Architekten als Intermediäre der Finanzialisierung
The intermediary role of architects in financialisation
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (40%); Soziologie (30%); Wirtschaftswissenschaften (30%)
Keywords
-
Intermediary,
Star Architect,
Financhialization,
Architecture
Nicht nur die aktuelle Finanzkrise wirft viele Fragen zu den Wechselwirkungen von Finanzmärkten, Realwirtschaft und Gesellschaft auf. Verschiedene WissenschaftlerInnen untersuchten dieses Spannungsfeld, wobei häufig eine makroökonomische Perspektive gewählt oder die Auswirkungen der Finanzmärkte auf börsenorientierte Unternehmen untersucht wurden. In jüngeren Forschungsarbeiten wurde gezeigt, dass finanzielle Kriterien in Unternehmen zunehmend wichtig werden und finanzmarktbezogene Leitbilder Entscheidungen prägen. Finanzialisierung artikuliert sich auf verschiedene Weisen an verschiedenen Orten und Zeiten und folgt nicht einer einzigen Logik. Dabei wurde herausgefunden, dass scheinbare Zwänge (wie der "Shareholder Value") nicht unmittelbar von den Finanzmärkten ausgehen, sondern Intermediäre eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung und der Kanalisierung von Geldflüssen einnehmen. Intermediäre wurden im Bezug auf Finanzialisierung bislang in den Berufsgruppen identifiziert, die in direkter Verbindung zu Finanzmärkten stehen, so etwa als LeiterInnen von Finanzabteilungen, BeraterInnen, FondsmanagerInnen oder JuristInnen. Es stellt sich die Frage wie sich die beschriebene Entwicklung auf einen Bereich der Realwirtschaft äußert, der als traditionell und bodenständig gilt, Produkte für eine langfristige Nutzung bereitstellt und darüber hinaus kapitalintensiv ist wie die Architektur. Das Projekt beschäftigt sich mit der Rolle von ArchitektInnen als Intermediäre im Kontext von Finanzialisierung. Es verfolgt die Fragestellung, inwiefern ArchitektInnen als Intermediäre agieren. Intermediäre werden hier als Personen verstanden die von InvestorInnen beauftragt werden, deren Kapital durch eine vermittelnde Leistung in der Realwirtschaft zu maximieren, wobei der gleiche Profit ohne Intermediäre im jeweiligen Feld nicht erreicht werden würde. Dieses zielt ab auf eine Sollrendite, die sich an Gewinnen orientiert die an den Finanzmärkten abfallen. Welcher Typus Architekt agiert als Intermediär und was bedeutet das für das Spektrum der ArchitektInnen als Berufsgruppe? Des Weiteren wird untersucht, ob bzw. in welcher Form ArchitektInnen von einer zunehmenden Wichtigkeit finanzieller Kriterien betroffen sind. Dieser Fragestellung liegt die Hypothese zugrunde, dass ein bestimmter Typ von Architekt, der hier "second tier architect" genannt wird, diese Rolle übernimmt, da er sowohl den Wert von Bauten durch symbolisches Kapital erhöht, andererseits aber rationalisierte Methoden anwendet. Außerdem wird angenommen dass traditionell vorgehende ArchitektInnen in diesem Prozess benachteiligt sind, da sie es nicht schaffen im gleichen Maße von den Finanzflüssen zu profitieren. Insgesamt wird vermutet, dass eine stärkere Orientierung an finanziellen Kriterien auch in der Architektur zu beobachten ist. Diese Hypothesen sollen verifiziert werden durch eine Untersuchung zur Rolle von ArchitektInnen als Intermediäre in Österreich von den siebziger Jahren bis heute. Darauf aufbauend werden interviewbasierte Fallstudien zur Situation von ArchitektInnen mit einem Schwerpunkt auf Intermediären durchgeführt, und zwar in Orten, die sich in unterschiedlichen Phasen der Finanzialisierung befinden. Das Projekt soll einerseits die Diskussion über Intermediäre im Kontext der Finanzialisierung in der Architektur öffnen und andererseits einen Beitrag leisten um die Rolle dieser Gruppe zu verstehen.
