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Erhöhtes CCK2R-Targeting zur theragnostischen Anwendung in der Nuklearmedizin

Enhanced CCK2R targeting for theragnostic use in nuclear medicine

Elisabeth Von Guggenberg Zu Riedhofen (ORCID: 0000-0003-4944-4705)
  • Grant-DOI 10.55776/P27844
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2015
  • Projektende 28.02.2021
  • Bewilligungssumme 339.378 €
  • Projekt-Website

Matching Funds - Tirol

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (25%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (75%)

Keywords

    Peptides, Theragnostics, Radionuclides, Cholecystokinin Receptors, Receptor Targeting, Medullary Thyroid Carcinoma

Abstract Endbericht

Radioaktiv markierte Minigastrin (MG) Analoga mit spezifischer Bindung am Cholecystokinin-2- Rezeptor (CCK2R) ermöglichen die hochsensitive molekulare Bildgebung zur Detektion des medullären Schilddrüsenkarzinoms und anderer CCK2R-exprimierender Tumore. Diese Analoga können auch mit Beta-emittierenden Radioisotopen markiert werden und in der zielgerichteten Radiotherapie eingesetzt werden. Die bisher entwickelten radioaktiv markierten MG Analoga zeigen eine hohe Anreicherung in den Nieren oder geringe metabolische Stabilität in vivo, welche vor allem die therapeutische Anwendung limitiert. Im Rahmen dieses Projektes werden neue Strategien zur Stabilisierung untersucht, um die Pharmakokinetik und die gezielte Tumoraufnahme von MG-Analoga zu verbessern. Durch spezifische Aminosäuresubstitutionen in vier spezifischen Positionen der linearen Peptidsequenz sollen neue MG Analoga entwickelt werden, welche eine erhöhte Stabilität und bewahrte Rezeptorbindung aufzeigen. Diese Substitutionen zielen vor allem auf die Stabilisierung der C-terminalen Rezeptor-spezifischen Peptidsequenz hin, inkludieren aber auch zusätzliche Substitutionen im N-terminalen Bereich. Bis zu zwölf neue verschiedene Peptid-Analoga werden synthetisiert und mit dem makrozyklischen Chelator DOTA derivatisiert, welcher die radioaktive Markierung mit In-111 für die Einzelphotonen- Emissionscomputertomographie, mit Ga-68 für die Positronen-Emissions-Tomographie, sowie Lu-177 für die theragnostische Anwendung ermöglicht. Die im Rahmen des Projektes entwickelten DOTA- Peptide werden einer umfangreichen Evaluierung in vitro und in vivo unterzogen, um ein neues Analogon mit den besten Eigenschaften für zukünftige klinische Studien auszuwählen. Dieses MG- Analogon wird eine möglichst hohe Tumoraufnahme und Tumorretention, sowie eine geringe Nierenretention und ein hohes Aktivitäts-Verhältnis zwischen Tumor und Nieren aufweisen. Die präklinische Evaluierung in vitro und in vivo inkludiert die Charakterisierung der Stabilität im Serum und in Gewebshomogenisaten, die Evaluierung der CCK2R-Bindung und Zell-Internalisierung an CCK2R-exprimierenden Zell-Linien, sowie Studien zur Bioverteilung in einem Tier-Tumor-Modell, welche auch die Kleintierbildgebung und Dosimetrie-Studien beinhalten. Die Entwicklung eines radioaktiven Markers für die molekulare Bildgebung und zielgerichtete Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms und anderer CCK2R-exprimierender Tumore ist für das klinische Management von Krebspatienten von großer Bedeutung. Die neuen Erkenntnisse in der Stabilisierung von linearen Peptidsequenzen werden sich auch auf die Entwicklung von Peptid- basierten Molekülen auswirken, welche auf andere Rezeptoren abzielen. abstractpage 1 of 1

