Appians Keltiké: Ein historischer Kommentar
Appian´s Keltiké: A historical commentary
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
-
Appian,
Ancient Historiography,
Celts,
Source Edition,
Roman Republic
Ziel des beantragten Projektes ist die Erstellung eines historischen Kommentars zur Keltiké Appians. In diesem nur fragmentarisch erhaltenen Buch behandelt der alexandrinische Historiker die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Kelten, beginnend mit dem Angriff der Kelten unter Brennos auf Rom bis hin zur Eroberung Galliens durch Caesar. Ungeachtet des trümmerhaften Zustandes stellt die Keltiké eine wichtige und wertvolle Quelle für die Geschichte der Kelten sowie der römischen Republik dar, da sie eine Reihe von Informationen bietet, die sonst nirgends belegt sind oder die sich deutlich von jenen Traditionen unterscheiden, die bei anderen Autoren (wie Polybios, Caesar, Livius etc.) überliefert sind. Appian hat nämlich allem Anschein nach für seine Darstellung weitgehend auf heute verlorene Historiker zurückgegriffen, wodurch uns Splitter der vorlivianischen Annalistik und einer von Caesars commentarii de bello Gallico abweichenden Quelle (vermutlich Asinius Pollio) bewahrt wurden. Umso verwunderlicher ist es, daß bis dato noch kein Kommentar zur Keltiké erschienen ist. Dies erklärt auch, warum Appians Keltenbuch ein von nur wenigen Spezialisten beachteter und selbst in der althistorischen Forschung zu Unrecht stark vernachlässigter Text ist. Dieses Defizit soll das vorliegende Projekt beheben. Das geplante Buch soll in zwei Haupteile zerfallen, und zwar in eine ausführliche Einleitung und den eigentlichen Kommentar. Im einleitenden Teil wird Appians Biographie und Gesamtwerk vorgestellt sowie die Stellung der Keltiké innerhalb desselben besprochen. Ferner werden die speziellen Probleme der sekundären Überlieferung (excerpta Constantiniana, Suda) und die Quellenfrage diskutiert, außerdem sollen Überlegungen über den Inhalt der verlorenen Teile der Keltiké angestellt werden. Ein weiterer Abschnitt ist dem von Appian vermittelten Keltenbild gewidmet, wobei andere Aussagen über die Kelten in den übrigen Teilen der Rhomak in die Betrachtung einbezogen werden. Im eigentlichen Kommentar werden zunächst von jedem Fragment der griechische Text und eine selbstverfaßte deutsche Übersetzung geboten. Im Anschluß an jedes Fragment erfolgt eine möglichst umfassende Auswertung unter Berücksichtigung der gesamten antiken Parallelevidenz sowie der umfangreichen modernen Sekundärliteratur. Der historische Zusammenhang des jeweiligen Fragments wird eingehend behandelt, ferner sollen die Übereinstimmungen wie auch die Abweichungen zur übrigen literarischen Überlieferung herausgearbeitet werden, um Appians Position innerhalb der historiographischen Traditionen besser bestimmen zu können. Der projektierte Kommentar erfüllt zunächst ein Desiderat der Appianforschung und schließt eine Lücke in der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Autors. Profitieren kann auch die althistorische Forschung zur römischen Republik von dieser Arbeit, mit der eine wenig beachtete Quelle erstmals gründlich erschlossen wird. Von zentraler Bedeutung ist der Kommentar schließlich für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Geschichte und Kultur der antiken Kelten. Gerade von Seiten der Keltologie hat man Appians Keltiké kaum zur Kenntnis genommen, obwohl diese Schrift eine wertvolle Ergänzung zu weit bekannteren Texten darstellt.
