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Hybride Quantenoptomechanik in einem optischen Resonator

Hybrid cavity quantum optomechanics in an optical cavity

Claudiu Genes (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P24968
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2013
  • Projektende 30.04.2016
  • Bewilligungssumme 214.767 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Physik, Astronomie (100%)

Keywords

    Quantum Optomechanics, Collective Enhancement, Cavity Qed, Coulomb crystal, Ion Trap, Hybrid System

Abstract Endbericht

Hauptziel dieses Antrags ist die Erforschung eines Quanten-Hybrid-Systems welches einzigartige individuelle Vorteile und Möglichkeiten verschiedener physikalischer Systeme in sich vereint. Die Kombination eines einerseits stark gekoppelten opto-mechanischen Systems (Makroskopischer mechanischer Oszillator innerhalb einer "Cavity") mit der "Cavity QED" eines Vielteilchen-Ionen-Systems andererseits, ermöglicht die Realisation einer einzigartigen experimentellen Testumgebung für die Erforschung kohärenter Quantendynamik zwischen mikroskopisch/mesoskopischen (einzelne Ionen/Kristall-Ionen/ Ensemble von Atomen) und makroskopischen Systemen (mikromechanischer Oszillator). Existierende Methoden zur Manipulation atomarer Quantenzustände eröffnen Möglichkeiten zur Präparierung und Manipulation makroskopischer Oszillator-Quantenzustände. Um eine starke Kopplung zwischen diesen Systemen zu erreichen (d.h. inkohärente Wechselwirkungen mit der Umgebung sind gegenüber den Kohärenten vernachlässigbar), ist eine gute Kopplung der Konstituenten an das optische Feld unabdinglich. Für atomare/optische Systeme ist dies selbstverständlich, nicht jedoch für typische opto-mechanische Systeme, welche massive Resonatoren innerhalb der Cavity beinhalten (z.B.: vibrierende Spiegel, dielektrische Membranen, frei schwebende Kunststoff-Ringe). In Diesen ist der Kraftstoß eines einzelnen Elektrons vernachlässigbar klein gegenüber der Masse des Resonators. Mit diesem Antrag schlage ich eine Alternative zur üblichen "reflektiven" Opto-Mechanik vor um das Problem der schwachen Photonen-Phononen-Kopplung zu lösen. Dabei beschreibe ich eine "kollektive transmissive Opto- Mechanik", mit Hilfe eines Strangs von N Streupartikeln, jedes mit Polarisierbarkeit . Erste Rechnungen liefern Indizien, dass eine bestimmte Schwingungsmode äußerst stark an das Cavity-Feld koppelt. Die Skalierung der Kopplung mit der Anzahl an Streupartikeln von N3/2, sowie eine Art Photonen-Recycling-Effekt welcher zu einer 2 Verbesserung führt, erlauben es die Kopplung gegenüber konventionellen Systemen um drei Größenordnungen zu verbessern und ebnen den Weg zur Implementierung eines Atom-Festkörper-Hybrid Systems. Darüber hinaus erlauben langreichweitige nicht-lokale Wechselwirkungen zwischen den Streupartikeln die Erforschung exotischer Quantendynamik. Für die Praxis schlage ich vor einen Ionen-Kristall innerhalb einer Paul-Falle zu verwenden, welche innerhalb einer 1 cm großen Cavity platziert werden kann. Die Parameter dieses Systems sind hochgradig skalierbar. Die Anzahl der Partikel kann zwischen einem und tausenden variiert werden. Die internen Zustände sind durch Laserparameter adressierbar. Die Zustände sind langlebig mit Lebensdauern von Stunden und mehr. Die innere Zustands-Struktur der Ionen habe Ich vor Kurzem zur "Sideband"-Kühlung eines Spiegels verwendet. Ein neuerer Ansatz beinhaltet die Idee die Anregungen im Kristall zunächst an Photonen und dann indirekt an den mechanischen Oszillator zu koppeln. Um dies zu erreichen müssen zunächst Möglichkeiten einen Kristall in opto- mechanischen Experimenten zu verwenden ergründet werden. Vibrations-Moden die an ein passendes Cavity-Feld koppeln, deren mechanische Q-Faktoren und der Einfluß der Umgebung (Dekohränz) müssen erforscht werden. Dies alles sind Aufgaben die ich mit Hilfe zweier theoretischer Ansätze lösen möchte: I) Ein auf Plasmaphysik basierendes Fluß-Model, welches erfolgreich zur Berechnung von Oberflächen-Oszillationen verwendet werden kann und II) ein diskretes Modell, in welchem ich die Ionen-Photonen Wechselwirkung, wie sie z.B.: zur Sideband-Kühlung verwendet wurde verallgemeinere.

