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Elektronenzentren in Wasserstoff-dotierten Halbleiteroxiden

Hydrogen-derived electron centers in semiconducting oxides

Thomas Berger (ORCID: 0000-0002-2062-5193)
  • Grant-DOI 10.55776/P28211
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2015
  • Projektende 31.07.2020
  • Bewilligungssumme 323.031 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (75%); Nanotechnologie (25%)

Keywords

    Oxide Semiconductors, Hydrogen, Electrochemistry, Spectroscopy, Nanoparticle Systems, Photoinduced Processes

Abstract Endbericht

Das gezielte Einbringen von Wasserstoff-Störstellen oder Sauerstoff-Fehlstellen in oxidische Halbleiter und die damit verbundene Erhöhung der Konzentration flacher Donatorzustände (Selbstdotierung) stellen eine vielversprechende Strategie zur Optimierung der Materialeigenschaften in verschiedenen technologischen Anwendungen dar (Sensoren, Superkondensatoren, Batterien, Solare Brennstoffe). Während die verstärkten Forschungsanstrengungen der letzten Jahre zu einer beeindruckenden Vielfalt an neuen Synthesemethoden und zu einer stark verbesserten Effizienz selbstdotierter Oxidegeführthaben,sinddiephysikalisch-chemischenGrundlagen des DotierprozessessowiedieBeschaffenheitunddie Funktionalität der zugrundeliegenden elektronischen Zustände weitgehend unbekannt. Dies trifft besonders auf nanostrukturierte Halbleiter unter anwendungsrelevanten Bedingungen zu. Die Kenntnis dieser Grundlagen ist jedoch für eine gezielte Optimierung der Materialeigenschaften unabdingbar. Im Zuge des Projekts sollen jene Grenzflächeneigenschaften oxidischer Halbleiter identifiziert und untersucht werden, welche die Bildung, die Reaktivität und die Funktionalität von Elektronenzentren in Wasserstoff-dotierten ZnO und TiO2 Partikelsystemen bestimmen. Die experimentelle Herangehensweise beruht dabei auf dem kombiniertenEinsatzelektrochemischer und spektroskopischer in situ Methoden. Dabei werden die elektronischen Eigenschaften von Defektzuständen in Wasserstoff-dotierten Halbleitern an Systemen steigender Komplexität beginnend mit Nanopartikeln unter Hochvakuum-Bedingungen bis hin zu mesoporösen Dünnfilmen in Kontakt mit einem Elektrolyten untersucht. Die Herstellung annähernd stoichiometrischer ZnO und TiO2 Nanopartikel erfolgt dabei über die Metall-organische Chemische Gasphasen-Deposition (MO-CVS). Die oxidischen Halbleiter werden dann in Form von Pulvern oder nach deren Immobilisierung auf einem leitfähigen Substrat verschiedenen Dotierprozessen unterworfen (ex situ Dotierung nach erfolgter Synthese, in situ Dotierung im Zuge der Anwendung als Elektrode). Dotierte TiO2 und ZnO Nanostrukturen werden darüber hinaus über nasschemische Ansätze wie zum Beispiel die direkte Elektrodeposition hergestellt. Flache Donatorzustände können nicht nur über die Synthese und die Prozessierung der Halbleiter in diese einbracht werden, sondern auch in reversibler oder irreversibler Form im Zuge der Materialanwendung. Dies gilt in besonderem Ausmaß für Wasserstoff-Störstellen, da Wasserstoff- Quellen während der gesamten Prozesskette des Materials allgegenwärtig sind. Aus diesem Grund wird besonderes Augenmerk auf die Untersuchung des photoinduzierten in situ Dotierprozesses von Halbleiter-Elektroden gelegt. Ziel ist es ein grundlegendes Verständnis der relevanten Prozessschritte an der Grenzfläche Halbleiter/Elektrolyt sowie im Volumen des Halbleiters zu gewinnen.

