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Notendruck in deutschsprachigen Ländern: Von den Anfängen bis Mitte 16. Jahrhundert

Music Printing in German Speaking Lands: From the 1470s to the mid-16th century

Andrea Lindmayr-Brandl (ORCID: 0000-0003-4438-7158)
  • Grant-DOI 10.55776/P28353
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projekt­beginn 01.02.2016
  • Projektende 29.02.2020
  • Bewilligungs­summe 358.491 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (40%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (20%); Soziologie (20%)

Keywords

  • Music History,
  • Cultural History,
  • Music Printing,
  • 16th century,
  • Germany,
  • Reformation
Abstract Zusammenfassung

Das Aufkommen eines neuen Mediums ist nicht nur ein technisches Phänomen, sondern hat auch tiefe gesellschaftliche Auswirkungen, wie unsere Generation am Beispiel der Entwicklung des Computers erfahren konnte. Das vorliegende Projekt untersucht eine ähnliche Erscheinung, die vor etwa fünfhundert Jahren stattgefunden hat und die musikalische Welt grundlegend veränderte. Musik zu drucken war eine besondere Herausforderung. Das erste greifbare Dokument dieses neuen Mediums ist ein liturgisches Buch mit Choralnotation, das gegenüber der Gutenbergschen Bibel erst 25 Jahre "verspätet" erschien. Dass dieser Musikdruck im süddeutschen Raum entstanden ist, war längst bekannt. Dennoch ist die Druckgeschichte deutschsprachiger Länder im Vergleich zu anderen europäischen Regionen aufgrund spezifischer kultureller und politischer Gegebenheiten bisher wenig erforscht. Das Projekt geht zunächst nicht von der Frage aus, welches Repertoire gedruckt wurde, sondern stellt die technischen Schwierigkeiten ins Zentrum, Notenzeichen und Notenlinien gemeinsam zu drucken. Aufgrund dieser Prämisse ist jede gedruckte Quelle mit jeder Art von Notation für uns von Interesse: Theoriebücher mit eingedruckten Musikbeispielen, liturgische Musikdrucke mit Choral, Kirchenliederbücher, Tabulaturdrucke für die verschiedensten Instrumente, Drucke mit geistlicher und weltlicher mehrstimmiger Musik, Flugblätter mit Musik, etc. Diese breite Perspektivierung kann einen umfassenden Einblick in die musikalische Welt der Zeit gewähren und zu einem besseren Verständnis der kulturgeschichtlichen Bedeutung des frühen Musikdrucks beitragen. In einem Vorgängerprojekt, das sich auf die ersten vier Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts konzentrierte, wurde eine Datenbank aufgebaut, die bereits online zur Verfügung steht (vdm16.sbg.ac.at). Der dort dokumentierte Bestand soll nun auf etwas mehr als tausend Titel erweitert und mit Abbildungen versehen werden. Die Basisdaten, die aus verschiedensten Bibliographien stammen, werden im Weiteren durch detaillierte Bibliotheksrecherchen an den Objekten vervollständigt und hinsichtlich drucktechnischer Fragen vertieft. Die Entwicklung eines kartographischen Visulisierungsprogramm soll helfen, die Fülle der dabei gewonnenen Informationen aufzubereiten, besser zu verstehen und im Modell regional zu vernetzen. Das Projektteam widmet sich neben der Datenerfassung auch deren Auswertung, indem es ausgewählte Forschungsfragen bearbeitet. Diese betreffen die technische Entwicklung des frühen Notendrucks über die gesamte Zeitspanne, die zunehmende Vernetzung der Druckwerkstätten und der Austausch von Drucktypen, den Einfluss der Reformation auf den Druckmarkt und seine Folgen, spezifische Repertoireentwicklungen sowie musikalische Beziehungen und Interaktionen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen, auch über den deutschsprachigen Raum hinaus.

