Infinite Elemente für offene, elektromagnetische Systeme
Infinite elements for exterior Maxwell problems
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (30%); Mathematik (70%)
Keywords
-
Scattering Problems,
Transparent Boundary Conditions,
Resonance Problems,
Pole Condition,
Finite Element Methods,
Domain Decomposition Preconditioners
Die numerische Simulation von Streu- und Resonanzproblemen in offenen Systemen ist von großer Bedeutung in vielen Anwendungen, z.B. in der Laser-Physik. Offene Systeme sind dabei so zu verstehen, dass einige der physikalischen Effekte nicht lokal sind und physikalische Größen wie das elektrische oder magnetische Feld auf unbeschränkten Gebieten gesucht werden. In diesem Projekt sollen deshalb schnelle und genaue numerische Löser für solche Probleme entwickelt und analysiert werden. Häufig werden die unbeschränkten Gebiete künstlich beschränkt. An dem so entstandenen, unphysikalischen Rand müssen transparente Randbedingungen dafür sorgen, dass keine künstlichen Reflektionen entstehen. Es existieren viele numerische Umsetzungen von transparenten Randbedingungen. In diesem Projekt sollen neue infinite Elemente untersucht werden, welche auf einer speziellen Ausstrahlungsbedingung, der sogenannten Polbedingung, beruhen. In dieser werden physikalisch sinnvolle Lösungen durch die Pole bzw. Singularitäten der Laplace transformierten Lösung charakterisiert. Numerische Tests zeigen, dass diese Methoden exponentiell konvergieren. Bisher existieren jedoch nur wenige theoretische Konvergenzresultate, und diese beschränken sich im Wesentlichen auf eindimensionale Streuprobleme. Dieses Projekt ist deshalb in zwei Teile untergliedert: Einen analytischen Teil und einen algorithmischen Teil. Im analytischen Teil soll die bisher bestehende Konvergenztheorie auf mehrdimensionale Streu- und Resonanzprobleme erweitert werden. Im algorithmischen Teil sollen iterative Löser für elektromagnetische Streu- und Resonanzprobleme entwickelt werden. Dazu werden neue Konzepte für hybride, gemischte und unstetige Galerkin Verfahren mit Gebietszerlegungs-Vorkonditionierern und den neuen infiniten Elementen kombiniert. Für beschränkte Gebiete ließen sich durch geschickte Wahl von Straftermen mit diesen Konzepten sehr effiziente Löser konstruieren, die relativ geringe Anforderungen an die Rechenleistung und vor allem an den benötigten Arbeitsspeicher stellen. Daher ermöglichen sie die numerische Simulation von sehr großen Problemen
Ziel dieses Projektes war die numerische Simulation elektromagnetischer Wellen, wie sie z.B. zur Beschreibung von Lichtausbreitung verwendet werden. Die Farbe des Lichtes entsteht dabei im wesentlichen durch die Frequenzen der Wellen, welche darin enthalten sind. Die numerische Berechnung dieser sogenannten Resonanzfrequenzen war wesentlicher Kern dieses Projektes. Sie werden benötigt, um z.B. Laser zu konstruieren, welche Licht in einer vorgegeben Farbe strahlen. Mit Hilfe von modernen Algorithmen können solche Resonanzprobleme auf leistungsstarken Computern numerisch gelöst werden. Leider sind in den Ergebnissen sehr häufig nicht nur die physikalisch sinnvollen, korrekten Resonanzen enthalten, sondern auch künstliche Resonanzen, welche einzig auf die verwendeten Algorithmen zurückzuführen sind. In diesem Projekt wurden die Gründe für das Auftreten dieser fehlerhaften, unerwünschten Ergebnisse untersucht und neue Methoden entwickelt, um Fehler zu verringern bzw. besser identifizierbar zu machen. Ein wesentliches Problem bei Resonanzproblemen besteht darin, dass Wellen nicht lokal sind. Kleine, lokal begrenzte Störungen können Auswirkungen weit entfernt von der eigentlichen Störung haben. Eine Simulation von Wellen in großen Ausbreitungsgebieten kann aber in aller Regel aufgrund des großen Bedarfs an Zeit, Speicher- und Rechenkapazitäten nicht durchgeführt werden. Daher werden spezielle Methoden benötigt, welche das Ausbreitungsgebiet und damit den Aufwand beschränken und dennoch zu akzeptablen Lösungen führen. Letzteres wurde mit mathematischen Mitteln untersucht. Es wurde damit sichergestellt, dass zumindest bei ausreichend großen Aufwand nur korrekte Ergebnisse erzielt werden. Trotz moderner Algorithmen bleiben die Berechnungen aber sehr aufwändig. Daher musste in diesem Projekt die verwendete Software verbessert werden. Zum einen wurden moderne Parallelisierungstechniken ausgenutzt und für Teilprobleme effiziente Löser anderer Arbeitsgruppen eingebunden. Zum anderen wurde die Verwendbarkeit der Software Netgen/NGSolve durch eine leicht zu bedienende Schnittstelle in der Programmiersprache Python erhöht. Dies erleichtert Anwendern die Nutzung der Software und ermöglicht eine bessere Verbreitung der entwickelten Algorithmen.
- Technische Universität Wien - 100%
- Thorsten Hohage, Georg-August-Universität Göttingen - Deutschland
Research Output
- 55 Zitationen
- 5 Publikationen
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2018
Titel Computing scattering resonances using perfectly matched layers with frequency dependent scaling functions DOI 10.1007/s10543-018-0694-0 Typ Journal Article Autor Nannen L Journal BIT Numerical Mathematics Seiten 373-395 Link Publikation -
2022
Titel Complex-scaled infinite elements for resonance problems in heterogeneous open systems DOI 10.1007/s10444-021-09923-1 Typ Journal Article Autor Nannen L Journal Advances in Computational Mathematics Seiten 8 Link Publikation -
2017
Titel High Order Transparent Boundary Conditions for the Helmholtz Equation DOI 10.1007/978-3-319-28832-1_2 Typ Book Chapter Autor Nannen L Verlag Springer Nature Seiten 27-52 -
2015
Titel Reliable and efficient a posteriori error estimation for adaptive IGA boundary element methods for weakly-singular integral equations DOI 10.1016/j.cma.2015.03.013 Typ Journal Article Autor Feischl M Journal Computer Methods in Applied Mechanics and Engineering Seiten 362-386 Link Publikation -
2015
Titel Hardy space infinite elements for time-harmonic two-dimensional elastic waveguide problems DOI 10.1016/j.wavemoti.2015.08.002 Typ Journal Article Autor Halla M Journal Wave Motion Seiten 94-110 Link Publikation