Das gezielte Einbringen von Wasserstoff-Störstellen oder Sauerstoff-Fehlstellen in oxidische Halbleiter und die damit verbundene Erhöhung der Konzentration flacher Donatorzustände (Selbstdotierung) stellen eine vielversprechende Strategie zur Optimierung der Materialeigenschaften in verschiedenen technologischen Anwendungen dar (Sensoren, Superkondensatoren, Batterien, Solare Brennstoffe). Während die verstärkten Forschungsanstrengungen der letzten Jahre zu einer beeindruckenden Vielfalt an neuen Synthesemethoden und zu einer stark verbesserten Effizienz selbstdotierter Oxide geführt haben, sind die physikalisch-chemischen Grundlagen des Dotierprozesses sowie die Beschaffenheit und die Funktionalität der zugrundeliegenden elektronischen Zustände weitgehend unbekannt. Dies trifft besonders auf nanostrukturierte Halbleiter unter anwendungsrelevanten Bedingungen zu. Die Kenntnis dieser Grundlagen ist jedoch für eine gezielte Optimierung der Materialeigenschaften unabdingbar. Im Zuge des Projekts sollten jene Grenzflächeneigenschaften oxidischer Halbleiter identifiziert und untersucht werden, welche die Bildung, die Reaktivität und die Funktionalität von Elektronenzentren in Wasserstoff-dotierten ZnO und TiO2 Partikelsystemen bestimmen. Zu diesem Zweck wurde ein Hochvakuum-/Hochdruckreaktorsystem aufgebaut, welches die Prozessierung und Charakterisierung von Materialien unter Hochvakuumbedingungen, in definierten Gasatmosphären, Flüssigkeiten sowie in Elektrolytlösungen ermöglicht. Die Bildung und die Stabilität von Defektzuständen in Wasserstoff-dotierten Halbleiterpartikel-Systemen konnten durch Einsatz spektroskopischer und elektrochemischer Untersuchungsmethoden für verschiedene Grenzflächenbedingungen qualitativ und quantitativ untersucht werden. Defektzuständen, die während der Materialsynthese oder im Zuge des Materialeinsatzes an der Grenzfläche zwischen dem Halbleiter-Material und einer Elektrolytlösung entstehen können, wurden hinsichtlich ihres Einflusses auf die funktionellen Eigenschaften der Elektrode in der Photokatalyse und in der Synthese solarer Brennstoffe untersucht. Besonderes Augenmerk wurde auf die Aufklärung prozessbedingter Eigenschaftsänderungen gelegt, die mit der Bildung von Partikel/Partikel-Grenzflächen einhergehen. Während Partikel/Partikel-Kontakte die elektrische Leitfähigkeit von Nanopartikelelektroden bedingen, stellen diese Grenzflächen auch Bereiche hoher Defektdichte dar. Es konnte gezeigt werden, dass diese Grenzflächendefekte den Elektronentransport verlangsamen und als Rekombinationszentren wirken. Die Untersuchungsergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass in Nanopartikel-Netzwerken eine Verbesserung der Ladungsträger-Separation und eine Reduktion ungewollter Rekombinationsprozesse durch systematische Partikelkonsolidierung erzielt werden können. Quantenchemische Berechnungen unserer Kooperationspartner zeigen außerdem, dass Wasserstoff-Dotierung die Defekt-Zustandsdichte an diesen Grenzflächen verändern kann und damit - wie im Experiment beobachtet - zu einer Erhöhung der photoelektrokatalytischen Aktivität führen kann. Unsere Untersuchungen unterstreichen den großen Einfluss von Partikel/Partikel-Grenzflächen auf die Funktionseigenschaften von Nanopartikelfilmen. Gleichzeitig ermöglichten sie die Entwicklung vielversprechender Strategien zur Optimierung nanopartikelbasierter Materialien. Den Prinzipien der Grünen Chemie folgend konnte die Reaktivität von Elektronenzentren in Wasserstoff-dotierten Halbleiterelektroden für die Abscheidung elektroaktiver Nanostrukturen an der Halbleiter/Elektrolyt-Grenzfläche ausgenutzt werden. Diese auf der elektrochemischen oder photochemischen Deposition beruhende Synthesemethode wurde erfolgreich für die Herstellung ternärer Metalloxidfilme eingesetzt. Die Eignung der so hergestellten Hybridmaterialien für die Energiespeicherung unter Einsatz wässriger Elektrolytlösungen wurde durch umfangreiche elektrochemische Untersuchungen nachgewiesen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Michel Bockstedte, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Silvia Gross, Università degli studi di Padova - Italien
  • Ramon Tena-Zaera, Parque Tecnologico de San Sebastian - Spanien
  • Juan Antonio Anta, Universidad Pablo de Olavide, Sevilla - Spanien
  • Ladislav Kavan, Academy of Sciences of the Czech Republic - Tschechien

