Symbiont-Pflanze-Pathogen Interaktionen
Symbionts-Plant-Pathogen Interactions
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (55%); Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (20%); Physik, Astronomie (25%)
Keywords
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Systems Biology,
Proteomics And Metabolomics,
Mass Spectrometry,
Plant Symbiosis,
Pisum Sativum,
Biotic Stress
Leguminosen sind eine Hauptquelle für vegetarischen Proteinbedarf und wegen ihres Vermögens, Symbiosen mit Bodenbakterien und -pilzen einzugehen, unerlässlich für eine nachhaltige Landwirtschaft. Durch Stress verursachte, unvorhersehbare Schwankungen von Ertrag und Gewinn sind die Haupthemmnisse der weltweiten Leguminosen- Produktion. Die Erbse (Pisum sativum L.) ist eine der ältesten domestizierten Kulturpflanzen. Für P. sativum ist Mycosphaerella pinodes einer der aggressivsten Krankheitserreger. Der Pilz verursacht reduziertes Wachstum und erhebliche Ertragsverluste durch Verwundungen des photosynthetisch aktiven Gewebes der Pflanze. Obwohl positive Effekte auf Legumiosen-Wachstum und Qualität durch die dreiteilige Symbiose (Leguminosenwurzel + Rhizobium + Mycorrhizapilz) gemessen wurden, gibt es noch immer keine genaueren Untersuchungen zu diesem Einfluss auf das Abwehrverhalten bei Pathogenattacken. Da dieser gegenseitige Suppressions- und Interaktionsmechanismus noch nicht verstanden ist soll eine detaillierte Studie durchgeführt werden. Diese Art von systembiologischer Studie wird eine Fülle von molekularbiologischen Daten erzeugen, die in Datenbanken abgelegt werden, auf die später Wissenschaftler der Pflanzen- und Agrarwissenschaften zugreifen können. Die Ziele dieses Projekts sind: 1. Die Aufdeckung der pathogen-induzierten, und wirts-vermittelten, Einflüsse auf die Effizienz der unterirdischen Symbionten (Rhizobien und/oder Mycorrhizae). 2. Die Beschreibung der Auswirkungen von unterirdischen Symbionten- und oberirdischen Pathogen- Interaktionen auf die Physiologie und den Metabolismus der Wirtspflanze. 3. Die Aufklärung von wirts-vermittelten Effekten der unterirdischen Symbionten auf den Wirkungsgrad des oberirdischen M. pinodes auf P.sativum. Ein Versuchsdesign bestehend aus den folgenden drei Faktoren wird durchgeführt werden: a) unterschiedlichen Wurzelbehandlungen, b) dem Genotyp der Pflanze und c) dem Blatt-Pathogenen Pilz. Um solch komplexe Interaktionen zu verstehen und Veränderungen des metabolischen Zustandes schnell und akkurat zu erkennen, werden neuste technologische Verfahren zur Identifizierung von Proteinen und Metaboliten basierend auf Massenspektrometrie, angewendet. Zusätzlich werden mikrobielle Infektiosität und Wirksamkeit, Krankheitsgrad, photosynthetische Effizienz, Nährstoffgehalt sowie Ausgleich und Ertrag bestimmt.
Erbse ist der Hauptwirt der Brennfleckenkrankheit (Ascochyta blight) und jährlich werden weltweit erhebliche Ernteeinbußen auf diese Krankheit zurückgeführt. Der Haupterreger in diesem Krankheitskomplex, der aus mehreren Pilzspezies besteht, ist Didymella pinodes. Der biochemische Abwehrmechanismus der Pflanze, der über eine Vielzahl von Stoffwechselwegen stattfindet, ist nur teilweise bekannt. Genauso umfangreich wie der Einfluss eines Krankheitserregers gestaltet sich auch die Auswirkung von nützlichen Mikroben auf den Stoffwechsel einer Pflanze. Im Fall von Leguminosen ist es die essentielle Beziehung mit Rhizobien-Bakterien, aber auch mit den weitverbreiteten Mykorrhiza Pilzen, die die Abwehr der Pflanze positiv beeinflussen können. In diesem umfangreichen Projekt wurden gezielte Untersuchungen zu möglichen Erreger-Wirt-Mikrosymbionten-Interaktionen durchgeführt. Dabei wurde eine pathogen-empfindliche Erbsensorte mit einer resistenteren Sorte verglichen. Die Forschungsgruppe fand heraus, dass die Mikrosymbionten im Boden einen starken Einfluss auf den Metabolismus und damit auch auf die Physiologie der gesamten Wirtspflanze haben. Wirkungsweisen und Wirkungsgrad sind sowohl vom Symbiont (Pilz, Bakterien), als auch von der Erbsensorte abhängig. Das Pathogen übt eine entwicklungshemmende Wirkung auf die Wirt-Symbiont-Interaktion aus. Dennoch verringert aber