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Die private Wohnkultur der kaiserlichen Familie im 19. Jhdt.

Private furnishings of the Imperial family in the 19th cent.

Ilsebill Barta (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P24180
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 13.02.2012
  • Projektende 12.07.2017
  • Bewilligungssumme 303.136 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (10%); Kunstwissenschaften (60%); Soziologie (10%)

Keywords

    Imperial style of living, 19th century, Austrian history of art, History of applied art, Interior decoration, Cultural history

Abstract Endbericht

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Wohnkultur des Wiener Hofes konzentrierte sich bislang auf die Appartements des jeweilig regierenden Kaiserpaares. Aber auch hier gibt es keine durchgehende Analyse der periodisch durchgeführten Veränderungen mit den jeweiligen zeremoniellen und raummäßigen Auswirkungen auf das familiäre Umfeld. Hauptintention des geplanten Forschungsvorhabens ist die Untersuchung der Lebensverhältnisse der abhängigen engsten Familienmitglieder; insbesondere der systematischen Analyse der Funktionen der zugewiesenen Räumlichkeiten - vom repräsentativen Salon bis zum privaten Schlaf- und Ankleidezimmer. Dabei beschränken sich die anhand von Archivdokumenten, Inventarbüchern sowie die aus dem musealen Bestand (zuordenbare Artefakte und Einrichtungsgegenstände) gewonnenen Erkenntnisse nicht nur auf die Hofburgen und Hauptresidenzen, sondern die Recherchen werden auch für Hofgebäude und Schlösser durchgeführt. Notwendigerweise muss bei der Untersuchung der individuellen Wohnvorstellungen und privaten Einrichtungswünsche der Stilübergang vom Biedermeier zum Historismus als Folie der politischen Veränderungen thematisiert werden; vor allem im Vergleich zur Ausstattung der Repräsentationsräume. Ziel des Projektes ist es also, eine auf verschiedenen Ebenen angesiedelte Analyse der kaiserlichen Wohnkultur des 19. Jahrhunderts unter Einbeziehung der revolutionären Entwicklungen des Kunstgewerbes zu leisten und dabei die zeremoniellen und architektonischen Voraussetzungen mit der persönlichen Lebenssituation der BewohnerInnen und deren Position zu verknüpfen. Die auf der Analyse von Quellen und Objekten beruhenden Forschungsergebnisse werden das bisherige Bild der Wohnkultur des Wiener Hofes und deren Einfluss oder Abhängigkeit von der Einrichtungskultur der "Ringstraßenzeit" entscheidend erweitern. Die Ergebnisse der kulturwissenschaftlich angesetzten Analyse werden interdisziplinäre Fragestellungen und Vernetzungen zur Alltagskultur und Sozialgeschichte - auch im internationalen Vergleich - sowie zur Genderforschung beinhalten. Konkretisiert werden die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes in Ausstellungen des "Hofmobiliendepots - Möbel Museum Wien" und somit einem größeren Interessentenkreis auf anschauliche Weise zugänglich gemacht und in wissenschaftlichen Katalogen dokumentiert. Darüber hinaus werden die gewonnenen Informationen in die Objektdatenbank der Bundesmobilienverwaltung eingearbeitet. Diese bieten gleichzeitig wichtige Voraussetzungen für die Restaurierung und Rekonstruktion der Möbel und Wandgestaltungen und gegebenenfalls der historisch authentischen Neuaufstellungen der kulturtouristisch genutzten Appartements der kaiserlichen Familie (z. B.: Hofburg Wien, Schloss Schönbrunn, Belvedere, Schloss Eckartsau).

