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Physiologisches Limit beim Syrischen Goldhamster

HDL: Heat Dissipation Limitation or Hot Hamsters during lactation?

Teresa Valencak (ORCID: 0000-0002-7222-2265)
  • Grant-DOI 10.55776/P26246
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 17.12.2013
  • Projektende 16.11.2018
  • Bewilligungssumme 192.402 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Sustained Metabolic Rate, Heat Dissipation Limitation, Mammals, Conductance, Syrian Golden Hamster, Antioxidants

Abstract Endbericht

Hohe Energieanforderungen während Kälteexposition, lang andauernder physischer Aktivität oder während der Jungenaufzucht lassen die Stoffwechselrate, den Futterverbrauch und die Energieassimilation bei gleichbleibendem Körpergewicht stark ansteigen. Allerdings gibt es bei allen genannten Szenarios Grenzen des Energieumsatzes, das die Wärmeproduktion, die Muskelaktivität und die Milchproduktion selbst bei uneingeschränktem Zugang zu Futter nicht unbegrenzt gesteigert werden kann. Tiere werden daher nicht durch die Futterverfügbarkeit beschränkt sondern durch physiologische Limits. In den letzten Jahren zeigte sich, dass Weibchen durch deren Kapazität, überschüssige Wärme abzugeben limitiert sein könnten. Diese Hypothese wird mit der Abkürzung "HDL" beschrieben. Gemäß der Hypothese entsteht die Wärme als Nebenprodukt sowohl vom stark angekurbelten Stoffwechsel und der Milchproduktion und könnte den Futterverbrauch und die Milchproduktion der Weibchen bestimmen. Wir schlagen daher vor, diese Hypothese am Syrischen Goldhamster (Mesocricetus auratus) zu testen. Diese Tiere haben große Wurfgrößen, produzieren Nesthockerjunge und große Mengen an Milch während der dreiwöchigen Jungenaufzuchtphase. Wir wollen speziell die oben genannte Hypothese testen dass die Abgabe der Stoffwechselwärme Weibchen während der Aufzucht von Jungen Goldhamstern limitiert. Wir planen, drei getrennte Experimente über den Zeitraum von drei Jahren in diesem Kontext durchzuführen. Im ersten Experiment werden wir die Futter- und Energieaufnahme sowie Milchproduktion bei 5,22 und 30 C messen um Klarheit über das physiologische Limit bei dieser Tierart zu bekommen. Im nächsten Schritt wollen wir die Abgabe der Wärme manipulieren indem wir die gleichen Parameter messen jedoch an Weibchen denen das Fell entlang der Körperlängsachse vorher abgeschnitten wurde. Zuletzt wollen wir den Einfluss von potentiellen Fettreserven auf das physiologische Limit testen und zwar in drei aufeinanderfolgenden Jungenaufzuchtperioden. Die Reproduzierbarkeit des physiologischen Limits wird daher getestet werden zusammen mit einer neuen Hypothese, die vorhersagt dass Weibchen je nach Jahreszeit, unterschiedlich viel Energie in die Jungen investieren. Unsere vorgeschlagene Studie zielt darauf ab, ein neues, interessantes und optimal geeignetes Modell in die Diskussion um das physiologische Limit einzuführen und interessante und evt. unerwartete (nicht mit der Hitzelimitierung konforme) Daten zu erheben und sie der Öffentlichkeit und den Wissenschaftlern dieses Fachgebiets zugänglich zu machen. Wir werden dabei besonders auf die Anwendbarkeit unserer Ergebnisse im Bereich der Tierproduktion von Labortieren und Haustieren aber auch Wildtieren in Gefangenschaft achten.

