und demnach die Bilder nicht optimal positionieren können. Ferner stellen Bildfehler für die meisten ein ziemliches Problem dar. Die Diskrepanznorm ist ein neues Ähnlichkeitsmaß vorgeschlagen vom Antragssteller. Es hat einige deutlich bessere Eigenschaften als andere gebräuchliche Methoden - so zum Beispiel bewiesenermaßen monotones Verhalten bei kleinen Bildverschiebungen und Robustheit gegenüber von Rauschen. Darüber hinaus gibt es bereits schnelle Auswertungsformeln. Allerdings ist es in seiner bisherigen Form auf Verschiebungen beschränkt ohne dass z.B. Helligkeitsänderungen auftreten dürfen. Der Antrag soll zu einem besseren Verständnis der Diskrepanznorm beitragen und diese von theoretischer und praktischer Seite beleuchten. Um das vorgeschlagene Programm durchzuführen bräuchten wir zwei Doktoranden/Doktorandinnen mit entsprechender Unterstützung. Der/die erste wird sich hauptsächlich mit theoretischen Aspekten und der Generalisierung der Norm, der/die zweite wird sich näher mit der Interaktion der Norm mit Optimierungsalgorithmen und der Behandlung von verrauschten Daten beschäftigen. Beide sollen ihre Resultate auf Praxisprobleme anwenden. Die Betreuung wird gemeinsam durch Antragssteller und den nationalen Forschungspartner erfolgen. Geplant sind Veröffentlichungen auf internationalen Konferenzen und Qualitätszeitschriften.
Dieses Grundlagenforschungsprojekt greift ein mathematisches Konzept zum Messen von statistischen Irregularitäten von Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf, welches auf Arbeiten von Hermann Weyl aus dem Jahr 1916 basiert. Während das sogenannte Weylsche Diskrepanzmaß nach wie vor Gegenstand aktiver Forschung auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitsverteilungen und Pseudo-Zufallszahlen ist, greift dieses FWF Projekt kürzlich neu entdeckte mathematische Eigenschaften dieses Maßes auf und macht die Hypothese zur Grundlage dieses Forschungsprojektes, dass dieses Diskrepanzmaß über das klassische Anwendungsgebiet hinaus für ein breiteres Forschungsgebiet von Bedeutung sein könnte. Ziel des Projektes ist es, diese Hypothese im Gebiet der Signal- und Bildverarbeitung durch mathematische Analysen zu stützen. Es konnte gezeigt werden, dass sich das Diskrepanzmaß als Abstandsmaß, das heißt als Norm, durch besondere Monotonie- und Stetigkeitseigenschaften sowie durch Stabilität und Robustheit auszeichnet. Eigenschaften, die insbesondere für die Mustererkennung von großer Bedeutung sind. Weiters konnten Verbindungen zu anderen Gebieten der Mathematik aufgezeigt werden, die insbesondere zu neuen Ergebnissen in der diskreten Geometrie und bei stochastischen Prozessen führten. Ein unerwartetes Ergebnis zeitigten theoretische Untersuchungen von Abstandsmaßen für sogenannte Ereignisfolgen, die sich aufgrund einer Schwellwert-basierten Signal-Abtastung (on-delta-send sampling) ergeben. So stellte sich heraus, dass gewisse Instabilitäten mit herkömmlichen Distanzmaßen nicht vermieden werden können, während das Diskrepanzmaß Stabilität garantiert. Potentielle Anwendungen dafür sind im Bereich von kabellosen Sensornetzwerken, Neuroinformatik und neuromorphen Sensoren wie der Silicon Retina und der Silicon Cochlea zu finden. Gerade diese Sensoren sind für Anwendungen mit hohen Geschwindigkeiten und einem hohen Dynamikbereich von Interesse. Zurzeit gibt es noch keine umfassende mathematische Theorie für diese Art der Signalverarbeitung. Mit den theoretischen Ergebnissen zum Diskrepanzmaß zeigen sich neue Möglichkeiten dafür auf. Ein anderes Anwendungsgebiet der Diskrepanznorm liegt in der Verarbeitung von hochfrequenten nahe-regularen Texturen. So kann beispielsweise das Basiselement der Textur (genannt TEXEL) robust und effizient ermittelt werden. Dies ist die Grundlage für eine effiziente nachfolgende Bildverarbeitung um Defekte z.B. in Textilien zu detektieren.
- Universität Linz - 49%
- Software Competence Center Hagenberg - 51%
- Erich Peter Klement, Universität Linz , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 95 Zitationen
- 14 Publikationen
-
2014
Titel Scaled-Distance-Transforms and Monotonicity of Autocorrelations DOI 10.1109/lsp.2014.2325407 Typ Journal Article Autor Bouchot J Journal IEEE Signal Processing Letters Seiten 1235-1239 -
2014
Titel On Stability of Distance Measures for Event Sequences Induced by Level-Crossing Sampling DOI 10.1109/tsp.2014.2305642 Typ Journal Article Autor Moser B Journal IEEE Transactions on Signal Processing Seiten 1987-1999 -
2014
Titel Discrepancy norm: Approximation and variations DOI 10.1016/j.cam.2014.05.012 Typ Journal Article Autor Bouchot J Journal Journal of Computational and Applied Mathematics Seiten 162-179 Link Publikation -
2009
Titel A Similarity Measure for Image and Volumetric Data Based on Hermann Weyl's Discrepancy DOI 10.1109/tpami.2009.50 Typ Journal Article Autor Moser B Journal IEEE Transactions on Pattern Analysis and Machine Intelligence Seiten 2321-2329 -
2013
Titel Periodicity estimation of nearly regular textures based on discrepancy norm DOI 10.1117/12.2002396 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Stübl G Seiten 866106-866106-10 -
2011
Titel A template matching approach based on the discrepancy norm for defect detection on regularly textured surfaces DOI 10.1117/12.889865 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bouchot J -
2011
Titel On a Non-monotonicity Effect of Similarity Measures DOI 10.1007/978-3-642-24471-1_4 Typ Book Chapter Autor Moser B Verlag Springer Nature Seiten 46-60 -
2011
Titel Generalized analytic signals in image processing: Comparison, theory and their applications. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bernstein S Konferenz Proceedings of the 9th International Conference on Clifford Algebras and their Applications (ICCA9) -
2011
Titel Recent research results in discrepancy norm project. Typ Journal Article Autor Moser B Journal Technical Report, Software Competence Center Hagenberg, SCCH-TR-1142 -
2010
Titel On Autocorrelation Based on Hermann Weyl's Discrepancy Norm for Time Series Analysis DOI 10.1109/ijcnn.2010.5596843 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bouchot J Seiten 1-7 -
2010
Titel On a Lipschitz property of Hermann Weyl's discrepancy norm and its relevance. Typ Journal Article Autor Moser B Journal Technical Report, Software Competence Center Hagenberg, SCCH-TR-1011 -
2012
Titel Geometric Characterization of Weyl’s Discrepancy Norm in Terms of Its n-Dimensional Unit Balls DOI 10.1007/s00454-012-9454-0 Typ Journal Article Autor Moser B Journal Discrete & Computational Geometry Seiten 793-806 Link Publikation -
2012
Titel Discrepancy Norm as Fitness Function for Defect Detection on Regularly Textured Surfaces DOI 10.1007/978-3-642-32717-9_43 Typ Book Chapter Autor Stübl G Verlag Springer Nature Seiten 428-437 -
2011
Titel Discrete geometric foundation of event based imaging, an approach based on discrepancy norm. Typ Journal Article Autor Moser B Journal Technical Report, Software Competence Center Hagenberg, SCCH-TR-1144