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Barocke Tischlerausstattungen in österreichischen Sakralbauten

Baroque furnishing in Austrian churches

Michael Bohr (ORCID: 0000-0003-4376-0176)
  • Grant-DOI 10.55776/P28091
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2015
  • Projektende 31.12.2018
  • Bewilligungssumme 218.930 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (15%); Kunstwissenschaften (80%); Philosophie, Ethik, Religion (5%)

Keywords

    Applied arts, Church furnishing, Furniture, Baroque

Abstract Endbericht

Der Erforschung des österreichischen Barockmobiliars sind bislang enge Grenzen gesetzt, da noch kein Katalog mit Referenzstücken vorliegt, der die exakte Datierung von Möbeln und deren Zuordnung zu bestimmten Regionen ermöglichen würde. Es fehlt eine genaue Untersuchung von Tischlerarbeiten mit gesichertem Herstellungsdatum und bekannter Provenienz. Solche Möbel finden sich vor allem im sakralen Umfeld. In der geplanten Studie, die auf umfassenden, vom FWF subventionierten Vorarbeiten aufbaut, wird entsprechendes Mobiliar präsentiert. In den vergangenen Jahren bearbeitete ich Möbel aus 40 Klöstern und Weltkirchen in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich. Das Manuskript mit den Forschungsergebnissen wird vom Böhlau Verlag in Wien gedruckt. Der erste Teil des 2015 erscheinenden Buches beschäftigt sich mit der Entwicklungsgeschichte des Kirchenmobiliars sowie mit stilistischen Besonderheiten der vorgestellten Inventarstücke. Der zweite Teil enthält ausführliche Katalogbeiträge zu den jeweiligen Möbelgarnituren. Nun ist es selbstverständlich sinnvoll, auch die Tischlererzeugnisse der anderen Regionen Österreichs zu studieren. Die Arbeiten werden im geplanten zweiten Band des Projektes besprochen, der Einrichtungen weiterer 50 Sakralanlagen beinhalten wird. Neben der Kontextualisierung der Artefakte betrifft ein wichtiger Aspekt meiner Studie die Auswertung von Schriftquellen, die sich in verschiedenen Archiven erhalten haben. In Verbindung mit dem Projekt sind die Nachrichten zum einen in Bezug auf die Bewertung der Möbel interessant, zum andern liefern sie aber auch Informationen über Zünfte, Arbeitsverhältnisse und die allgemeine Lebenssituation der Handwerker. Damit lassen sich unsere Vorstellungen von den Tischlern und ihren Werkstätten im Zeitalter des Barock präzisieren. Mit dem gewählten thematischen und methodischen Ansatz wird erstmals ein detaillierter Überblick über das österreichische Barockmobiliar in seiner Gesamtheit gegeben. Die Einbeziehung soziologischer und wirtschaftshistorischer Fragestellungen hebt die Recherche auf ein Niveau, das dem inzwischen gültigen internationalen Standard wissenschaftlicher Arbeiten zur Möbelkunst entspricht.

Der Erforschung des österreichischen Barockmobiliars sind bislang enge Grenzen gesetzt, da noch kein Katalog mit Referenzstücken vorliegt, der die exakte Datierung von Möbeln und deren Zuordnung zu bestimmten Regionen ermöglichen würde. Es fehlt eine genaue Untersuchung von Tischlerarbeiten mit gesichertem Herstellungsdatum und bekannter Provenienz. Solche Möbel finden sich vor allem im sakralen Umfeld. In einer Studie, die auf umfassenden, vom FWF subventionierten Vorarbeiten aufbaut, wird entsprechendes Mobiliar präsentiert. In den vergangenen Jahren bearbeitete ich Möbel aus über 90 österreichischen Klöstern und Weltkirchen. Bei dem untersuchten Mobiliar handelt es sich vor allem um Chorgestühle, Beichtstühle und Kirchenbänke sowie um Sakristei- und Schatzkammerschränke. Ein erster Band mit Forschungsergebnissen erschien 2017 im Böhlau Verlag, ein zweiter Band ist in Vorbereitung und wird Ende 2019 oder Anfang 2020 publiziert. Buch und Manuskript sind in zwei übergeordnete Abschnitte eingeteilt. Der erste Teil des bereits publizierten Beitrags beinhaltet Kapitel zur Geschichte der Kirchenmöbel, zur Wahl der Tischler durch Auftraggeber und Mäzene, zur geographischen Lage der Schreinereien in Wien und auf dem Land sowie zum Modus der Auftragsvergabe. Der einleitende Abschnitt des zweiten Bandes ist einer Untersuchung der Lebensbedingungen von Tischlern sowie einer Studie über die österreichischen Zünfte gewidmet. Ein weiteres Kapitel beantwortet Fragen nach Planungsabläufen, Entwürfen und Modellen sowie nach der Arbeitsteilung zwischen Tischlern, Bildhauern und anderen Gewerken. Ferner nennen Buch und Manuskript die stilistischen Besonderheiten der vorgestellten Inventarstücke und enthalten ausführliche Katalogbeiträge zu den Möbelgarnituren. Neben der Kontextualisierung der Artefakte betrifft ein wichtiger Aspekt meiner Studie die Auswertung von frühneuzeitlichen Schriftquellen. In Verbindung mit dem Projekt sind die Nachrichten zum einen in Bezug auf die Bewertung der Möbel interessant, zum andern liefern sie aber auch Informationen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, womit sich unsere Vorstellungen von den Tischlern und ihren Werkstätten im Zeitalter des Barock präzisieren lassen. Mit dem gewählten thematischen und methodischen Ansatz wird ein detaillierter Überblick über das österreichische Barockmobiliar in seiner Gesamtheit gegeben und ein wichtiges Desiderat der kunsthistorischen Forschung erfüllt. Die Einbeziehung von Fragestellungen aus Nachbardisziplinen hebt die Recherche auf ein Niveau, das dem inzwischen gültigen internationalen Standard wissenschaftlicher Arbeiten zur Möbelkunst entspricht.

Forschungsstätte(n)
  • Stadt Wien - 100%

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