Neue Konzepte zur Zähigkeitssteigerung 3D-druckbarer Photopolymere
Advanced toughening concepts for 3D-printable photopolymers
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (34%); Chemie (33%); Maschinenbau (33%)
Keywords
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Additive Manufacturing,
Fracture toughness,
3D-printing,
Synthetic Chemistry,
Photopolymers
Generative Fertigungsverfahren gewinnen zusehends Potenzial als mögliche Methode für zukünftige werkzeuglose Fertigung. Die größte Herausforderung besteht darin, Bauteile herzustellen, deren geometrische UND mechanische UND funktionelle Eigenschaften mindestens so gut sind wie die der herkömmlich (zB. Polymerspritzguss) hergestellten Teile. Das derzeitige Dilemma der generativen Fertigung ist die Tatsache, dass keine der derzeit verfügbaren Technologien hohe geometrische Qualität (Oberflächenrauigkeit, Genauigkeit) und hohe mechanische Eigenschaften (Festigkeit, Zähigkeit, Wärmeformbeständigkeit) zur gleichen Zeit bereitstellen kann. Lithographie-basierte generative Fertigungsverfahren (zB. Stereolithographie) haben die Eigenschaft, hervorragende Detailauflösung, Oberflächengüte und Präzision zu erreichen, leiden aber derzeit daran, dass die verfügbaren Photopolymereeine geringe Bruchzähigkeit und /oderniedrige Wärmeformbeständigkeit aufweisen. Das Ziel dieses Projektes ist es, eine neue Klasse von thermoplastartigen Photopolymeren zu entwickeln, die 3D-Druck mit hoher Auflösung und Genauigkeit ermöglichen, und gleichzeitig deutlich verbesserten thermomechanischen Eigenschaften aufweisen. Die Hypothese, die diese Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik ermöglichen soll, geht davon aus, dass ein stark kovalent dominiert Polymernetzwerk immer spröd sein wird, da kovalente, chemische Vernetzungen nur irreversibel aufgebrochen werden können. Ein Polymer hingegen, das durch physikalische Bindungen (sekundäre Bindungen zwischen den Polymerketten) dominiert wird, zeigt eine größeres Potential für eine hohe Bruchzähigkeit, da sekundäre Bindungen reversibel aufgebrochen werden können und so eine größere Energiedissipation durch aufgrund der Bewegung der Ketten gegeneinander möglich wird . Starke sekundäre Bindungen führen zu einer hohen Viskosität der Monomere und solche hochviskosen Monomere können mit den gegenwärtig verfügbaren Lithographiebasierten 3D-Druckern nicht verarbeitet werden. Durch entsprechende apparative Modifikationen dieser 3D-Drucker und der gleichzeitigen Entwicklung innovativer Monomersysteme mit erhöhten intermolekularen Kräfte wird dieses Projekt den experimentellen Nachweis der oben gestellten Hypothese versuchen. Eine beheizbare Wanne (60-80 C) ermöglicht die Verarbeitung von Monomeren mit hohem Molekulargewicht (~ 5 kDa ). Das hohe Molekulargewicht ist auch vorteilhaft im Zusammenhang mit einer geringen Schrumpfung bei der Polymerisation. Die zu entwickelnden Monomere sind monofunktionell, um den thermoplastartigen Charakter des resultierenden Polymers zu betonen. Eine Polymerisation oberhalb der Glasübergangstemperatur (Tg ) des Materials gewährleistet einen hohen Doppelbindungsumsatz (> 98%). Die Verwendung von Methacrylat-basierenden Monomeren wird die thermischeStabilität des Monomersystems während der Verarbeitung verbessern. Ein Polymerisationsgrad von ~ 10 ist ausreichend, da ähnliche, handelsübliche thermoplastische Urethanelastomers ein Molekulargewichte von 50 kD haben. Der zweite kritische Punkt von monofunktionellen Monomeren ist ihre geringe Photoreaktivität aufgrund ihres verzögerten Gelpunktes. Durch Einsatz von thermisch labilen Vernetzungen wird dieses Problem umgangen.
