Hugo und Gerty von Hofmannsthal. Briefwechsel und Dokumente
Hugo and Gerty von Hofmannsthal. Letters and Documents
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (30%); Geschichte, Archäologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)
Keywords
-
Edition,
Scientific Edition,
Briefwechsel,
Correspondance,
Literaturwissenschaft,
Literary Critic
Die Antragstellerin arbeitet seit Januar 2006 an dem vom FWF bis zum 31. 12. 2008 geförderten Projekt "Hofmannsthals Ehebriefwechsel" . Im Verlauf der Arbeit konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die es notwendig erscheinen lassen, dass die Antragstellerin einen neuen Projektantrag stellt, der als Erweiterung des vorigen zu verstehen ist. Ein wichtiger Punkt betrifft Gerty von Hofmannsthals Briefe an Dritte, die sich hauptsächlich im Freien Deutschen Hochstift befinden. Stichproben während eines Aufenthalts der Antragstellerin in Frankfurt haben ergeben, dass diese Briefe für den Kommentar von unverzichtbarer Bedeutung sind. Wichtiger noch erscheint der Antragstellerin die genauere Untersuchung der Rolle, die Gerty von Hofmannsthal als Vermittlerin zwischen Hugo von Hofmannsthal und der literarischen Welt der Jahrhundertwende spielte. Bedeutende und der Forschung bisher unbekannte Briefwechsel sind diejenigen zwischen Gerty von Hofmannsthal und Hermann Bahr, Carl Jacob Burckhardt, Anton Faistauer, Rudolf Kassner, Max Mell, Arthur Schnitzler, Rudolf Alexander Schröder, Jakob Wassermann, um nur die wichtigsten zu nennen. Schrieb Gerty von Hofmannsthal anfangs noch im Auftrag ihres Mannes, so entwickelte sich doch recht bald aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihrer gesellschaftlichen Stellung eine eigenständige Beziehung zu den Adressaten, die auch nach Hofmannsthals Tod nicht abbrach, sondern von beiden Seiten weitergepflegt wurde. Es ist ein Desiderat der Forschung, die Rolle und den Einfluss der Ehefrauen auf die literarische Produktion ihrer Männer um die Jahrhundertwende zu untersuchen. Anhand dreier exponierter Schriftstellerehen von Jung-Wien (Olga und Arthur Schnitzler, Paula und Richard Beer-Hofmann, Gerty und Hugo von Hofmannsthal) in ihren Ehebriefwechseln soll diese Rolle herausgearbeitet und erstmals gewertet werden. Gerty von Hofmannsthal schirmte den Dichter vor der Außenwelt ab, mit der er fast nur durch sie kommunizierte. Gerade dadurch ist ihr Briefwechsel von herausragender Bedeutung. Er kann daher als eines der wichtigsten Zeugnisse für Hofmannsthals innere wie äußere Biographie gelten. Die Antragstellerin wird sich auch diesem neuen Aspekt widmen und plant, wichtige Briefe von Gerty von Hofmannsthal an Dritte in den Briefwechsel aufzunehmen, die ihre bedeutende Vermittlerrolle nachweisen werden. Gertys von Hofmannsthals Briefe an Dritte (sowie von Dritten an sie) befinden sich größtenteils im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt. Bedeutende Konvolute, wie die Briefwechsel zwischen Gerty von Hofmannsthal und Schnitzler, Borchardt, Alfred Walter Heymel, befinden sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Die Erschließung dieser Briefwechsel ist für die Erweiterung des Projekts unabdingbar.
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