Die grundlegenden Konzepte von hybrider Quantenoptomechanik in einem optischen Resonator sind Quantenoptomechanik und kollektive Dynamik von Quantenemittern. Auf der Makroskala können relativ große Objekte (Mikro- und Nanospiegel, Membranen, etc.) durch den Effekt des Strahlungsdrucks mit Licht manipuliert werden: ein eintreffendes Photon überträgt seinen Impuls und induziert bzw. modifiziert dadurch Vibrationen. Die Kontrolle über den Quantenzustand von vibrierenden makroskopischen Objekten mithilfe von Lichtquanten, also Photonen, ist Gegenstand der Untersuchungen im Feld der Quantenoptomechanik. Auf der Mikroskala werden winzige Objekte (Atome, Moleküle, etc.) als quantenmechanische Zwei-Niveau-Systeme beschrieben, welche durch Photonen, die energetisch an die Resonanz (Energiedifferenz zwischen den zwei Niveaus) angepasst sind, manipuliert werden können. Diese Systeme können Licht absorbieren oder emittieren (daher der Name Quantenemitter), wobei der jeweilige Prozess kohärenter (reversibel) oder inkohärenter (irreversibel) Natur sein kann. Während in der Quantenoptik große Fortschritte hinsichtlich der Kontrolle einzelner Quantenemitter durch einzelne Photonen gemacht wurden, entstehen interessante Phänomene, wenn man diese Emitter kollektiv adressiert. Das Feld der hybriden Quantenoptomechanik resultiert aus dem Überlapp zwischen Objekten der Makro- und Mikroskala durch den Effekt des Strahlungsdrucks von Photonen auf Materie.Dieses Projekt hat Fortschritte im Zusammenhang mit dem Bau von mehrschichtigen optomechanischen Plattformen, bei welchen mehrere vibrierende Membranen in einen optischen Resonator eingeführt werden, gezeigt. Photonen in solchen Resonatoren werden oftmals von den beiden Spiegeln reflektiert, wodurch es möglich ist, dass ein einzelnes Photon öfters Impuls an eine in dem Resonator befindliche Membran abgibt. Es wurde gezeigt, dass für N eingesetzte Membranen die einzelne Photon-Phonon Kopplungsstärke nicht wie trivial erwartet mit N 1/2 sondern stattdessen mit N 3/2 skaliert. Dies eröffnet Möglichkeiten im Hinblick auf das Kühlen der Vibrationen der Membran bis zu ihrem quantemechanischen Grundzustand, oder aber für die effiziente Kopplung von Vibrationen an interne Zustände von Quantenemittern. Des Weiteren führt das Licht zu nicht-trivialen, langreichweitigen Wechselwirkungen zwischen entfernten Membranen, was Studien von exotischen Quantenbewegungen und der Diffusion von Phononen auf rekonfigurierbaren Plattformen ermöglicht.Andererseits wurden im Zusammenhang mit Quantenemittern i) kollektive sub/superradiante Zustände und deren Anwendung in Quantenmetrologie (exakte Frequenzbestimmung) oder als Quantenspeicher und ii) der Transport von Energie und Ladung innerhalb von interagierenden Systemen von Quantenemittern untersucht. Da ein Quantenemitter unausweichlich an das elektromagnetische Vakuum gekoppelt ist, verliert dieser Anregungen durch spontane Emission. Befindet sich der Emitter innerhalb eines Ensembles, so ist er von einem (durch die Anwesenheit der benachbarten Emitter) modifizierten Vakuum umgeben. Teilen sich alle Emitter des Ensembles eine Anregung (z.B. durch Absorption eines räumlich weit ausgedehnten Photons, das zwischen den Emittern nicht unterscheidet), so kann dies entweder zu einer sehr starken Kopplung an das Vakuum und somit zu einem sehr schnellen Verlust der Anregung (Superradianz), oder aber zu einer fast vollständigen Entkopplung und einer damit verbundenen langen Lebensdauer (Subradianz) der Anregung führen. Durch richtige geometrische Konfiguration, selektive energetische Adressierung, etc., haben wir gezeigt, dass man sich Subradianz für präzisere Frequenzmessungen oder langlebige Quantenspeicher zunutze machen kann.Der reversible Austausch von Photonen zwischen benachbarten Quantenemittern führt zu einem so genannten Hopping-Modell für den Transport von Excitonen. Innerhalb von optischen Resonatoren zeigen auch Emitter eine starke kollektive Kopplung an die oft reflektierten Photonen. Wir haben gezeigt, dass durch eine Kombination dieser beiden Effekte eine andere Art schnelleren Transports aufgrund von delokalisierten hybriden Licht-Materie Zuständen kommen kann.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Klemens Hammerer, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Aurelien Dantan, Aarhus University - Dänemark
  • Michael Drewsen, Aarhus University - Dänemark
  • David Vitali, Universita di Camerino - Italien
  • Andre Xuereb, University of Malta - Malta

