Klimarekonstruktion mit Jahrringen – Verlängerung
Tree-ring climate reconstruction – continuation
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (10%); Geowissenschaften (90%)
Keywords
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Dendroclimatology,
Stable Carbon Isotopes,
Climate Reconstruction,
Alps
Das Ziel des vorgeschlagenen Projekts ist eine Klimarekonstruktion mit besonderem Augenmerk auf die Temperatur. Für die Analyse werden dendroklimatologische Methoden angewandt. In einem vorhergehenden Projekt wurde eine 3.500jährige Fichten-Lärchen-Chronologie für Jahrringbreite und -dichte erarbeitet. Die Proben dafür stammen vom Schwarzen See am Dachstein in den nördlichen Alpen Österreichs. Mit diesen Jahrringbreiten- und Dichtechronologien wurden dendroklimatologische Analysen durchgeführt. Das geplante Projekt ist eine Weiterführung und Vertiefung dieser Untersuchungen, weil die Analyse stabiler Kohlenstoffisotope zum Vergleich, zur Verifizierung und zur Ausweitung der bereits erzielten Ergebnisse genutzt werden kann. Isotopenmessungen haben mehrere Vorteile, die im geplanten Projekt signifikant sein können. Ihre Anwendung bietet die Möglichkeit, das in der Chronologie vorhandene niederfrequente Klimasignal zu erhalten, weil Isotopen- Zeitreihen - anders als Jahrring- und Dichteserien - keine Standardisierung benötigen. Außerdem wird bei Isotopenuntersuchungen der repräsentative Durchschnitt durch eine wesentlich kleinere Probenanzahl erreicht. Daher wird erwartet, dass die Probleme, die in der vorhergehenden Untersuchung durch die limitierte Anzahl an Proben zu Beginn der Chronologie aufgetreten sind, hier keine Rolle spielen. Im Zuge der Isotopenanalyse kann auch der anthropogene Einfluss auf die atmosphärische Zusammensetzung korrigiert werden, was bei Jahrringbreiten- oder Dichteuntersuchungen nicht möglich ist. Die Ergebnisse früherer Untersuchungen geben eindeutig zu erkennen, dass bei Bäumen aus dem Alpenraum ein starker Zusammenhang zwischen Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit einerseits und dem Kohlenstoffisotopengehalt in den Jahrringen andererseits herrscht. Diese Studien belegen auch, dass die Korrelation mit der Temperatur von der Seehöhe der Standorte unabhängig ist. Auch Bäume, die nicht direkt an der Waldgrenze, sondern in tieferen Lagen wachsen zeigen also ein starkes klimatisches Signal. Durch die Isotopenmessungen während des geplanten Projekts werden auch neue, zusätzliche Informationen generiert. Die gleichzeitige Analyse von Jahrringbreite, Dichte und Isotopenzusammensetzung derselben Chronologie bietet die Möglichkeit präziserer Klimarekonstruktionen mit höheren Korrelationen für eine größere Anzahl an Klimaparametern und für eine längere Zeitspanne innerhalb der Vegetationsperiode. Einige Faktoren sprechen dafür, die beschriebene Chronologie für weitere dendroklimatologische Untersuchungen, v. a. für Temperaturrekonstruktionen, heranzuziehen. Die Proben stammen alle von einem Standort in einer Bergregion und trotz vergleichsweise niedriger Seehöhe fast an der Baumgrenze, der von kalter Witterung und hoher Schneedecke charakterisiert ist. Weitere Vorteile sind die instrumentellen Wetteraufzeichnungen für die Region, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen und die 3.500 Jahre umfassende Chronologie.