Nicht nur die aktuelle Finanzkrise wirft viele Fragen zu den Wechselwirkungen von Finanzmärkten, Realwirtschaft und Gesellschaft auf. Verschiedene WissenschaftlerInnen untersuchten dieses Spannungsfeld, wobei häufig eine makroökonomische Perspektive gewählt oder die Auswirkungen der Finanzmärkte auf börsenorientierte Unternehmen untersucht wurden. In jüngeren Forschungsarbeiten wurde gezeigt, dass finanzielle Kriterien in Unternehmen zunehmend wichtig werden und finanzmarktbezogene Leitbilder Entscheidungen prägen. Finanzialisierung artikuliert sich auf verschiedene Weisen an verschiedenen Orten und Zeiten und folgt nicht einer einzigen Logik. Dabei wurde herausgefunden, dass scheinbare Zwänge (wie der "Shareholder Value") nicht unmittelbar von den Finanzmärkten ausgehen, sondern Intermediäre eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung und der Kanalisierung von Geldflüssen einnehmen. Intermediäre wurden im Bezug auf Finanzialisierung bislang in den Berufsgruppen identifiziert, die in direkter Verbindung zu Finanzmärkten stehen, so etwa als LeiterInnen von Finanzabteilungen, BeraterInnen, FondsmanagerInnen oder JuristInnen. Es stellt sich die Frage wie sich die beschriebene Entwicklung auf einen Bereich der Realwirtschaft äußert, der als traditionell und bodenständig gilt, Produkte für eine langfristige Nutzung bereitstellt und darüber hinaus kapitalintensiv ist wie die Architektur. Das Projekt beschäftigt sich mit der Rolle von ArchitektInnen als Intermediäre im Kontext von Finanzialisierung. Es verfolgt die Fragestellung, inwiefern ArchitektInnen als Intermediäre agieren. Intermediäre werden hier als Personen verstanden die von InvestorInnen beauftragt werden, deren Kapital durch eine vermittelnde Leistung in der Realwirtschaft zu maximieren, wobei der gleiche Profit ohne Intermediäre im jeweiligen Feld nicht erreicht werden würde. Dieses zielt ab auf eine Sollrendite, die sich an Gewinnen orientiert die an den Finanzmärkten abfallen. Welcher Typus Architekt agiert als Intermediär und was bedeutet das für das Spektrum der ArchitektInnen als Berufsgruppe? Des Weiteren wird untersucht, ob bzw. in welcher Form ArchitektInnen von einer zunehmenden Wichtigkeit finanzieller Kriterien betroffen sind. Dieser Fragestellung liegt die Hypothese zugrunde, dass ein bestimmter Typ von Architekt, der hier "second tier architect" genannt wird, diese Rolle übernimmt, da er sowohl den Wert von Bauten durch symbolisches Kapital erhöht, andererseits aber rationalisierte Methoden anwendet. Außerdem wird angenommen dass traditionell vorgehende ArchitektInnen in diesem Prozess benachteiligt sind, da sie es nicht schaffen im gleichen Maße von den Finanzflüssen zu profitieren. Insgesamt wird vermutet, dass eine stärkere Orientierung an finanziellen Kriterien auch in der Architektur zu beobachten ist. Diese Hypothesen sollen verifiziert werden durch eine Untersuchung zur Rolle von ArchitektInnen als Intermediäre in Österreich von den siebziger Jahren bis heute. Darauf aufbauend werden interviewbasierte Fallstudien zur Situation von ArchitektInnen mit einem Schwerpunkt auf Intermediären durchgeführt, und zwar in Orten, die sich in unterschiedlichen Phasen der Finanzialisierung befinden. Das Projekt soll einerseits die Diskussion über Intermediäre im Kontext der Finanzialisierung in der Architektur öffnen und andererseits einen Beitrag leisten um die Rolle dieser Gruppe zu verstehen.
- Universität Innsbruck - 100%