Research Output

  • 124 Zitationen
  • 11 Publikationen
  • 2 Datasets & Models
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2022
    Titel Substrate-Enabled Room-Temperature Electrochemical Deposition of Crystalline ZnMnO3
    DOI 10.1002/cphc.202200586
    Typ Journal Article
    Autor Rettenmaier K
    Journal ChemPhysChem
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Exciton Emission and Light-Induced Charge Separation in Colloidal ZnO Nanocrystals
    DOI 10.1002/cptc.201800104
    Typ Journal Article
    Autor Kocsis K
    Journal ChemPhotoChem
    Seiten 994-1001
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Impact of Nanoparticle Consolidation on Charge Separation Efficiency in Anatase TiO2 Films
    DOI 10.3389/fchem.2021.772116
    Typ Journal Article
    Autor Rettenmaier K
    Journal Frontiers in Chemistry
    Seiten 772116
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Reactivity of Hydrogen-Related Electron Centers in Powders, Layers, and Electrodes Consisting of Anatase TiO2 Nanocrystal Aggregates
    DOI 10.1021/acs.jpcc.1c01580
    Typ Journal Article
    Autor Jime´Nez J
    Journal The Journal of Physical Chemistry C
    Seiten 13809-13818
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Conformal Coverage of ZnO Nanowire Arrays by ZnMnO3 : Room-temperature Photodeposition from Aqueous Solution.
    DOI 10.1002/cphc.202300250
    Typ Journal Article
    Autor Rettenmaier K
    Journal Chemphyschem : a European journal of chemical physics and physical chemistry
    Link Publikation
  • 2019
    Titel From Anhydrous Zinc Oxide Nanoparticle Powders to Aqueous Colloids: Impact of Water Condensation and Organic Salt Adsorption on Free Exciton Emission
    DOI 10.1021/acs.langmuir.9b00656
    Typ Journal Article
    Autor Kocsis K
    Journal Langmuir
    Seiten 8741-8747
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Particle Consolidation and Electron Transport in Anatase TiO2 Nanocrystal Films
    DOI 10.1021/acsami.9b12693
    Typ Journal Article
    Autor Rettenmaier K
    Journal ACS Applied Materials & Interfaces
    Seiten 39859-39874
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Changing interfaces: Photoluminescent ZnO nanoparticle powders in different aqueous environments
    DOI 10.1016/j.susc.2016.02.019
    Typ Journal Article
    Autor Kocsis K
    Journal Surface Science
    Seiten 253-260
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Charge-Transfer Reductive in Situ Doping of Mesoporous TiO2 Photoelectrodes: Impact of Electrolyte Composition and Film Morphology
    DOI 10.1021/acs.jpcc.6b09926
    Typ Journal Article
    Autor Idi´Goras J
    Journal The Journal of Physical Chemistry C
    Seiten 27882-27894
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Modification of Charge Trapping at Particle/Particle Interfaces by Electrochemical Hydrogen Doping of Nanocrystalline TiO2
    DOI 10.1021/jacs.6b08636
    Typ Journal Article
    Autor Jime´Nez J
    Journal Journal of the American Chemical Society
    Seiten 15956-15964
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Photoelectrochemical Properties of SnO2 Photoanodes Sensitized by Cationic Perylene-Di-Imide Aggregates for Aqueous HBr Splitting
    DOI 10.1021/acs.jpcc.9b11039
    Typ Journal Article
    Autor Benazzi E
    Journal The Journal of Physical Chemistry C
    Seiten 1317-1329
    Link Publikation
Datasets & Models
  • 2017 Link
    Titel CCDC 1528170: Experimental Crystal Structure Determination
    DOI 10.5517/ccdc.csd.cc1n95ty
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2017 Link
    Titel CCDC 1528169: Experimental Crystal Structure Determination
    DOI 10.5517/ccdc.csd.cc1n95sx
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2017
    Titel Habilitation Award 2017 of the Austrian Chemical Society (GÖCH)
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)

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