Ziel des Projektes war die Rekonstruktion der früheren Temperatur in der Region des Dachsteins. Die Basis hierfür stammt aus Jahrringen von Bäumen, die aus dem Schwarzer See am Dachstein geborgen wurden. Da die klimatischen Bedingungen sich von Jahr zu Jahr ändern, variieren auch die Jahrringbreiten. Dies ist der Hintergrund um Jahrtausende lange Chronologie aufbauen zu können. Die jährliche Auflösung macht diese Chronologie sehr wertvoll für Paläo-Umwelt-Fragen.In der Dendroklimatologie werden verschiedenste Jahrringbreiten-Parameter verwendet. Dieses Projekt stützte sich auf die stabilen Kohlenstoffisotope im Holz. Der Anteil dieser stabilen Isotope hängt vor allem von den Witterungsbedingungen während der Vegetationsperiode ab. Im Gebirge spielt hier vor allem die Temperatur (vor allem im Sommer) eine Rolle. Bei großer Wärme bleiben die Spaltöffnungen (Stomata) der Blätter geschlossen damit kein CO2 eindringen kann. Unter diesen Umständen ist der Anteil an schwerem Kohlenstoff höher. Ist es jedoch kühler und die Stomata sind offen, werden vorwiegend leichte Isotope für die Holzbildung genutzt. So können die Temperaturänderungen in den Kohlenstoff-Isotopen-Werten nachvollzogen werden.In diesem Projekt wurden die Kohlenstoff-Isotopen-Verhältnisse für jeden einzelnen Jahrring gemessen. Diese Chronologie wurde mit dem Klima verglichen. Dieser Zusammenhang im Sinne einer linearen Regression zwischen der Temperatur und der Kohlenstoff-Isotopie wurde genutzt um die Temperatur vor dem Messbeginn der meteorologischen Stationen abzuschätzen. In diesem Fall reicht die Chronologie von 150 bis 2000 AD. Die Rekonstruktion der vergangenen Temperaturänderungen ist wichtig für das Verständnis der heutigen Klimaänderungen. Es ermöglicht auch die Vorhersage zukünftiger Klimavariabilität als wichtige Grundlage für die Planung von Naturschutz als auch wirtschaftlicher Prozesse - regional als auch global.
- Anna Pazdur, Silesian University of Technology - Polen
- Natalia Piotrowska, Silesian University of Technology - Polen
- Slawomira Pawelczyk, Silesian University of Technology - Polen
- Thomas Melvin, University of East Anglia - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 43 Zitationen
- 10 Publikationen
- 2 Weitere Förderungen
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2018
Titel An 1800-year stable carbon isotope chronology based on sub-fossil wood from Lake Schwarzensee, Austria DOI 10.1016/j.palaeo.2018.10.003 Typ Journal Article Autor Klusek M Journal Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology Seiten 65-76 Link Publikation -
2022
Titel A TWELVE-HUNDRED-YEAR STABLE OXYGEN ISOTOPE CHRONOLOGY CONSTRUCTED USING SUBFOSSIL WOOD FROM SCHWARZENSEE LAKE, AUSTRIAN ALPS DOI 10.1017/rdc.2022.91 Typ Journal Article Autor Klusek M Journal Radiocarbon Seiten 1345-1358 Link Publikation -
2024
Titel An 1200-year multi-proxy dendrochronological temperature reconstruction for the area of Austrian Alps DOI 10.5194/cp-2024-4 Typ Preprint Autor Klusek M Seiten 1-15 Link Publikation -
2018
Titel An 1800-year stable carbon isotope chronology from Austrian Alps Typ Conference Proceeding Abstract Autor Grabner M. Konferenz EPPC 2018 - 10th European Palaeobotany and Palynology Conference Seiten (40-40) -
2015
Titel Multi-century long density chronology of living and sub-fossil trees from Lake Schwarzensee, Austria DOI 10.1016/j.dendro.2014.11.004 Typ Journal Article Autor Klusek M Journal Dendrochronologia Seiten 42-53 Link Publikation -
2016
Titel X-ray Densitometry of Norway Spruce Subfossil Wood From the Austrian Alps DOI 10.3959/1536-1098-72.01.23 Typ Journal Article Autor Kusek M Journal Tree-Ring Research Seiten 23-34 Link Publikation -
2013
Titel Tree-ring climate reconstructions in the area of northern Alps. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Klusek M Konferenz 11th International Conference "Methods of Absolute Chronology", 15-18 May 2013, Podlesice, Poland. Abstract book. -
2014
Titel Tree-ring climate reconstruction on the basis of multi-century chronologies from the Lake Schwarzersee in Austria. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Grabner M Et Al Konferenz 9th International Conference on Dendrochronology, 13-17 January 2014, Melbourne, Australia. Abstract book -
2014
Titel Tree-ring climate reconstruction in the area of Austrian Alps. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Klusek M Konferenz 9th European Palaeobotany and Palynology Conference, 26-31 August 2014, Padua, Italy. Abstract book. -
2014
Titel Stable carbon isotope analysis of subfossil wood from Austrian Alps DOI 10.2478/s13386-013-0168-8 Typ Journal Article Autor Klusek M Journal Geochronometria Seiten 400-408 Link Publikation
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2017
Titel Tree-Ring Climate Reconstructions at Multi-Centennial Scale Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2017 -
2012
Titel Tree-ring climate reconstruction - continuation Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2012