Fluoreszenz in plasmonischen Nanoresonatoren am Kontaklimit
Fluorescence in plasmonic nanocavities near the contact limit
Wissenschaftsdisziplinen
Nanotechnologie (60%); Physik, Astronomie (40%)
Keywords
-
Fluorescence,
Surface Plasmon,
Nanocavity,
Strong Coupling,
Quantum Dot
Plasmonische Nanoresonatoren können in kleinen Volumsbereichn eine Verstärkung der optischen Nahfelder und der lokalen optischen Zustanddichte (LDOS) von 10-1000 erzeugen, beispielsweise im Spalt zwischen zwei Partikeln, oder zwischen einem glatten Metallfilm und der Spitze eines Rastertunnelmikroskopes. Wird ein Fluorphor (z.B. ein Molekül oder Quantenpunkt) in so einem Gebiet hoher Feldvertärkung platziert, kommt es, aufgrund der intensiven elektromagnetischen Wechselwirkung mit der Umgebung, zu einer starken Reduktion seiner Fluoreszenzlebensdauer. Erreichen die Verstärkungen einen Faktor von 100-1000, so werden die Fluoreszenzlebensdauern vergleichbar oder sogar kürzer als die Zeitdauer der internen Konversionsprozesse. Dies würde nicht nur zu starken Veränderungen in den Anregungs- und Emissionsspektren einzelner Fluorophore führen ("Heiße" Lumineszenz und Änderung des Emissionsspektrums) sondern auch eine starke Kopplung zwischen Fluorophor und Nanoresonator bewirken. Simulationen zeigen, dass die Berücksichtigung des stetigen Verlaufes der Elektronendichte an der Metalloberfläche und von quantenmechanischen Effekten in Spalten unter 2 nm bereits vor dem eigentlichen Kontakt einen Ladungsaustausch zwischen benachbarten plasmonischen Nanopartikeln erlauben. Der resultierende Strom könnte zwei Wirkungen haben: Entweder reduziert er einfach die erzielbare Feldverstärkung bzw. LDOS im Spalt. Oder, da der Strom ja über den Fluorphore im Spalt fliessen muß, bewirkt er eine Wechselwirkung zwischen der nanoplasmonischen und molekularen elektronischen Struktur, die über das rein elektrodynamische Modell hinausgeht und deren Auswirkungen bisher unbekannt sind. Um uns der Antwort auf diese Fragestellung zu nähern, planen wir in diesem Projekt zunächst die optischen Eigenschaften von Partikelpaaren mit Abständen von 0-20nm zu untersuchen und zu verstehen. Dies wird uns dann erlauben, in Kombination mit einer gezielten Formgebung der Partikel die plasmonischen Resonanzen so kontrollieren, dass wir das Verhalten von Fluorphoren unter dem Einfluss der zu erwartenden die hohe LDOS im Spalt zwischen den Partikeln bestimmen können. Die Forschungsstrategie basiert dabei auf der lithographisch definierten Formgebung und Positionierung der plasmonischen Partikel und der Fluorphore in Kombination mit der aktiven Kontrolle des Partikelabstandes mithilfe eines Rastersonden Mikroskopes. Durch dieses Projekt hoffen wir einerseits das Verständnis der Wechselwirkung zwischen Fluorophoren und plasmonischen Systemen auf neue physikalische Domänen zu erweitern. Andererseits hat ein vertiefter Einblick in das Thema potentiell auch Bedeutung für angrenzende Forschungsgebiete wie zum Beispiel Einzelmolekül- Optoelektronik oder für die Erklärung des Fluoreszenz-Hintergrundes als Beitrag zum Hintergrundsignal bei Oberflächenverstärkter Raman Streuung.