Ziel des Forschungsprojektes war es, die Wohn- und Lebenswelten der nichtregierenden Mitglieder des Kaiserhauses zwischen Hof und individuellen Wünschen im 19. Jahrhundert mittels des vorhandenen Quellenmaterials zu erforschen und in einem kunst- und kulturhistorischen Kontext darzustellen. Die Erforschung der Residenzen der engsten Verwandten des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth stand im Fokus des Projektes. Im Laufe der Arbeiten kristallisierten sich drei Personen heraus, die für die Bereiche Architektur und Einrichtung besonders relevant waren. Es handelt sich um Erzherzog Maximilian von Mexiko (1832-67), Kronprinz Rudolf (1858-89) und Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914).Im Laufe des Projektes wurden die Bau- und Ausstattungsgeschichte der Stadt- und Landsitze der drei genannten Erzherzöge auch weit über die Grenzen der österreich-ungarischen Monarchie bis nach Mexiko hinausgehend erforscht. So wurden die Appartements von Kronprinz Rudolf in der Wiener und der Prager Hofburg sowie das Jagdschloss Mayerling behandelt. In Bezug auf den Kaiserbruder Erzherzog Ferdinand Maximilian waren das Schlösschen Maxing nahe Schönbrunn, die Villa Lazarovich und Schloss Miramar in Triest sowie die dalmatinische Insel Lacroma relevant. Als Kaiser von Mexiko bewohnte er Schloss Chapultepec in der mexikanischen Hauptstadt sowie den Landsitz Olindo. Der Thronfolger Franz Ferdinand unterhielt sogar sieben Wohnsitze, die sich geografisch von Innsbruck bis nach Böhmen erstreckten: Schloss Ambras, Schloss Blühnbach, Schloss Lölling, Schloss Artstetten, Schloss Belvedere, Schloss Eckartsau, Schloss Chlumetz und Schloss Konopischt. Weiters war das Jagschloss Mürzsteg Inhalt der Forschungen.Die neuen reichhaltigen Erkenntnisse beinhalten die Rekonstruktion sämtlicher Bau- und Ausstattungsgeschichten der Schlösser, sowie die Identifizierung von rund 2.000 Einrichtungsgegenständen, die sich in der Bundesmobilienverwaltung befinden und den einzelnen Schlössern und Bauherren zugeordnet werden konnten. Mit der Restaurierung von historisch bedeutsamen Objekten wurde bereits begonnen. Mittelfristig sollen sie in den originalen Räumen (z.B. Eckartsau) neu aufgestellt werden. Die Ergebnisse werden in die Datenbank der Bundesmobilienverwaltung eingearbeitet. Neue Erkenntnisse konnten auch zu den für das Kaiserhaus tätigen Architekten, Künstlern und Handwerkern gewonnen werden. Besonders aufschlussreich erwiesen sich die Forschungen auch in Bezug auf die technische Neuausstattung der einzelnen Residenzen. Vor allem Erzherzog Franz Ferdinand erwies sich als Innovator auf diesem Gebiet und ließ alle Schlösser elektrifizieren und mit Sanitäreinrichtungen, Heizungsanlagen und Aufzügen ausstatten.Eine umfangreiche Publikation der Forschungsergebnisse ist in Vorbereitung, diese wird durch Abbildungen von Originalplänen, Architekturzeichnungen sowie historischem und aktuellem Fotomaterial illustriert sein.

Forschungsstätte(n)
  • Bundesmobilienverwaltung - 100%

Research Output

  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Das Jagdschloss des Erzherzogs Franz Ferdinand in Lölling.
    Typ Journal Article
    Autor Ott-Wodni M
    Journal Carinthia I
  • 2015
    Titel Vom Kerzenschein zur Glühbirne. Die Beleuchtung von Schloss Eckartsau im Wandel der Zeit.
    Typ Journal Article
    Autor Ott-Wodni M
    Journal Denkmalpflege in Niederösterreich
  • 0
    Titel "Mein Hang zum Altar" - Die Wohnräume in Maximilians europäischen Residenzen.
    Typ Other
    Autor Ott-Wodni M
  • 0
    Titel Herrscherträume - Herrscherräume.
    Typ Other
    Autor Barta I
  • 0
    Titel Im Besitz der Republik - Die Aufteilung der maximilianischen Sammlungen in den 1920er Jahren.
    Typ Other
    Autor Ott-Wodni M
  • 0
    Titel Sammeln und Einrichten.
    Typ Other
    Autor Ottillinger Eb
  • 2013
    Titel Maximilian von Mexiko. Der Traum vom Herrschen.
    Typ Other
    Autor Barta I
  • 2016
    Titel Das kaiserliche Jagdhaus Mürzsteg. Geschichte, Ausstattung und Politik.
    Typ Book
    Autor Barta I

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