Radioaktiv markierte Moleküle können in der Nuklearmedizin zum Nachweis von Krebsläsionen und zur selektiven Bestrahlung und Zerstörung von Krebszellen eingesetzt werden. Häufig zeigen Krebszellen an der Zelloberfläche bestimmte Zielstrukturen, welche mit zielgerichtete Substanzen anvisiert werden können. So weisen medulläre Schilddrüsenkarzinome und kleinzellige Lungenkarzinome häufig den Cholecystokinin-2-Rezeptor an der Zelloberfläche auf. An diese Proteinstruktur bindet das Peptidhormon Gastrin. Dieses Schlüssel-Schloss-Prinzip wurde in diesem Projekt genutzt, um eine neue diagnostische Untersuchungsmöglichkeit sowie ein neues therapeutisches Konzept für diese seltenen Erkrankungen zu entwickeln. Dabei standen bestimmte Eigenschaften der Substanz im Fokus. Neben einer geringen Anreicherung in den Nieren zur Vermeidung von unerwünschten Nebenwirkungen in der Therapie, wurde besonderes Augenmerk auf die Stabilisierung gegen den Abbau durch körpereigene Enzyme gerichtet, um eine möglichst hohe Aufnahme im Tumorgewebe zu ermöglichen. Durch spezifische chemische Veränderungen konnten neue stabilisierte Gastrin-Derivate entwickelt werden, welche eine erhöhte Stabilität gegen den enzymatischen Abbau aufweisen, aber nach wie vor eine starke Bindung am Rezeptor zeigen. Die radioaktive Markierung erfolgte über den Einbau des Chelators DOTA. Dieser Chelator wird häufig in der Nuklearmedizin angewandt, da er stabile Komplexe mit verschiedenen Radiometallen bildet. So ermöglicht er die radioaktive Markierung mit Indium-111 für die Single-Photon-Emissionstomographie, mit Gallium-68 für die Positronen-Emissions-Tomographie, sowie mit Yttrium-90 und Lutetium-177 für die therapeutische Anwendung. Die entwickelten radioaktiv markierten Gastrin-Derivate wurden einer umfangreichen präklinischen Evaluierung unterzogen. Diese Evaluierung umfasste die Charakterisierung der Stabilität im Serum und in Gewebe-Homogenaten, die Evaluierung der spezifischen Rezeptorbindung und Aufnahme in Krebszellen. Es wurden auch Tierversuche im Tier-Tumor-Modell durchgeführt, um die Gewebsverteilung, Ausscheidung und Aufnahme im Tumor zu untersuchen, sowie diagnostische Untersuchungen mit einer speziellen Gammakamera für die präklinische Forschung mit Kleintieren. Das gesteckte Ziel, ein neues Gastrin-Derivat mit vielversprechenden Eigenschaften für die klinische Anwendung in Diagnostik und Therapie auszuwählen, konnte erreicht werden. Es konnte auch bereits eine erste klinische Studie gestartet werden, in der die mit Gallium-68 markierte Substanz in der hochsensitiven Positronen-Emissions-Tomographie erstmalig zum Einsatz kommt. Die Entwicklung dieses neuen radioaktiv markierten Gastrin-Derivates eröffnet Patienten mit Krebserkrankungen, die über den Cholecystokinin-2 Rezeptor anvisiert werden können, neue Wege der Diagnostik und Therapie. Die innerhalb des Projektes untersuchten chemischen Veränderungen zur Stabilisierung können auch auf Peptidhormone, die gegen andere Rezeptoren gerichtet sind, übertragen werden. Die durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten leisten damit einen wichtigen Beitrag zur modernen Bildgebung und zielgerichteten Therapie von Krebserkrankungen in der Nuklearmedizin.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Luigi Aloj, Fondazione IRCCS Istituto Nazionale dei Tumori - Italien
  • Peter Laverman, Radboud University Nijmegen - Niederlande
  • Jane K. Sosabowski, Barts and The London Queen Mary´s School of Medicine and Dentistry - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 186 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Effects of Side Chain and Peptide Bond Modifications on the Targeting Properties of Stabilized Minigastrin Analogs
    DOI 10.3390/ph16020278
    Typ Journal Article
    Autor Hörmann A
    Journal Pharmaceuticals
  • 2022
    Titel Automated Synthesis of 68Ga-Labeled DOTA-MGS8 and Preclinical Characterization of Cholecystokinin-2 Receptor Targeting
    DOI 10.3390/molecules27062034
    Typ Journal Article
    Autor Hörmann A
    Journal Molecules
    Seiten 2034
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Cholecystokinin-2 Receptor Targeting with Radiolabeled Peptides: Current Status and Future Directions.
    DOI 10.2174/0929867327666200625143035
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Current medicinal chemistry
    Seiten 7112-7132
    Link Publikation
  • 2017
    Titel 177Lu Labeled Cyclic Minigastrin Analogues with Therapeutic Activity in CCK2R Expressing Tumors: Preclinical Evaluation of a Kit Formulation
    DOI 10.1021/acs.molpharmaceut.7b00241
    Typ Journal Article
    Autor Rangger C
    Journal Molecular Pharmaceutics
    Seiten 3045-3058
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Radiopharmaceutical Formulation and Preclinical Testing of 68Ga-Labeled DOTA-MGS5 for the Regulatory Approval of a First Exploratory Clinical Trial
    DOI 10.3390/ph14060575
    Typ Journal Article
    Autor Hörmann A
    Journal Pharmaceuticals
    Seiten 575
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Site-specific stabilization of minigastrin analogs against enzymatic degradation for enhanced cholecystokinin-2 receptor targeting
    DOI 10.7150/thno.24378
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Theranostics
    Seiten 2896-2908
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Update on Preclinical Development and Clinical Translation of Cholecystokinin-2 Receptor Targeting Radiopharmaceuticals
    DOI 10.3390/cancers13225776
    Typ Journal Article
    Autor Von Guggenberg E
    Journal Cancers
    Seiten 5776
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Stabilization Strategies for Linear Minigastrin Analogues: Further Improvements via the Inclusion of Proline into the Peptide Sequence
    DOI 10.1021/acs.jmedchem.0c01233
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Journal of Medicinal Chemistry
    Seiten 14668-14679
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Initial In Vitro and In Vivo Evaluation of a Novel CCK2R Targeting Peptide Analog Labeled with Lutetium-177
    DOI 10.3390/molecules25194585
    Typ Journal Article
    Autor Hörmann A
    Journal Molecules
    Seiten 4585
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Cholecystokinin-2 Receptor Targeting with Novel C-terminally Stabilized HYNIC-Minigastrin Analogs Radiolabeled with Technetium-99m
    DOI 10.3390/ph12010013
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Pharmaceuticals
    Seiten 13
    Link Publikation
  • 2018
    Titel DOTA-MGS5, a New Cholecystokinin-2 Receptor-Targeting Peptide Analog with an Optimized Targeting Profile for Theranostic Use
    DOI 10.2967/jnumed.118.221283
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Journal of Nuclear Medicine
    Seiten 1010-1016
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Site-specific stabilization of minigastrin analogs against enzymatic degradation for enhanced cholecystokinin-2 receptor targeting: Erratum
    DOI 10.7150/thno.36746
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Theranostics
    Seiten 4595-4596
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Correction: Klingler, M., et al. Cholecystokinin-2 Receptor Targeting with Novel C-terminally Stabilized HYNIC-Minigastrin Analogs Radiolabeled with Technetium-99m. Pharmaceuticals 2019, 12, 13
    DOI 10.3390/ph12020088
    Typ Journal Article
    Autor Klingler M
    Journal Pharmaceuticals
    Seiten 88
    Link Publikation

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