die Rhizobien-Symbiose den Umfang des Befalls und die Wirkung des Pathogens. Diese Induziert-Systemische Resistenz beschleunigt die Abwehrmechanismen der Pflanze und steigert die Produktion von Abwehrstoffen. Die Rhizobien-symbiotischen Pflanzen hatten also trotz Pathogenbefall ein besseres Wachstum und einen höheren Ertrag als die ausschließlich mit Stickstoff gedüngten Pflanzen. Besonders deutlich war dieser Effekt bei dem empfindlicheren Kultivar. Im Gegensatz dazu hatte bspw. die Co-Symbiose aus Rhizobien und Mykorrhiza einen ungünstigen Einfluss auf das Wachstum der getesteten Pflanzen- unabhängig davon, ob gesund oder befallen. Die Mikrosymbionten schienen sich in diesem Experiment gegeneinseitig zu hemmen. Die Mykorrhiza-Symbiose allein hatte hingegen keine klar verbessernde Wirkung auf die Pathogen-Abwehr im Blatt. Diese Studie gibt einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Strategien der Verteidigungsmechanismen von Erbsenpflanzen gegen den pathogen Pilz und die Rolle der Mikroorganismen zur Verbesserung der Abwehr. Die Forscher folgern aus ihren Ergebnissen, dass Züchtungsstrategien für Leguminosen in Zukunft eine Rhizobium-Beimpfung unbedingt berücksichtigen sollten.
- Universität für Bodenkultur Wien - 60%
- Universität Wien - 40%
- Hans-Peter Kaul, Universität für Bodenkultur Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Bernard Tivoli, INRA Rennes - Frankreich
- Horst Vierheilig, CSIC Granada - Spanien
- Manuel Becana, CSIC Zaragoza - Spanien
- Cesar Arrese-Igor, Public University of Navarre - Spanien
- Esther Maria Gonzalez, Public University of Navarre - Spanien
- Michael K. Udvardi, The Samuel Roberts Noble Foundation - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 189 Zitationen
- 9 Publikationen
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2016
Titel Microbial symbionts affect Pisum sativum proteome and metabolome under Didymella pinodes infection DOI 10.1016/j.jprot.2016.03.018 Typ Journal Article Autor Desalegn G Journal Journal of Proteomics Seiten 173-187 Link Publikation -
2016
Titel Long-term iron deficiency: Tracing changes in the proteome of different pea (Pisum sativum L.) cultivars DOI 10.1016/j.jprot.2016.03.024 Typ Journal Article Autor Meisrimler C Journal Journal of Proteomics Seiten 13-23 -
2015
Titel A Proteomic Workflow Using High-Throughput De Novo Sequencing Towards Complementation of Genome Information for Improved Comparative Crop Science DOI 10.1007/978-1-4939-3341-9_17 Typ Book Chapter Autor Turetschek R Verlag Springer Nature Seiten 233-243 -
2017
Titel Rhizobium Impacts on Seed Productivity, Quality, and Protection of Pisum sativum upon Disease Stress Caused by Didymella pinodes: Phenotypic, Proteomic, and Metabolomic Traits DOI 10.3389/fpls.2017.01961 Typ Journal Article Autor Sistani N Journal Frontiers in Plant Science Seiten 1961 Link Publikation -
2017
Titel Proteomic Profiling of the Microsomal Root Fraction: Discrimination of Pisum sativum L. Cultivars and Identification of Putative Root Growth Markers DOI 10.3390/proteomes5010008 Typ Journal Article Autor Meisrimler C Journal Proteomes Seiten 8 Link Publikation -
2017
Titel A Proteomic View on the Role of Legume Symbiotic Interactions DOI 10.3389/fpls.2017.01267 Typ Journal Article Autor Larrainzar E Journal Frontiers in Plant Science Seiten 1267 Link Publikation -
2017
Titel Key metabolic traits of Pisum sativum maintain cell vitality during Didymella pinodes infection: cultivar resistance and the microsymbionts' influence DOI 10.1016/j.jprot.2017.03.001 Typ Journal Article Autor Turetschek R Journal Journal of Proteomics Seiten 189-201 Link Publikation -
2019
Titel Didymella pinodes Affects N and P Uptakes and Their Efficiencies in a Tripartite Mutualism of Pea DOI 10.3390/agronomy9020052 Typ Journal Article Autor Desalegn G Journal Agronomy Seiten 52 Link Publikation -
2019
Titel Subcellular Phenotyping: Using Proteomics to Quantitatively Link Subcellular Leaf Protein and Organelle Distribution Analyses of Pisum sativum Cultivars DOI 10.3389/fpls.2019.00638 Typ Journal Article Autor Schneider S Journal Frontiers in Plant Science Seiten 638 Link Publikation