Plasmonische Nanoresonatoren, darunter versteht man winzige Metall-Partikel in die aufgrund ihrer Kleinheit Licht eindringen und die Leitungselektronen (die für die elektrischen und optischen Eigenschaften des Metalls verantwortlich sind) zu kohärenten Schwingungen anregen kann, den sogenannten Plasmonen. Speziell in engen Spalten zwischen zwei plasmonischen Nanoresonatoren kann die Lichtintensität und damit die Licht-Wechselwirkung mit Molekülen im Spalt um viele Größenordungen verstärkt werden. Das können z.B. Fluorophore sein, die zunächst Licht absorbieren und dieses dann nach einem sehr raschen internen Konversionsprozess in anderer Farbe wieder abstrahlen. Der Konversions- und Emissions-Prozess läuft dabei so schnell ab, dass er beinahe nicht beobachtbar ist oder beeinflusst werden kann. Die Kopplung an die plasmonische Nanoresonatoren kann jedoch so stark werden, dass eine Beeinflussung dennoch gelingt, was sich beispielsweise an einer veränderten Emissionsfarbe erkennen ließe. Die dafür geeigneten Strukturen mit sehr engen Spalten zwischen zwei metallischen Nanopartikeln herzustellen und zu untersuchen war Gegenstand des vorliegenden Projektes. Einerseits ist dies lithographisch gelungen, andererseits mithilfe der Raster-Kraft Mikroskopie. Die lithographische Methode, hier im speziellen Elektronen-Strahl Lithographie, erlaubt eigentlich nur Auflösungen im Bereich von 10 nm, was zu grob ist. Um diese Limitation zu umgehen wurden spezielle Metall-Isolator-Metall Strukturen entwickelt. Die Größe des Spaltes zwischen den metallischen Partikeln ist dabei durch eine in ihrer Dicke bei der Herstellung bis auf sub-Nanometer genau kontrollierbare dielektrische Isolatorschicht gegeben. Bei der raster-kraft-mikroskopischen Methode wurde ein Metallpartikel auf einem Substrat befestigt und ein weiteres an eine feine Glasspitze geklebt und dann mit Hilfe sogenannter Piezoaktuatoren auf Nanometer genau relativ zum Partikel am Substrat positioniert. Beide Methoden erlaubten schließlich die Realisierung der nanometrischen Spalte, bei denen eine überraschend hohe Anzahl von plasmonischen Schwingungsmodi und lokalen Verstärkungen der Lichtintensität um etwa 3 Größenordnungen beobachtet wurden. Die erhoffte starke Beeinflussung der molekularen Fluoreszenz kann somit erreicht werden. Die Ergebnisse des Projektes sind einerseits für fundamentale Untersuchungen des Fluoreszenzprozesses von Bedeutung, andererseits können sie auch für die Entwicklung von plasmonischen Sensoren für die Mikrobiologie von Nutzen sein.
- Universität Graz - 100%
- Nordin Felidj, Universite Paris Diderot - Frankreich
Research Output
- 157 Zitationen
- 10 Publikationen
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2016
Titel Mapping the local particle plasmon sensitivity with a scanning probe DOI 10.1039/c6nr05800k Typ Journal Article Autor Krug M Journal Nanoscale Seiten 16449-16454 Link Publikation -
2015
Titel Fluorescence coupling to plasmonic nanoparticles DOI 10.1117/12.2070333 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Schaffernak G Link Publikation -
2015
Titel Nanoplasmonic heating and sensing to reveal the dynamics of thermoresponsive polymer brushes DOI 10.1063/1.4932968 Typ Journal Article Autor Winkler P Journal Applied Physics Letters Seiten 141906 Link Publikation -
2017
Titel Fluorescence coupling to plasmonic nanoparticles DOI 10.48550/arxiv.1704.06023 Typ Preprint Autor Schaffernak G -
2017
Titel 3D Imaging of Gap Plasmons in Vertically Coupled Nanoparticles by EELS Tomography DOI 10.1021/acs.nanolett.7b02979 Typ Journal Article Autor Haberfehlner G Journal Nano Letters Seiten 6773-6777 Link Publikation -
2018
Titel Plasmonic Dispersion Relations and Intensity Enhancement of Metal–Insulator–Metal Nanodisks DOI 10.1021/acsphotonics.8b00938 Typ Journal Article Autor Schaffernak G Journal ACS Photonics Seiten 4823-4827 Link Publikation -
2020
Titel Core–Shell Nanocuboid Dimers with Nanometric Gaps DOI 10.1021/acs.jpcc.0c03830 Typ Journal Article Autor Krug M Journal The Journal of Physical Chemistry C Seiten 18690-18697 Link Publikation -
2020
Titel Physiological, Behavioral, and Life-History Adaptations to Environmental Fluctuations in the Edible Dormouse DOI 10.3389/fphys.2020.00423 Typ Journal Article Autor Ruf T Journal Frontiers in Physiology Seiten 423 Link Publikation -
2022
Titel Why hibernate? Predator avoidance in the edible dormouse DOI 10.1007/s13364-022-00652-4 Typ Journal Article Autor Ruf T Journal Mammal Research Seiten 1-11 Link Publikation -
2014
Titel Near-field and SERS enhancement from rough plasmonic nanoparticles DOI 10.1103/physrevb.89.165409 Typ Journal Article Autor Trügler A Journal Physical Review B Seiten 165409