Research Output

  • 1174 Zitationen
  • 16 Publikationen
Publikationen
  • 2013
    Titel Protected State Enhanced Quantum Metrology with Interacting Two-Level Ensembles
    DOI 10.1103/physrevlett.111.123601
    Typ Journal Article
    Autor Ostermann L
    Journal Physical Review Letters
    Seiten 123601
    Link Publikation
  • 2015
    Titel A Realization of a Quasi-Random Walk for Atoms in Time-Dependent Optical Potentials
    DOI 10.3390/atoms3030433
    Typ Journal Article
    Autor Hinkel T
    Journal Atoms
    Seiten 433-449
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Cavity-Enhanced Transport of Excitons
    DOI 10.1103/physrevlett.114.196403
    Typ Journal Article
    Autor Schachenmayer J
    Journal Physical Review Letters
    Seiten 196403
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Selective protected state preparation of coupled dissipative quantum emitters
    DOI 10.1038/srep16231
    Typ Journal Article
    Autor Plankensteiner D
    Journal Scientific Reports
    Seiten 16231
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Conductivity in organic semiconductors hybridized with the vacuum field
    DOI 10.1038/nmat4392
    Typ Journal Article
    Autor Orgiu E
    Journal Nature Materials
    Seiten 1123-1129
  • 2016
    Titel Direct observation of ultrafast many-body electron dynamics in an ultracold Rydberg gas
    DOI 10.1038/ncomms13449
    Typ Journal Article
    Autor Takei N
    Journal Nature Communications
    Seiten 13449
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Protected subspace Ramsey spectroscopy
    DOI 10.1103/physreva.90.053823
    Typ Journal Article
    Autor Ostermann L
    Journal Physical Review A
    Seiten 053823
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Reconfigurable Long-Range Phonon Dynamics in Optomechanical Arrays
    DOI 10.1103/physrevlett.112.133604
    Typ Journal Article
    Autor Xuereb A
    Journal Physical Review Letters
    Seiten 133604
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Collectively enhanced optomechanical coupling in periodic arrays of scatterers
    DOI 10.1103/physreva.88.053803
    Typ Journal Article
    Autor Xuereb A
    Journal Physical Review A
    Seiten 053803
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Hybrid cavity mechanics with doped systems
    DOI 10.1103/physreva.90.033820
    Typ Journal Article
    Autor Dantan A
    Journal Physical Review A
    Seiten 033820
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Transmissive optomechanical platforms with engineered spatial defects
    DOI 10.1103/physreva.90.053831
    Typ Journal Article
    Autor Tignone E
    Journal Physical Review A
    Seiten 053831
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Laser noise imposed limitations of ensemble quantum metrology
    DOI 10.1088/0953-4075/49/24/245501
    Typ Journal Article
    Autor Plankensteiner D
    Journal Journal of Physics B: Atomic, Molecular and Optical Physics
    Seiten 245501
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Time-domain Ramsey interferometry with interacting Rydberg atoms
    DOI 10.1103/physreva.94.053607
    Typ Journal Article
    Autor Sommer C
    Journal Physical Review A
    Seiten 053607
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Enhanced optomechanical readout using optical coalescence
    DOI 10.1103/physreva.88.033855
    Typ Journal Article
    Autor Genes C
    Journal Physical Review A
    Seiten 033855
    Link Publikation
  • 0
    Titel Time domain Ramsey interferometry with interacting Rydberg Atoms.
    Typ Other
    Autor Genes C Et Al
  • 0
    Titel Direct observation of ultrafast many-body electron dynamics in a strongly-correlated ultracold Rydberg gas.
    Typ Other
    Autor Ohmori K Et Al

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