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Quartäre Klima- und Umweltveränderungen und Besiedelungsgeschichte Tibets

Quaternary climates, paleoenvironments and human prehistory of the Tibetan plateau

Michael Meyer (ORCID: 0000-0001-6677-7419)
  • Grant-DOI 10.55776/P24934
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2013
  • Projektende 31.05.2018
  • Bewilligungssumme 318.379 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Naturwissenschaften (40%); Geowissenschaften (40%); Geschichte, Archäologie (20%)

Keywords

    Geoarchaeology, Paleoenvironmental research, Tibet, High Altitude Archaeology, Luminescence dating, U-Th dating

Abstract Endbericht

Dieses Projekt ist auf das tibetische Hochplateau fokusiert und zielt darauf ab, wichtige neue Einblicke in die Klima- und Landschaftsentwicklung sowie in die Alt- und Neusteinzeitliche Besiedelungsgeschichte Hochasiens zu gewinnen. Wir konzentrieren uns auf den Zeitraum von 50 000 bis 11 000 Jahren vor heute, und somit auf jenes Zeitfenster in welchem der moderne Mensch erstmalig aus dem umliegenden Tiefland in die Regionen Hochasiens vordrang. Beim Tibetische Plateau handelt es sich um das höchste zusammenhängende Hochgebirgsareal auf unserem Planeten. Es ist durch extreme Klima- und Umweltbedingungen gekennzeichnet und für weite Plateauabschnitte fehlt bis dato jegliche archäologische Information oder hochaufgelöste Paleoumweltdaten. Die Anzahl der datierten archäologischen Fundstellen aus dem Inneren des Tibetischen Hochplateaus welche in die Altsteinzeit fallen (und somit die ältesten Spuren des Menschen in Tibet darstellen) ist besonders gering und viele der existierenden Altersdaten halten einer genauen Prüfung nicht stand. Demnach gibt es auch noch keine gesicherte Vorstellung über den zeitliche und räumliche Ablauf des menschlichen Kolonisationsprozesses Hochasien und über den Einfluss den Paleoumweltveränderungen dabei gespielt haben könnten. In diesem Projekt werden mit Hilfe modernster Datierungstechniken und geochemischer Methoden wichtige archäologische Sedimentsequenzen und Funde sowie Paleoumweltarchive auf dem Tibetischen Hochplateau zuverlässig datiert und hochaufgelöst untersucht. Die generierten Datensätze werden es uns erlauben die derzeit verfügbaren Modellvorstellungen zur Mensch-Umwelt Interaktion und zur Besiedelungsgeschichte Hochasiens, welche derzeit auf unvollständigen archäologischen bzw. DNA Daten basieren, zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Beim Tibetische Plateau handelt es sich um das höchste zusammenhängende Hochgebirgsareal auf unserem Planeten. Es ist durch extreme Klima- und Umweltbedingungen gekennzeichnet und für weite Plateauabschnitte fehlt bis dato jegliche archäologische Information oder hochaufgelöste Paleoumweltdaten. Dieses Projekt auf ausgewählte archäologische Fundstellen fokussiert, für welche eine robuste absolut datierte Chronologie erarbeitetet wurde. Darüber hinaus wurden die relevanten Paleoumweltdaten für diese Fundstellen zur Zeit der Anwesenheit des Menschen erhoben. Das Projekt hat eine der ältesten Hinweise für die permanente Besiedelung des zentralen Kernbereiches des Tibetischen Hochplateaus geliefert und die Daten wurden in der renommierten Fachzeitschrift Science publiziert. Diese ersten Siedler lebten demnach bereits vor ca. 8 000 bis 12 000 Jahren im süd-östlichen Quadranten des Hochplateaus. Die Besiedelungsphase war vermutlich durch den zu dieser Zeit sehr intensiven Monsun, welcher damals tiefer in das Hochland vordrang, beeinflußt. Die Meinungen einiger anderer Autoren, daß manche Besiedelungsspuren Tibets älter als das letzte Hochglazial (> 20 000 Jahre) seien, konnte im Zuge diese Projektes nicht nachgewiesen beziehungsweise in vielen Fällen wiederlegt werden. Weitere geochronologische Daten, welche im Zuge dieses Projektes für den südlichen, westlichen und zentralen Teil des Plateaus generiert wurden, stützen diese Sichtweise. Die geochronologischen und archäologischen Befunde in Kombination mit Daten von Genetikern, Linguisten und weiteren Archäologen legen nahe, daß der Besiedelungsprozeß des Tibetischen Hochplateaus komplex verlaufen ist und mehrere Besiedelungswellen und Herkunftsregionen involvierte.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 285 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel OSL surface exposure dating of a lithic quarry in Tibet: Laboratory validation and application
    DOI 10.1016/j.quageo.2018.04.012
    Typ Journal Article
    Autor Gliganic L
    Journal Quaternary Geochronology
    Seiten 199-204
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Sedimentology, petrography and early diagenesis of a travertine–colluvium succession from Chusang (southern Tibet)
    DOI 10.1016/j.sedgeo.2016.07.002
    Typ Journal Article
    Autor Wang Z
    Journal Sedimentary Geology
    Seiten 218-236
  • 2017
    Titel Response to Comment on “Permanent human occupation of the central Tibetan Plateau in the early Holocene”
    DOI 10.1126/science.aam9444
    Typ Journal Article
    Autor Haas W
    Journal Science
  • 2017
    Titel Response to Comment on “Permanent human occupation of the central Tibetan Plateau in the early Holocene”
    DOI 10.1126/science.aan8575
    Typ Journal Article
    Autor Meyer M
    Journal Science
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Permanent human occupation of the central Tibetan Plateau in the early Holocene
    DOI 10.1126/science.aag0357
    Typ Journal Article
    Autor Meyer M
    Journal Science
    Seiten 64-67
  • 2017
    Titel Timing of fluvial terrace formation and concomitant travertine deposition in the upper Sutlej River (Tirthapuri, southwestern Tibet) and paleoclimatic implications
    DOI 10.1016/j.quascirev.2017.06.009
    Typ Journal Article
    Autor Wang Z
    Journal Quaternary Science Reviews
    Seiten 357-377
  • 2018
    Titel Lithological controls on light penetration into rock surfaces – Implications for OSL and IRSL surface exposure dating
    DOI 10.1016/j.radmeas.2018.03.004
    Typ Journal Article
    Autor Meyer M
    Journal Radiation Measurements
    Seiten 298-304
    Link Publikation

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