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Spionagefilm und -literatur: Genre, Geschichte und Populärkultur

British Spy Fiction: Genre, History and Popular Culture

Alan Burton (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P26295
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 03.03.2014
  • Projektende 02.03.2017
  • Bewilligungssumme 217.416 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)

Keywords

    Fiction, Spy, Espionage, Cinema, Television, Culture

Abstract Endbericht

Britische Autoren und Autorinnen haben den Spionageroman und film maßgeblich geprägt. Dieses populäre Genre hat sich hierbei als geeignetes Mittel erwiesen, um Abenteuernarrative, Modellbeispiele nationalen Heldentums oder Kommentare zu Themen wie Klassenunterschiede, Korruption und Verrat einer großen Leserschaft näher zu bringen. Autoren wie Graham Greene, Ian Fleming und John Le Carré haben international mit ihren Spionagegeschichten ein sehr großes Publikum gefunden. Dies gilt auch für die Darstellung des Geheimagenten/der Geheimagentin im Spionagefilm seit dem Beginn der 1960er Jahre, bzw. seit den ersten James-Bond-Filmen. Dieses Forschungsprojekt ist mit noch weniger erforschten Bereichen der Spionageliteratur und des Spionagefilms befasst, nämlich mit der Neukonzeption klassischer Spionagenarrative im Film und Fernsehen. Konkret gilt das Augenmerk neuen Arbeiten seit den 1980er Jahren, bzw. dem Umgang mit neuen Bedrohungen und Sicherheitsfragen seit dem Beginn von Glasnost und dem Ende des Kalten Kriegs. Im Weiteren liegt der Fokus auf Leinwanddarstellungen der Figur des Geheimagenten/(der Geheimagentin) ab 1960, zumal hier begonnen wurde, die Romane der bekanntesten Autoren (Ian Fleming, Len Deighton, John Le Carré) für Film und Fernsehen zu adaptieren. Das geplante Projekt ist somit in der Genreforschung angesiedelt, die in der britischen Film- und Fernsehforschung eine zentrale Rolle spielt. Der originäre Beitrag des Prjoekts betrifft dies sei an dieser Stelle nochmals erwähnt - die Untersuchung von Spionagenarrativen seit den 1980er Jahren. Die Forschungsaktivitäten machen Archivarbeiten in GB notwendig, um die relevante Primärliteratur zu bearbeiten. Dazu zählen Filmkritiken, filmwissenschaftliche Beiträge, Kinoprogramme, Zeitungen und Zeitschriften. Auch werden vor Ort (nur in Archiven zugängige) Kinofilme und Fernsehdramen sorgfältig rezipiert. Hierzu sei angemerkt, dass die Archivarbeiten am British Film Institute in London und am Cinema and Television History (CATH) Research Centre an der De Montfort University in Leicester durchgeführt werden. Methodologisch findet ein Ansatz Verwendung, der in der britischen Film- und Fernsehforschung weit verbreitet ist. Gemäß der New Film History (Chapman, Harper & Glancy, 2007) zeichnen diesen Ansatz drei zentrale Merkmale aus: Erstens gilt das Augenmerk den jeweiligen Kontexten, in denen Filme und Fernsehdramen entstehen und rezipiert werden. Zweitens wird filmischen und nicht-filmischen Primärquellen besondere Beachtung geschenkt. Drittens werden Filme und Fersehdramen als kulturelle Artefakte mit spezifischen Zeichenpotentialen und -praktiken betrachtet. Dieser Zugang ermöglicht die historische Rekonstruktion von Produktions- und Rezeptionskontexten sowie eine interpretierende Analyse von Spionagenarrativen im britischen Film und Fernsehen. Das Forschungsprojekt wird am am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt durchgeführt, wobei das Institut dem Projektwerber seine Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stellt.

