Imitation / Innovation im Wortschatz der spätbyzantinischen historiographischen Literatur
Imitation / Innovation: Vocabulary of Late Byzantine Historiographic Literature
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
Byzantine Studies,
Greek Language (ancient,
Medieval),
Lexicography,
Philology
Der hier eingereichte Antrag widmet sich einem Desiderat der byzantinischen Literatur- und Sprachgeschichte, das bislang nur peripher gestreift wurde. Im Mittelpunkt steht aus einer Zeit tief greifenden kulturellen Wandels (Laskariden- und Palaiologenzeit; 1204-1453) die Untersuchung der byzantinischen Literatur im Hinblick auf den Sprachgebrauch anhand des Wortschatzes. Sie reiht sich damit u.a. in neuere Forschungsansätze der Soziolinguistik ein, indem auch der Frage nachgegangen wird, wie die Byzantiner in der hochsprachlichen Literatur an traditionellem ("klassischem") Wortschatz festhielten bzw. durch Neologismen die Sprache "aktualisierten" und erweiterten. Im spätbyzantinischen Literaturschaffen lassen sich für beide "Tendenzen" typische Exponenten finden. Dies ergab sich aus ersten Analysen der in Frage kommenden Werke im Rahmen der Bearbeitung für das Lexikon zur byzantinischen Gräzität, für das der Antragsteller als hauptverantwortlicher Herausgeber zeichnet. In die Auswahl kamen im Zuge dieser Analysen solche Autoren, die exemplarisch für weitere Forschungen Paradebeispiele einer Sprach/Wortentwicklung in den klassizistischen oder neologistischen Tendenzen darstellen. Hinzu kommt zu dieser Zeit ein weiteres Element, das die Erweiterung des Griechischen fördert: Der verstärkte Einfluss und die griechische Reaktion auf die Sprachen der unmittelbaren Nachbarn (besonders slawische und lateinisch/romanische Elemente). Zu untersuchen sind folgende Autoren: Georgios Akropolites, Theodoros Skutariotes, Georgios Pachymeres, Ephraim, Nikephoros Gregoras, Johannes Kantakuzenos, Johannes Kananos, Johannes Anagnostes, Georgios Sphrantzes, Dukas, Laonikos Chalkonkondyles, Michael Kritobulos; Metaphrasen bzw. Paraphrasen des Niketas Choniates und Georgios Pachymeres. METHODIK Die Hauptarbeit neben der Wort- und Sprachanalyse der Texte besteht im Vergleich mit dem synchronen und diachronen byzantinischen Literaturschaffen. Als Hilfsmittel bietet sich dazu zunächst der um Autoren dieser Zeit immer mehr erweiterte Thesaurus Linguae Graecae an. Darüber hinaus kann aus der Arbeit des Projektleiters am Lexikon zur byzantinischen Gräzität auf ein mehrere tausend Datensätze umfassendes Material zu zeitgleichen Autoren zurückgegriffen werden, das bislang noch unpubliziert ist und im Institut für Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Verfügung steht. Die nächsten Schritte umfassen dann die Textanalyse. Hierbei wird ein System angewandt, das sich in der Erarbeitung des besagten Lexikons bestens bewährt hat: Lesen der Werke unter besonderer Berücksichtigung des Vokabulars. Typische archaisierende Sprachtendenzen werden sofort im Hinblick auf mimetische Elemente untersucht. Neologismen werden gesammelt und in der Gesamttendenz des Werkes analysiert.
Im Mittelpunkt dieses abgeschlossenen Projekts stand die Untersuchung des Sprachgebrauchs der byzantinischen Historiographen in einer Zeit tiefgreifenden kulturellen Wandels (Laskariden- und Palaiologenzeit; 1204-1453). Von besonderer Bedeutung für die Arbeit dieser Forschungsgruppe waren die neueren Forschungsansätze der Historischen Soziolinguistik und die Forschungen für das Lexikon zur byzantinischen Gräzität (herausgegeben von Erich Trapp).Andrea Cuomo und Vratislav Zervan haben ihre Arbeiten der Sprache der Historiker der Paläologenzeit gewidmet. Ergebnisse ihrer Studien wurden u.a. in der kritischen Ausgabe der Diegesis des Johannes Kananos, im Sammelband Die Lehnwörter im Wortschatz der spätbyzantinischen historiographischen Literatur und bei verschiedenen internationalen Konferenzen präsentiert.
- Sonja Schönauer, Universität Bonn - Deutschland
- Foteini Kolovou, Universität Leipzig - Deutschland
- Pere Albert Failler, Universite de Paris I - Frankreich
- Sofia Kotzbassi, Aristotle University of Thessaloniki - Griechenland
- Martin Hinterberger, University of Cyprus - Griechenland
- Eleni Kaltsogianni, University of Ioannina - Griechenland
- Raimondo Tocci, University of Thrace - Griechenland
- Maria Pantelia, University of California at Irvine - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 1 Zitationen
- 8 Publikationen
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2016
Titel Ioannis Canani de Constantinopolitana Obsidione Relatio. A Critical Edition, with English Translation, Introduction and Notes of John Kananos' Account of the Siege of Constantinople in 1422. Typ Journal Article Autor Cuomo Am -
2016
Titel Konnte Nikephoros Kallistou Xanthopoulos lateinisch? (Zum Gebrauch der lateinischen Lehnwörter in der Kirchengeschichte) Typ Book Chapter Autor Byzanz Und Das Abendland; Studia Byzantino-Occidentalia. -
2014
Titel Osservazioni sul lessico di Ioannes Cananus: La soloecobarbara elocutio. Typ Journal Article Autor Cuomo Am -
2015
Titel Byzanz - Wortgeschichte und Herkunftsbestimmung. Typ Book Chapter Autor Byzanz Und Das Abendland; Studia Byzantino-Occidentalia. -
2015
Titel Notizie sulla tradizione manoscritta della Diegesis di Ioannes Cananus DOI 10.1553/joeb63s53 Typ Journal Article Autor Cuomo A Journal Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik Seiten 53-60 -
2013
Titel Manuele Caleca e la Sequencia de Apostolis DOI 10.1515/bz-2013-0003 Typ Journal Article Autor Cuomo A Journal Byzantinische Zeitschrift Seiten 9-18 Link Publikation -
2013
Titel Notizie sulla tradizione manoscritta della Diegesis di Ioannes Cananus. Con 3 tavole. Typ Journal Article Autor Cuomo Am -
2013
Titel Nicephoras Gregoras, Barlaam Calaber, Matthaeus Blastares e la riforma del calendario. Typ Book Chapter Autor Byzanz Und Das Abendland: Begegnungen Zwischen Ost Und West Issue: Antiquitas