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Geoid für Österreich - Verbessertes regionales Schwerefeld

Geoid for Austria - Regional gravity FIELD improved (GARFIELD)

Torsten Mayer-Gürr (ORCID: 0000-0003-2609-428X)
  • Grant-DOI 10.55776/P25222
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2012
  • Projektende 31.01.2016
  • Bewilligungssumme 232.470 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (25%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (75%)

Keywords

    Regional gravity field, Remove-Compute-Restore, Radial Basis Functions, GOCE gradients, Least Squares Collocation, Optimum combination

Abstract Endbericht

Im Zuge dieses Projekt soll eine neue hochwertige Schwerefeldlösung für Österreich erstellt werden, die die Unstimmigkeiten von bisherigen Geoidlösungen mit Geoidhöhen abgeleitet aus GPS/Nivellement Messungen vermeidet. Dabei sollen die Beobachtungen von Satellitenschwerefeldmissionen und die Daten aller verfügbaren terrestrischen Schwere-messungen in Österreich und Nachbarstaaten optimal miteinander kombiniert werden. Zu diesem Zweck wird die Remove-Compute-Restore Technik adaptiert, um die doppelte Berücksichtigung der topographisch-isostatischen Massen bei der Reduktion von lang- und kurzwelligen Signalanteilen zu vermeiden. Zusätzlich werden in diesem Projekt atmosphärische Masseneffekte auf die Schwerebeobachtungen berücksichtigt. Die Methode der Kollokation nach kleinsten Quadraten dient als Referenzverfahren für die Berechnung der Schwerefeldgrößen. Hierbei werden Verbesserungen bei der Wahl einer geeigneten allgemeingültigen Kovarianzfunktion und bei der optimalen Gewichtung der unterschiedlichen Datentypen angestrebt. Außerdem sind weiterführende Entwicklungen notwendig, die die Integration der nun verfügbaren vollen Kovarianzinformation der letzten globalen Schwerefeldmodelle in den Kollokationsprozess ermöglichen. Die neuartige Beobachtungsgröße der Schweregradienten, gemessen durch die GOCE Satellitenmission, liefert Informationen speziell im mittleren Wellenlängenbereich des Schweresignals, in dem es zu einer spektralen Überlappung zwischen globalen Satellitendaten und lokalen terrestrischen Daten kommt. Für eine optimale regionale Schwerefeldlösung bietet es sich daher an, diese GOCE Gradienten als direkte Beobachtungen zu nutzen und mit terrestrischen Daten zu kombinieren. Allerdings müssen für die praktische Anwendbarkeit der Gradienten als in-situ Beobachtungen einige Aspekte in Bezug auf Methodik und Lösungsstrategien im Rahmen dieses Projekts ausgearbeitet werden. Alternativ zum Kollokationsansatz wird ein Gauss-Markov Modell implementiert, wobei die Schwerefeldgrößen als Radiale Basisfunktionen parametrisiert werden. Die optimale Gewichtung der verschiedenen Datentypen erfolgt über das Verfahren der Varianzkomponentenschätzung. Über diesen Ansatz ist es möglich, alle vorhandenen Beobachtungen in die Berechnungen einfließen zu lassen. Eine Ausdünnung der vorhandenen Daten, wie es bei der Kollokation durch konzeptuelle Einschränkungen notwendig ist, kann somit entfallen und der Informationsgehalt, der in die neue Schwerefeldlösung einfließt, deutlich gesteigert werden. Die Verifizierung der Resultate erfolgt mittels Kreuzvalidierungsmethoden und über Vergleiche mit unabhängigen GPS/Nivellement Beobachtungen.