Hohe Energieanforderungen während Kälte, lang andauernder physischer Aktivität oder während der Jungenaufzucht lassen die Stoffwechselrate, den Futterverbrauch und die Stoffwechselaktivität bei gleichbleibendem Körpergewicht stark ansteigen. Allerdings gibt es bei allen genannten Szenarios Grenzen des Energieumsatzes, da die Wärmeproduktion, die Muskelaktivität und die Milchproduktion selbst bei unbeschränktem Zugang zu Futter nicht endlos gesteigert werden kann. Säugetiere werden daher durch physiologische Limits in ihrer Stoffwechselleistung eingeschränkt und gemäß der heat dissipation limitation (HDL) Hypothese gilt die Wärme, die bei der Milchproduktion entsteht als entscheidend. Unser Einzelprojekt hatte die Erforschung dieses physiologischen Limits bei der Jungenaufzucht im Goldhamstermodell (Mesocricetus auratus) zur Aufgabe. Goldhamster haben große Würfe, produzieren 3-16 Nesthockerjunge und große Mengen an Milch während der 19-tägigen Jungenaufzuchtphase. Als wir Goldhamster bei drei unterschiedlichen Raumtemperaturen (22, 8, 30C) Junge aufziehen ließen, beobachteten wir, dass die subkutane Körpertemperatur von laktierenden Weibchen signifikant höher war als die von nicht reproduzierenden Kontrolltieren (F1,866= 128.74; p<0.0001, Ohrnberger et al., 2018b). Wenn Muttertiere ihre Jungen bei 30C aufzogen, kam die Futteraufnahme sogar zu einem Stillstand und die Überlebensrate der Jungtiere war drastisch reduziert (Ohrnberger et al., 2016b). Beim Vergleich von Milchproduktion, Futteraufnahme und Energiestoffwechsel bei drei verschiedenen Umgebungstemperaturen, stellten wir fest, dass die Parameter am höchsten bei kalten, am niedrigsten bei heißen, und intermediär bei normalen Temperaturbedingungen waren (Ohrnberger et al., 2018b.). Basierend auf diesen Ergebnissen rasierten wir laktierende Weibchen entlang des Rückens um zu testen, ob die Laktationsleistung dadurch zusätzlich verbessert werden kann (Ohrnberger et al. in prep.). Wir beobachteten, dass rasierte Weibchen signifikant geringere Stresswerte, bedingt durch die erleichterte Wärmeabgabe, zeigten (F1,22 = 8.69, p = 0.0075, Ohrnberger et al. 2018a). Zusammenfassend deuten die Ergebnisse unseres Einzelprojektes darauf hin, dass die durch den erhöhten Stoffwechsel gesteigerte Hitzeproduktion während der Jungenaufzucht sowohl die Futteraufnahme als auch die Milchproduktion von Goldhamstern negativ beeinflussen und damit die Wärme tatsächlich das physiologische Limit begrenzt.

Forschungsstätte(n)
  • Veterinärmedizinische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 194 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2017
    Titel Sex matters: The effects of biological sex on adipose tissue biology and energy metabolism
    DOI 10.1016/j.redox.2017.04.012
    Typ Journal Article
    Autor Valencak T
    Journal Redox Biology
    Seiten 806-813
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Alterations of Lipid Metabolism With Age and Weight in Companion Dogs
    DOI 10.1093/gerona/glaa186
    Typ Journal Article
    Autor Hoffman J
    Journal The Journals of Gerontology: Series A
    Seiten 400-405
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Limits to sustained energy intake. XXIX. The case of the golden hamster (Mesocricetus auratus)
    DOI 10.1242/jeb.183749
    Typ Journal Article
    Autor Ohrnberger S
    Journal Journal of Experimental Biology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Dorsal shaving affects concentrations of faecal cortisol metabolites in lactating golden hamsters
    DOI 10.1007/s00114-017-1536-7
    Typ Journal Article
    Autor Ohrnberger S
    Journal The Science of Nature
    Seiten 13
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Ambient temperature affects postnatal litter size reduction in golden hamsters
    DOI 10.1186/s12983-016-0183-8
    Typ Journal Article
    Autor Ohrnberger S
    Journal Frontiers in Zoology
    Seiten 51
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Detection of rare species of volatile organic selenium metabolites in male golden hamster urine
    DOI 10.1007/s00216-016-9579-8
    Typ Journal Article
    Autor Kwak J
    Journal Analytical and Bioanalytical Chemistry
    Seiten 4927-4934
  • 2013
    Titel Limits to sustained energy intake. XXI. Effect of exposing the mother, but not her pups, to a cold environment during lactation in mice
    DOI 10.1242/jeb.092023
    Typ Journal Article
    Autor Valencak T
    Journal Journal of Experimental Biology
    Seiten 4326-4333
    Link Publikation

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