Ziel des Projektes war die Erstellung eines historischen Kommentars zur Keltiké Appians. In diesem nur fragmentarisch erhaltenen Buch behandelt der alexandrinische Geschichtsschreiber die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Kelten, beginnend mit dem Angriff der Kelten unter Brennos auf Rom bis hin zur Eroberung Galliens durch Caesar. Ungeachtet des trümmerhaften Zustandes stellt die Keltiké eine wichtige und wertvolle Quelle für die Geschichte der Kelten und der römischen Republik dar, da sie eine Reihe von Informationen bietet, die sonst nirgends belegt sind oder die sich deutlich von jenen Traditionen unterscheiden, die bei anderen Autoren (wie Polybios, Livius, Caesar etc.) überliefert sind. Appian hat nämlich für seine Darstellung weitgehend auf heute verlorene Historiker zurückgegriffen, wodurch uns Splitter der vorlivianischen Annalistik und von Asinius Pollios Bericht über den caesarischen Gallienkrieg bewahrt wurden. Umso verwunderlicher ist es, dass Appians Keltenbuch ein von nur wenigen Spezialisten beachteter und selbst in der althistorischen Forschung zu Unrecht stark vernachlässigter Text ist. Dieses Defizit soll der Kommentar, welcher zum gegenwärtigen Zeitpunkt so gut wie fertig ist und 2014 in Druck gehen wird, beheben. Das Buch besteht aus einer Einleitung, die über Appians Leben und Werk sowie die Stellung der Keltiké innerhalb desselben informiert, und dem eigentlichen Kommentar, der wie folgt strukturiert ist: Zunächst wird von jedem Fragment der griechische Text und eine selbstverfasste deutsche Übersetzung gegeben, wobei eine möglichst präzise, den sonstigen Sprachgebrauch Appians beachtende Wiedergabe angestrebt war. Im Anschluss daran erfolgt eine umfassende Auswertung unter Berücksichtigung der gesamten antiken Parallelevidenz sowie der umfangreichen modernen Sekundärliteratur. Dabei ist die Quellenfrage ebenso eingehend behandelt wie der historische Zusammenhang des jeweiligen Fragments, ferner sind die Übereinstimmungen wie auch die Abweichungen zur restlichen literarischen Überlieferung und damit Appians Position innerhalb der historiographischen Traditionen herausgearbeitet. Der Kommentar bietet weit mehr als nur eine Synthese der älteren Forschungspositionen, da vielfach über den bereits bestehenden Kenntnisstand hinausgelangt und mit gängigen Irrtümern aufgeräumt werden konnte. Vor allem die konsequente Anwendung des methodischen Grundsatzes, wonach bei bruchstückhaft überlieferten Werken nicht nur der Text der Fragmente selbst zu betrachten ist, sondern auch den Eigenheiten und der Arbeitsweise der Exzerptoren (also dem sog. cover-text) Aufmerksamkeit zu schenken ist, hat sich als besonders gewinnbringend erwiesen und wesentlich zu einem besseren Verständnis der Fragmente beitragen können. Für einige wurden sogar grundlegend neue Deutungen vorgeschlagen, wie etwa für das den Zweikampf des Valerius Corvus betreffende 10. oder das auf die Schlacht von Vercellae zu beziehende 14. Fragment. Ein wichtiges und innovatives Projektergebnis sind ferner die zahlreichen Überlegungen, welche zum Inhalt der verlorenen Teile der Keltiké angestellt wurden.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 3 Zitationen
- 5 Publikationen
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0
Titel Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen. Sammlung, Übersetzung und Kommentierung, Bd. III: Von Arrianos bis zum Ausklang der Antike (Mitteilungen der Prähistorischen Kommission der ÖAW, Bd. 75). Typ Other Autor Hofeneder A -
2018
Titel Appians Keltike´- Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar DOI 10.15661/tyche/supplement.09.appian Typ Book Verlag Verlag Holzhausen Link Publikation -
2012
Titel review of: James H. RICHARDSON, The Fabii and the Gauls. Studies in historical thought and historiography in Republican Rome. Typ Journal Article Autor Hofeneder A Journal Historia Einzelschriften -
2013
Titel Der Zweikampf des M. Valerius Corv(in)us mit einem Gallier. Neue Überlegungen zu Appian (Celt. F 10) und Dionysios von Halikarnaß (ant. Rom. 15, 1,1-2). Typ Journal Article Autor Hofeneder A Journal Keltische Forschungen -
2009
Titel review of: Erich KISTLER, Funktionalisierte Keltenbilder. Die Indienstnahme der Kelten zur Vermittlung von Normen und Werten in der hellenistischen Welt, Berlin 2009. Typ Journal Article Autor Hofeneder A Journal Keltische Forschungen