Die Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer (GOCE) Satellitenmission war zwischen 2009-2013 operationell und wurde für die Bestimmung des statischen, globalen Erd-schwerefeldes konzipiert. Auf Basis von zweiten Ableitungen des von GOCE gemessenen Gravitationspotentials, den sogenannten GOCE Gradienten, wurden in diesem Projekt verschiedene regionale Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Geodäsie und Geophysik untersucht. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass diese Gradienten, obwohl in einer Höhe von ca. 250 km gemessen, dazu beitragen das lokale österreichische Schwerefeld signifikant zu verbessern. Eine weitere, etwas regionalere Anwendung, welche die vielschichtige Einsetzbarkeit dieser Messungen widerspiegelt, ist die Bestimmung der Grenzfläche zwischen Erdkruste und Erdmantel, welche als sogenannte Mohorovi?i? Diskontinuität (Moho) bezeichnet wird. Aus geologischer Betrachtungsweise ist diese Grenzschicht besonders interessant, da sie sowohl die Laufgeschwindigkeit von Erdbebenwellen beeinflusst, als auch den Übergang zwischen unterschiedlichen mineralogischen Gesteinszusammensetzungen repräsentiert. Die Validierung dieser geophysikalischen Applikation mit seismischen Studien zeigte, dass die aus GOCO Gradienten resultierenden Moho Strukturen problemlos mit geophysikalischen Einheiten in Verbindung gebracht werden können.Ein weiterer Projektschwerpunkt lag auf der optimalen Kombination des globalen, satellitenbasierten Erdschwerefeldes mit lokalen terrestrischen Schwerefeldgrößen wie beispielsweise Schwereanomalien oder Lotabweichungen um daraus eine neue, konsistente Äquipotentialfläche, welche als Geoid bezeichnet wird, abzuleiten. Das Problem lag hierbei in der Synthese der verschiedenen beteiligten Größen, welche unterschiedliche Spektralbereiche des Gravitationsspektrums abdecken. Durch eine adäquate Modellierung und Berücksichtigung eines 2D-Oberflächendichtemodells konnte unter Verwendung eines Ausgleichs nach kleinsten Quadraten in Kombination mit radialen Basisfunktionen die Genauigkeit einer rein auf Gravimetrie basierenden österreichischen Schwerefeldlösung weiter gesteigert werden. Diese wurde mit vom österreichischen Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen bereitgestellten Daten validiert und liegt nun bei 2.75 cm.Abschließend kann festgehalten werde, dass die im Rahmen dieses Projektes gewonnenen Erkenntnisse und methodischen Weiterentwicklungen maßgeblich zu einer verbesserten Schwerefeldlösung beitragen, welche sich in ihrer derzeitigen lokalen und damit auf Österreich bezogenen Bedeutung auch sicherlich auf größere Gebiete übertragen lassen.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Graz - 100%

Research Output

  • 4 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Impact of Geological Surface Density Information and Seismic 3D Density Models for High Precision Regional Geoid Computation.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at International Union of Geodesy and Geophysics - General Assembly 2015, IUGG-1288, held 26 June - 02 July, 2015 in Prague, Czech Republic.
  • 2014
    Titel Towards sub-centimeter geoid: Investigation of modeling requirements.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at EGU General Assembly 2014, Geophysical Research Abstracts, held 28 April - 02 May, 2014 in Vienna, Austria.
  • 2014
    Titel Consistent Combination of Satellite and Terrestrial Gravity Field Observations in Regional Geoid Modeling: A Case Study for Austria
    DOI 10.1007/978-3-319-10837-7_19
    Typ Book Chapter
    Autor Pock C
    Verlag Springer Nature
    Seiten 151-156
  • 2012
    Titel Consistent combination of satellite and terrestrial gravity field observations in regional geoid modeling.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at International Symposium on Gravity, Geoid and Height Systems GGHS 2012, held 09-12 October, 2012 in Venice, Italy
  • 2014
    Titel GOCE gravity gradients for a new Austrian Geoid solution.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Mayer-Gürr T Et Al
    Konferenz Presented at 5th International GOCE User Workshop, held 25-28 November, 2014 in Paris, France
  • 2013
    Titel Least Squares Collocation with GOCE gravity gradients and its application to Moho-estimation in central Europe.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Mayer-Gürr T
    Konferenz Presented at ESA Living Planet Symposium 2013, held 09-13 November, 2013 in Edinburgh
  • 2013
    Titel Einfluss der verschiedenen Schwerefeldgrößen auf die Geoidbestimmung.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at German Geodetic Week 2013, held 08-10 October, 2013 in Essen, Germany
  • 2013
    Titel Contributions of different gravity field quantities to the geoid solution.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at IAG General Assembly 2013, held 02-06 September, 2013 in Potsdam, Germany
  • 2013
    Titel Geoid for Austria - Regional gravity FIELD improved (GARFIELD).
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at EGU General Assembly 2013, Geophysical Research Abstracts, held 08-12 April, 2013 in Vienna, Austria.
  • 2013
    Titel Improved regional geoid solution based on radial basis parametrization.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at EGU General Assembly 2013, Geophysical Research Abstracts, held 08-12 April, 2013 in Vienna, Austria
  • 2015
    Titel Benötigen wir eine neue Definition der Schwereanomalien?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Mayer-Gürr T
    Konferenz Presented at German Geodetic Week 2015, held 15-17 September, 2015 in Stuttgart, Germany
  • 2014
    Titel A Least Squares Collocation approach with GOCE gravity gradients for regional Moho-estimation.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Mayer-Gürr T Et Al
    Konferenz Presented at EGU General Assembly 2014, Geophysical Research Abstracts, held 28 April - 02 May, 2014 in Vienna, Austria.
  • 2014
    Titel Hochgenaue regionale Geoidbestimmung durch die Kombination von terrestrischen und Satellitendaten.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kühtreiber N Et Al
    Konferenz Presented at German Geodetic Week 2014, held 07-09 October, 2014 in Berlin, Germany.

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