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Nicht-hydrostatische Klimamodellierung, Teil II (NHCM-2)

Non-Hydrostatic Climate Modelling, Part II (NHCM-2)

Heimo Truhetz (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P24758
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2013
  • Projektende 30.06.2017
  • Bewilligungssumme 362.867 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (90%); Informatik (10%)

Keywords

    Regional Climate Modelling, Climate Processes, Convection-Resolving Climate Simulations, Land Surface Scheme, Turbulence Parameterisation, European Alpine region

Abstract Endbericht

Aufgrund des steigenden Bedarfs an Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels auf lokaler Skala werden Regionale Klimamodelle (RCMs) in zunehmendem Maße mit höheren Auflösungen betrieben. Heutige RCMs sind in der Lage viele regionale Klimaprozesse zu erfassen und sie decken die meso-ß Skala (20 km bis 200 km) für Anwendungen in der Klimaforschung mit ausreichender Qualität ab. Basierend auf den Erfolg in der Numerischen Wettervorhersage (NWP) und gestützt vom generellen Fortschritt im Bereich der Computertechnologie, beginnen RCMs nun auch in die meso- Skala (2 km bis 20 km) vorzudringen. Dieser Skalensprung ist jedoch nicht trivial. Relevante Prozesse (z.B. hochreichende Konvektion) auf formals nicht aufgelösten Skalen werden nun aufgelöst, und es ist größten Teils unklar, wie heutige RCMs (ursprünglich für gröbere Skalen entwickelt) in der Lage sind, Klimaprozesse und deren skalenübergreifendes Wechselspiel zu erfassen. Im komplexen Gelände, wo Gebirge substanziellen Einfluss auf Wetter und Klima haben, gewinnt dies durch den Einfluss der Orographie zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus wird auch die Modellevaluierung zur Herausforderung: Beobachtungsdaten, welche die natürliche Variabilität in ausreichendem Maße abdecken, existieren nur in Ausnahmefällen (z.B. in speziellen Messkampagnen) und zeitliche und räumliche Versetzungen zwischen modellierten und beobachteten Größen ("double penalty problem") beschränken den Einsatz der traditionellen Fehlerstatistik. Im Vorläuferprojekt "Nicht-hydrostatische Klimamodellierung (NHCM-1)", das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert wurde (Projektnummer P19619-N10), wurden erste Testsimulationen im Klimamodus auf Skalen, bei denen hochreichende Konvektion aufgelöst wird (=3 km Gitterpunktsabstand), im europäischen Alpenraum durchgeführt und analysiert. Das Projekt konzentrierte sich auf die Exploration der Fehlerbandbreiten von modellierten bodennahen Variablen sowie auf die Bestimmung/Bewertung des Mehrwerts konvektions-auflösender Simulationen unter Verwendung von Daten aus operationellen Kurzfristwettervorhersagesystemen als Referenz und Evaluationstechniken aus NWP zur Vermeidung des double penalty Problems. Aufbauend auf den wissenschaftlichen Erfolg von NHCM-1, kombiniert das vorliegende Nachfolgeprojekt, NHCM-2, neueste Entwicklungen aus der Klimaforschung und NWP. Es (1) untersucht die Fähigkeit moderner RCMs, die in konvektions-auflösender Skala betrieben werden, wichtige regionale orographisch-induzierte Klimaprozesse in den europäischen Alpen zu erfassen, (2) trägt zur Verbesserung von RCMs in Hinblick dieser Prozesse bei, (3) setzt die Erschließung fortschrittlicher Evaluationstechniken und hochaufgelöster Referenzdaten aus NWP für die Klimaforschung fort und (4) zielt auf die Ermöglichung von Klimasimulationen der nächsten Generation, sogenannter konvektions-auflösende Klimasimulationen (CRCSs), im Alpenraum ab.