Das Aufkommen eines neuen Mediums ist nicht nur ein technisches Phänomen, sondern hat auch tiefe gesellschaftliche Auswirkungen, wie unsere Generation am Beispiel der Entwicklung des Computers erfahren konnte. Das nun abgeschlossene Projekt untersucht eine ähnliche Erscheinung, die vor etwa fünfhundert Jahren stattgefunden hat und die musikalische Welt grundlegend veränderte. Musik zu drucken war eine besondere Herausforderung. Das erste greifbare Dokument dieses neuen Mediums ist ein liturgisches Buch mit Choralnotation, das gegenüber der Gutenbergischen Bibel erst 25 Jahre später erschien. Dass dieser Musikdruck im süddeutschen Raum entstanden ist, war längst bekannt. Dennoch wurde die Druckgeschichte deutschsprachiger Länder im Vergleich zu anderen europäischen Regionen aufgrund spezifischer kultureller und politischer Gegebenheiten bislang wenig bearbeitet. Diese Forschungslücke ist nun geschlossen. Das Projekt ging zunächst nicht von der Frage aus, welches Repertoire gedruckt wurde, sondern stellte die technischen Schwierigkeiten ins Zentrum, Notenzeichen und Notenlinien gemeinsam zu drucken. Aufgrund dieser Prämisse war jede gedruckte Quelle mit jeder Art von Notation von Interesse: Theoriebücher mit eingedruckten Musikbeispielen, liturgische Musikdrucke mit Choral, Kirchenliederbücher, Tabulaturdrucke für die verschiedensten Instrumente, Drucke mit geistlicher und weltlicher mehrstimmiger Musik, Flugblätter mit Musik, etc. Diese breite Perspektivierung gewährt einen umfassenden Einblick in die musikalische Welt der Zeit und trägt zu einem besseren Verständnis der kulturgeschichtlichen Bedeutung des frühen Musikdrucks bei. In einem Vorgängerprojekt, das sich auf die ersten vier Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts konzentrierte, wurde eine Datenbank aufgebaut, die online frei zur Verfügung steht. Der dort dokumentierte Bestand wurde auf etwas mehr als tausend Titel erweitert und mit Abbildungen versehen. Die Basisdaten, die aus verschiedensten Bibliographien stammen, wurden durch detaillierte Bibliotheksrecherchen an den Objekten vervollständigt und hinsichtlich drucktechnischer Fragen vertieft. Die Entwicklung eines kartographischen Visulisierungsprogramm soll helfen, die Fülle der dabei gewonnenen Informationen aufzubereiten, besser zu verstehen und im Modell regional zu vernetzen. Das Projektteam widmete sich neben der Datenerfassung auch deren Auswertung, indem es ausgewählte Forschungsfragen bearbeitete. Diese betreffen die technische Entwicklung des frühen Notendrucks über die gesamte Zeitspanne, die zunehmende Vernetzung der Druckwerkstätten und den Austausch von Drucktypen, den Einfluss der Reformation auf den Druckmarkt und seine Folgen, spezifische Repertoireentwicklungen sowie musikalische Beziehungen und Interaktionen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen, auch über den deutschsprachigen Raum hinaus. Die zahlreichen Publikationen, die aus diesem Projekt erwachsen sind, findet man auf der Homepage www.vdm.sbg.ac.at unter "Publications".

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

Research Output

  • 15 Zitationen
  • 44 Publikationen
  • 1 Methoden & Materialien
  • 1 Datasets & Models
  • 5 Disseminationen
  • 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2021
    Titel Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe
    DOI 10.4324/9780429342844
    Typ Book
    Verlag Taylor & Francis
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Privileges for printed music in the Holy Roman Empire during the sixteenth century
    DOI 10.4324/9780429342844-15
    Typ Book Chapter
    Autor Mcdonald G
    Verlag Taylor & Francis
    Seiten 207-230
    Link Publikation
  • 2020
    Titel "The Catalogue of Early German Printed Music (vdm.sbg.ac.at). Experiences and perspectives on the construction of a multi-faceted database as a research tool"
    Typ Journal Article
    Autor Lindmayr-Brandl A
    Journal Troja (Trossinger Jahrbuch für Renaissancemusik)
  • 2020
    Titel "The pioneers of polyphonic music printing in German-speaking lands: Networks and type repertoria"; In: "Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe, Music and Material Culture"
    Typ Book Chapter
    Autor Lindmayr-Brandl A
    Verlag Routledge
  • 2020
    Titel "Privileges for printed music in the Holy Roman Empire during the sixteenth century"; In: "Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe"
    Typ Book Chapter
    Autor Mcdonald G
    Verlag Routledge
  • 2020
    Titel "Power and ambition. An unknown polyphonic music book by Georg Rhau."; In: Moveable Type: Music, Mobility and the Material Cultures of Print in Early Modern Europe
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2020
    Titel "Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe"
    Typ Book
    Autor Lindmayr-Brandl A
    editors Lindmayr-Brandl A, McDonald G
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel "Früher Notendruck in deutschsprachigen Ländern: Die Materialität der Regensburger Missalien"; In: "Musikalische Schätze in Regensburger Bibliotheken"
    Typ Book Chapter
    Autor Lindmayr-Brandl A
    Verlag ConBrio
    Seiten 61-97
  • 2019
    Titel "'Musikalische Denkmäler der Steinätzkunst' oder die Säulen des Jubal."
    Typ Journal Article
    Autor Kelber M
    Journal Musik in Bayern
    Seiten 55-77
  • 2019
    Titel "'Jedes land fürt seinen eignen brauch und weise'. Musik, Tanz, Reichstag."; In: Handbuch der Musik in der Renaissance 4
    Typ Book Chapter
    Autor Kelber M
    Verlag Laaber
    Seiten 358‒67
  • 2019
    Titel "Music and Theology in the European Reformation"
    Typ Book
    Autor Mcdonald G
    editors McDonald G, de Mey P, Burn D J, Verheyden J
    Verlag Brepols
  • 2019
    Titel "Conrad Celtis und die humanistische Musik am Hof Maximilians"; In: "Kaiser Maximilian I. Ein großer Habsburger"
    Typ Book Chapter
    Autor Mcdonald G
    Verlag Residenz
    Seiten 118-127
  • 2019
    Titel "Music, Theology, and the European Reformations"; In: "Music and Theology in the European Reformations"
    Typ Book Chapter
    Autor Mcdonald G
    Verlag Brepols
    Seiten 25-32
  • 2019
    Titel THE SONGBOOKS OF PETER SCHÖFFER THE YOUNGER AND ARNT VON AICH:; In: Senfl-Studien 3
    DOI 10.2307/j.ctvbqs5xf.6
    Typ Book Chapter
    Verlag Hollitzer Verlag

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