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Kohlenmonoxidaustausch zwischen Biosphäre und Atmosphäre

Land-atmosphere carbon monoxide exchange

Albin Hammerle (ORCID: 0000-0003-1963-5906)
  • Grant-DOI 10.55776/P26931
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2015
  • Projektende 31.12.2018
  • Bewilligungssumme 248.104 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (90%); Geowissenschaften (10%)

Keywords

    Carbon Monoxide, Land-Atmosphere-Exchange, Eddy Covariance, Atmospheric Chemistry, Laser-Spectroscopy

Abstract Endbericht

Kohlenmonoxid (CO), ein Spurengas mit einer mittleren atmosphärischen Konzentration von ca. 100 ppb, spielt in der Atmosphären-Chemie eine wesentliche Rolle und hat damit zum einen ein indirektes globales Treibhauspotential und beeinflusst zum anderen die Luftqualität auf regionaler Ebene. Aus diesen Gründen sind die Emissionen in und die Aufnahme von CO aus der Atmosphäre relevant für das globale Klimasystem und die regionale Luftqualität. Trotz dieser Tatsachen sind die Abschätzungen für das globale atmosphärische CO-Budget und im Speziellen die terrestrischen Quellen und Senken für CO nach wie vor mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet. Dies liegt vor allem daran, dass es weltweit nur wenige empirische Daten zu diesen Größen gibt. Die wenigen Daten, die bislang dazu erhoben wurden, datieren noch dazu bereits auf die 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Außerdem beschränken sich diese empirischen Daten auf einzelne Ökosystemkomponenten, wie z. B. Blätter, Pflanzen oder den Boden, und nicht auf das gesamte Ökosystem, welches die relevante Skala für die Fragestellung der Quellen- oder Senkenstärke für terrestrische Ökosysteme darstellt. Es gibt daher zwei Hauptziele im vorliegenden Projekt: Erstens die Reduzierung der Unsicherheiten bei der Abschätzung des Anteils terrestrischer Ökosysteme an der gesamten CO-Bilanz. Dies geschieht durch (wahrscheinlich) erstmalige CO-Fluss-Messungen auf Ökosystemebene mittels der Eddy-Covariance-Methode über verschiedenen repräsentativen Ökosystemen in Europa (Grasland, Nadel- und Laubwäldern). Diese Messungen liefern die ersten direkt gemessenen Daten zum CO- Austausch auf der Ökosystemskala und eine empirische Beschreibung der zugrunde liegenden Prozesse. Zweitens werden die Anteile der ober- und unterirdischen Ökosystemkomponenten am Gesamtaustausch untersucht. Kammermessungen an der Bodenoberfläche, simultan zu den Messungen auf Ökosystemebene, erlauben, diese Anteile zu differenzieren. Zusätzlich zu diesen beiden Hauptzielen werden Laboruntersuchungen zum mikrobiellen CO- Austausch an Bodenproben durchgeführt, um standardisierte Labormethoden zu finden/zu entwickeln, sodass die gefundenen Unterschiede zwischen den verschiedenen Ökosystemen bestimmt werden können. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre, es wird in Kooperation mit vier internationalen Partnern und drei Partnern an der Universität Innsbruck durchgeführt.

Kohlenmonoxid (CO) ist ein Spurengas mit einer mittleren atmosphärischen Konzentration von ca. 100 ppb. Es spielt in der Atmosphären-Chemie eine wesentliche Rolle und hat damit zum einen ein indirektes globales Treibhauspotential und beeinflusst zum anderen die Luftqualität auf regionaler Ebene. Aus diesen Gründen sind die Emissionen in und die Aufnahme von CO aus der Atmosphäre relevant für das globale Klimasystem und die regionale Luftqualität. Trotz dieser Tatsachen sind die Abschätzungen für das globale atmosphärische CO-Budget und im Speziellen die terrestrischen Quellen und Senken für CO nach wie vor mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet. Dies liegt vor allem daran, dass es weltweit nur wenige empirische Daten zu diesen Größen gibt. Die wenigen Daten, die bislang dazu erhoben wurden, datieren noch dazu aus den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Außerdem beschränken sich diese empirischen Daten auf einzelne Ökosystemkomponenten, wie z. B. Blätter, Pflanzen oder den Boden, und nicht auf das gesamte Ökosystem, welches die relevante Skala für die Fragestellung der Quellen- oder Senkenstärke für terrestrische Ökosysteme darstellt. Die gewonnen Erkenntnisse aus zahlreichen Messkampagnen in Europa und Asien zeigen, dass die untersuchten Ökosysteme vor allem während Tageslichtstunden eine Quelle für CO darstellen. Während der Nachtstunden bewegte sich der CO-Austausch nahe oder um Null. Der entscheidende Faktor für die Menge des freigesetzten CO ist die kurzwellige Strahlung die auf die Ökosysteme auftrifft. In diesem Zusammenhang spielt der Boden eine entscheidende Rolle. Sowohl Messungen im Freiland, als auch unter Laborbedingungen zeigten, dass Böden unter Einfluss von Licht CO abgeben bzw. die Aufnahme von CO verringern. Insbesondere dann, wenn zusätzlich organische Streu vorhanden ist. Dies deutet auf eine Entscheidende Rolle der Photodegradation organischen Materials als Quelle für CO hin. Dies machte Ökosysteme mit relativ offenem Bestand und viel Licht, welches auf die Boden- und/oder Streuschicht trifft zu den höchsten untersuchten CO-Emittenten. Im Vergleich zu Modellannahmen konnte im vorliegenden Projekt eine deutliche Unterschätzung der natürlichen CO Emissionen von Ökosystemen in dem Modell (MEGAN) festgestellt werden und der angenommene Einfluss der vorhandenen Blattfläche in diesem Modell nicht bestätigt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Andreas Ibrom, Technical University of Denmark - Dänemark
  • Timo Vesala, Helsinki University - Finnland
  • Alessandro Cescatti, Joint Research Centre - Italien
  • Alex Guenther, University of California at Irvine - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 237 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Seasonal dynamics of the COS and CO2 exchange of a managed temperate grassland
    DOI 10.5194/bg-17-4281-2020
    Typ Journal Article
    Autor Spielmann F
    Journal Biogeosciences
    Seiten 4281-4295
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Gross Primary Productivity of Four European Ecosystems Constrained by Joint CO2 and COS Flux Measurements
    DOI 10.1029/2019gl082006
    Typ Journal Article
    Autor Spielmann F
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 5284-5293
    Link Publikation
  • 2019
    Titel High-frequency breakdown of the integer quantum Hall effect in GaAs/AlGaAs heterojunctions
    DOI 10.1103/physrevb.99.045305
    Typ Journal Article
    Autor Dziom V
    Journal Physical Review B
    Seiten 045305
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Urban flux measurements reveal a large pool of oxygenated volatile organic compound emissions
    DOI 10.1073/pnas.1714715115
    Typ Journal Article
    Autor Karl T
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Seiten 1186-1191
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Global modelling of soil carbonyl sulfide exchanges
    DOI 10.5194/bg-19-2427-2022
    Typ Journal Article
    Autor Abadie C
    Journal Biogeosciences
    Seiten 2427-2463
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Global modelling of soil carbonyl sulfide exchange
    DOI 10.5194/bg-2021-281
    Typ Preprint
    Autor Abadie C
    Seiten 1-57
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Exploring a new SU(4) symmetry of meson interpolators
    DOI 10.1103/physrevd.92.016001
    Typ Journal Article
    Autor Glozman L
    Journal Physical Review D
    Seiten 016001
    Link Publikation

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