Obwohl der britische Beitrag zur kulturellen Darstellung der Spionage weithin anerkannt ist und James Bond eine bedeutende populäre und kritische Aufmerksamkeit erregt hat und auch weiterhin ein Weltpublikum fasziniert, gab es eine Vernachlässigung der bedeutenden Neukonzeptionen von anderen Spionagenarrativen auf britischen Bildschirmen. Auf ähnliche Weise haben die jüngsten Trends in der Spionageliteratur, die sich nach dem Ende des Kalten Krieges an die neuen Bedingungen angepasst haben, und die Entstehung neuer Bedrohungen, die oft in Form eines "globalen Terrors" zusammengefasst sind, ein begrenztes wissenschaftliches Interesse erhalten, insbesondere wenn solche Narrative auf dem Bildschirm artikuliert wurden.Das Projekt widmet sich solchen Versäumnissen, indem es eine vollständigere und gründliche Beschäftigung mit britischer Spionage, Geschichte, Literatur und Kultur bietet. In der ersten Forschungsphase wurde eine detaillierte Übersicht der britischen Spionageliteratur in der Zeit ab der Geburt des modernen Spionagenarrativs im späten 19. Jahrhundert bis hin zu den dringlichen Fragen der nationalen Sicherheit und Terrorismus des 21. Jahrhunderts gesammelt. Diese detaillierte Arbeit wurde im Historical Dictionary of British Spy Fiction, Gewinner der RUSA Outstanding References Award (2017), präsentiert. Das Dictionary ist der erste Versuch, einen umfassenden Überblick über das wichtige populäre Genre des Spionagenarrativs zu geben, um britische Spionageliteratur über ihre literarischen, filmischen und televisuellen Formen anzusprechen und die Geschichten, Filme und Fernsehdramen in ihren historischen Kontexten zu betrachten. Die zweite Forschungsphase unternahm eine enge historische und kritische Untersuchung des Spionagegenres im britischen Film und Fernsehen seit 1960, eine Schlüsselperiode in der Entwicklung des modernen Spionagenarrativs, die sich unter dem Einfluss der populären Filmabenteuer von James Bond und des neuen "ernsten" Schreibens von John Le Carré und Len Deighton veränderte. Das Projekt untersuchte seinerseits: die Entwicklung der Spionagethriller im Film und Fernsehen unter dem Einfluss von James Bond in der Zeit; die Adaptionen in Film und Fernsehen von den neuen Narrativen von Le Carré, Len Deighton und ihren Nachahmern; nostalgische Formen von Film und Fernsehadaptionen von klassischen Schriftstellern wie Erskine Childers, Rudyard Kipling, Joseph Conrad, John Buchan und Geoffrey Householdold; filmische Bearbeitungen von tatsächlichen Spionagefällen und Skandalen, vor allem die Dramatisierungen von kontroversen Verrätern der 'Cambridge Spies', Guy Burgess Anthony Blunt, Kim Philby und Donald Maclean; den Zyklus der "Secret State" -Thriller in den 1980er Jahren, der die übermäßige Staatsgeheimhaltung und die engen Verbindungen zwischen dem Sicherheitsdienst und reaktionären rechtsstehenden Gruppen kritisierte; nd schließlich neue Spionageliteraturen, die den drastischen Veränderungen folgten, die der Kollaps der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahren verursachte und das Auftauchen des globalen Terrorismus als wichtigstes nationales Sicherheitsproblem.Das Projekt hat der Thematik der Spionage in Film und Fernsehen neue Aufmerksamkeit eingebracht. Es wurde eine aktuellere Betrachtungsweise des Einflusses von James Bond auf das breitere Spionagenarrativ eingeführt, ein umfassenderer historischer und kontextueller Rahmen für das Verständnis des Spionagedramas in Großbritannien und in vielen Beispielen bisher vernachlässigte Filme und Fernsehdramen ausgegraben. Es berücksichtigte aufs Neue den Einfluss von James Bond auf das breitere Spionagenarrativ, lieferte einen umfassenden historischen und kulturellen Rahmen für das Spionagenarrativ in Großbritannien und, in vielen Beispielen, brachte es bisher unbeachtete Filme und Fernsehdramen ans Licht, was zu einer inklusiveren und weitreichenderen Betrachtung des britischen Erlebnis von Spionage und seinen kulturellen Darstellungen führte. Alle künftigen Untersuchungen der britischen Spionageliteratur werden die vorliegende Arbeit, ihre Erkenntnisse und ihre Einschätzungen in Betracht ziehen.

Forschungsstätte(n)
  • University of Leicester - 100%

Research Output

  • 2 Zitationen
  • 2 Publikationen
Publikationen
  • 2017
    Titel Uncommon Dangers: Alfred Hitchcock and the Literary Contexts of the British Spy Thriller
    DOI 10.1007/978-3-319-60008-6_13
    Typ Book Chapter
    Autor Burton A
    Verlag Springer Nature
    Seiten 221-240
  • 2016
    Titel Historical Dictionary of British Spy Fiction.
    Typ Book
    Autor Burton R

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