Additive Fertigungsverfahren erhalten eine enorme Aufmerksamkeit als eine potenzielle Methode für zukünftige werkzeuglose Fertigung. Das größte Problem besteht darin, schlussendlich Bauteile mit sowohl genauer Geometrie als auch guten Materialeigenschaften drucken zu können. Die erhaltenen Eigenschaften sollten mindestens so gut sein wie die von herkömmlich hergestellten Teilen (z.B. Spritzguss). Das momentane Dilemma der additiver Fertigung ist die Tatsache, dass keine der derzeitig erhältlichen Technologien gleichzeitig hohe geometrische Anforderungen (Oberflächenrauigkeit, Präzision) und gute Materialeigenschaften (Festigkeit, Zähigkeit, Wärmeformbeständigkeit) bereitstellen kann. Lithographiebasierte additive Fertigungsverfahren weisen das höchste Potential auf, um diese Ziele erreichen zu können. Sie leiden jedoch daran, dass keine dafür geeigneten Harze kommerziell verfügbar sind. Das Ziel dieses Projekts war es, neue photopolymerisierbare Monomersysteme für die lithographiebasierte additive Fertigung herzustellen, die 3D-Druck mit hoher Auflösung aber auch guten thermomechanischen Materialeigenschaften wie Festigkeit, Zähigkeit und Wärmeformbeständigkeit ermöglichen. Weiters wurden momentan erhältliche lithographie- basierte 3D-Drucker weiterentwickelt, um diese neuen Monomersysteme verarbeiten zu können. Dazu wurden eine beheizbare Wanne und ein beheizbares Beschichtungssystem entwickelt, die auch eine Verarbeitung von hochviskosen Harzen erlauben. Mit diesen neuen verbesserten 3D-Druckern wurden verschiedene Konzepte zur Schlagzähigkeitserhöhung von Photopolymeren untersucht. Die getesteten Methoden reichen von Herstellung von ABS- ähnlichen Photopolymeren (ABS als Maßstab bezüglich Zähigkeit von Kunststoffen), Zugabe von verschiedenen Additiven zu kommerziell erhältlichen Harzen, bis hin zur Erforschung von neu synthetisierten Monomeren. Für biomedizinische Anwendungen sind handelsübliche photopolymerisierbare Monomere aufgrund von Toxizität und niedriger Biokompatibilität nicht geeignet. Daher wurden Formulierungen basierend auf biokompatiblen Vinylestern entwickelt. Somit wurde es auch möglich, mittels lithographiebasierten 3D-Drucks bruchzähe, biokompatible Materialien für medizinische Anwendungen zu fertigen.
- Technische Universität Wien - 100%
- Helena Svajdlenkova, Slovak Academy of Science - Slowakei
- Andres Diaz Lantada, Universidad Politecnica de Madrid - Spanien
Research Output
- 3525 Zitationen
- 8 Publikationen
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2016
Titel Rapid formation of regulated methacrylate networks yielding tough materials for lithography-based 3D printing DOI 10.1039/c5py02009c Typ Journal Article Autor Gorsche C Journal Polymer Chemistry Seiten 2009-2014 Link Publikation -
2016
Titel Toughening of photo-curable polymer networks: a review DOI 10.1039/c5py01631b Typ Journal Article Autor Ligon-Auer S Journal Polymer Chemistry Seiten 257-286 -
2016
Titel Microstructural PALS study of regulated dimethacrylates: Thiol- versus ß-allyl sulfone-based networks DOI 10.1002/polb.24240 Typ Journal Article Autor Švajdlenková H Journal Journal of Polymer Science Part B: Polymer Physics Seiten 2476-2484 Link Publikation -
2022
Titel Maleimide-styrene-butadiene terpolymers: acrylonitrile-butadiene-styrene inspired photopolymers for additive manufacturing DOI 10.1002/pi.6351 Typ Journal Article Autor Steindl J Journal Polymer International Seiten 856-866 Link Publikation -
2018
Titel Combining cure depth and cure degree, a new way to fully characterize novel photopolymers DOI 10.1016/j.addma.2018.09.025 Typ Journal Article Autor Hofstetter C Journal Additive Manufacturing Seiten 166-172 -
2017
Titel Light-Triggered Radical Silane-Ene Chemistry Using a Monosubstituted Bis(trimethylsilyl)silane DOI 10.1002/macp.201600563 Typ Journal Article Autor Steindl J Journal Macromolecular Chemistry and Physics Seiten 1600563 Link Publikation -
2017
Titel Polymers for 3D Printing and Customized Additive Manufacturing DOI 10.1021/acs.chemrev.7b00074 Typ Journal Article Autor Ligon S Journal Chemical Reviews Seiten 10212-10290 Link Publikation -
2017
Titel Silane–Acrylate Chemistry for Regulating Network Formation in Radical Photopolymerization DOI 10.1021/acs.macromol.7b01399 Typ Journal Article Autor Steindl J Journal Macromolecules Seiten 7448-7457 Link Publikation