Wie gut werden die Einflüsse der Alpen auf Prozesse der Atmosphäre (Abschirmungseffekt, orographischer Niederschlag) von aktuellen regionalen Klimamodellen erfasst? Diese dringende Frage stellt die Klimaforschung zunehmend vor neuen Aufgaben, gilt es letztendlich doch herauszufinden in welcher Qualität Aussagen über das zukünftige Klima getroffen werden können. Mit der Entwicklung von Klimamodellen, die mit immer kleiner werdenden Gitterweiten mittlerweile in der Lage sind einzelne Gewitter darzustellen, steigen jedoch auch die Anforderungen an die Modellevaluation und derzeitige Hochleistungsrechner werden an die Grenzen ihrer Kapazitäten gebracht. Im Rahmen des Projektes Nicht-Hydrostatische Klimamodellierung, II (NHCM-2) wurden nicht nur Evaluationsmethoden aus der Wettervorhersage für die Klimaforschung adaptiert sondern auch neue prozess-basierte Methoden zur Modellevaluation entwickelt, die es erlauben wiederkehrende Wetterphänomene (z.B. Fronten) in Klimamodelldaten zu isolieren und statistisch mit Beobachtungsdaten zu vergleichen. Auf diese Weise konnte zunächst gezeigt werden, dass mit Zunahme der Modellauflösung die Reproduzierbarkeit von Niederschlag im Alpenraum mittels Klimamodelle, insbesondere durch den starken Einfluss des Geländes, deutlich verbessert wird. Es konnte auch gezeigt werden, dass gerade in Wettersituation mit starker Gewitterneigung Klimamodelle auf konvektions-erlaubender Skala (~3 km Gitterweite) wesentliche (auf die Darstellung physikalischer Prozesse bezogene) Vorteile gegenüber gröber aufgelöster Modelle (~12 km Gitterweite) haben. Die Einflüsse des Geländes auf Niederschlagsmengen im Ostalpenraum (Abschirmungseffekt, Höhenabhängigkeit) werden von den sogenannten konvektions-erlaubenden Modellen bis in eine Seehöhe von etwa 1400 m sehr gut reproduziert, oberhalb bleibt die Qualität der Modelle aufgrund von Beobachtungsfehler spekulativ. In NHCM-2 wurde mit der Weiterentwicklung der konvektions-erlaubenden Modelle nicht nur der Grundstein für Klimaprojektionen der nächsten Generation gelegt sondern auch Beschaffungsprozesse zur Deckung des dazu benötigten enormen technischen Aufwandes unterstützt.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Dmitrii Mironov, Deutscher Wetterdienst - Deutschland
  • Daniela Jacob, Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Deutschland
  • Brigitte Urban, Leuphana Universität Lüneburg - Deutschland

Research Output

  • 2113 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Precipitation in the EURO-CORDEX 0.11° and 0.44° simulations: high resolution, high benefits?
    DOI 10.1007/s00382-015-2589-y
    Typ Journal Article
    Autor Prein A
    Journal Climate Dynamics
    Seiten 383-412
    Link Publikation
  • 2019
    Titel A spatial evaluation of high-resolution wind fields from empirical and dynamical modeling in hilly and mountainous terrain
    DOI 10.5194/gmd-12-2855-2019
    Typ Journal Article
    Autor Schlager C
    Journal Geoscientific Model Development
    Seiten 2855-2873
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Impacts of uncertainties in European gridded precipitation observations on regional climate analysis
    DOI 10.1002/joc.4706
    Typ Journal Article
    Autor Prein A
    Journal International Journal of Climatology
    Seiten 305-327
    Link Publikation
  • 2015
    Titel A review on regional convection-permitting climate modeling: Demonstrations, prospects, and challenges
    DOI 10.1002/2014rg000475
    Typ Journal Article
    Autor Prein A
    Journal Reviews of Geophysics
    Seiten 323-361
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Added value of convection permitting seasonal simulations
    DOI 10.1007/s00382-013-1744-6
    Typ Journal Article
    Autor Prein A
    Journal Climate Dynamics
    Seiten 2655-2677
    Link Publikation
  • 2018
    Titel A first-of-its-kind multi-model convection permitting ensemble for investigating convective phenomena over Europe and the Mediterranean
    DOI 10.1007/s00382-018-4521-8
    Typ Journal Article
    Autor Coppola E
    Journal Climate Dynamics
    Seiten 3-34
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Convection-permitting regional climate simulations for representing floods in small- and medium-sized catchments in the Eastern Alps
    DOI 10.5194/nhess-18-2653-2018
    Typ Journal Article
    Autor Reszler C
    Journal Natural Hazards and Earth System Sciences
    Seiten 2653-2674
    Link Publikation

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