E-Feld Sensorik
Electric Field Sensing (ElFiS)
Matching Funds - Niederösterreich
Wissenschaftsdisziplinen
Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (80%); Geowissenschaften (20%)
Keywords
-
Electrical field sensor,
Micromechanical system,
Optoelectronic readout,
Galvanic separation,
Minimal perturbation,
Insensitive against temperature changes
Die zuverlässige Messung der Stärke eines elektrischen Feldes ist recht komplex und kaum ohne starke Störungen durch das Messgerät möglich. Die Vermeidung dieser Störungen wäre für eine Vielzahl von Forschungsbereichen, einschließlich der Blitzforschung, von großem Interesse. Daher schlagen wir eine einzigartige und neue Transduktionstechnik für statische und niederfrequente elektrische Felder vor, die den Weg für neuartige Messtechniken ebnen wird. Das Ziel umfasst miniaturisierte Sensorelemente, die eine passive Transduktion, eine Auflösung von besser als 100 V/m, eine unbedeutende Temperaturabhängigkeit und vor allem eine vernachlässigbare Verzerrung des elektrischen Feldes ermöglichen. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine konsekutive elektro-mechanische, mechano-optische und opto-elektronische Domänenkonversion vorgesehen. Für den mikrobearbeiteten elektromechanischen Wandler, der auch als Lichtflussmodulator dient und eine extrem empfindliche mechano-optische Umwandlung ermöglicht, müssen anspruchsvolle Konstruktionsziele verfolgt werden. Dielektrische Wellenleiter werden verwendet, um diesen Wandler mit Licht von der entfernten Quelle zu versorgen und das modulierte Licht zum entfernten Photodetektor zu leiten, um minimale Verzerrungen des elektrischen Feldes zu erhalten. Aufgrund der Vielzahl der beteiligten physikalischen Bereiche erfordern alle wissenschaftlichen Fragen einen interdisziplinären Forschungsansatz zu zahlreichen Themen. Um die im Allgemeinen schwachen elektrostatischen Kräfte in eine detektierbare Verschiebung umzuwandeln, ist eine ausgeklügelte Wandlertechnik vorgesehen. Zu diesem Zweck ist eine umfangreiche numerische 3D-Modellierung vorgesehen, um die Wechselwirkung des praktisch zweidimensionalen mikroelektromechanischen Wandlers mit dem externen elektrischen Feld zu optimieren. Der Einfluss unipolarer Ladungen, die sich am Wandler ansammeln, kann das Primärfeld stören, und damit verbundene Effekte wie Langzeitdrift müssen gründlich untersucht werden. Modernste Mikrobearbeitungstechnologien und fortschrittliche Modellierung ermöglichen ausgefeilte Konstruktionsmaßnahmen, die erforderlich sind, um den Anforderungen der empfindlichen elektromechanischen Umwandlung gerecht zu werden. Zur Bestätigung des Gesamtkonzepts werden Feldtests durchgeführt, um praktische Implementierungen des Wandlers im freien Raum an geophysikalischen Messstellen zu charakterisieren, insbesondere zur Bestimmung der elektrischen Feldstärke der Atmosphäre bei Schönwetter und Gewitter. Der erfolgreiche Abschluss des Projekts wird zu einer neuen Generation sehr empfindlicher Wandler für statische und sich langsam ändernde elektrische Felder führen. Der vorgeschlagene Ansatz verspricht unübertroffene Vorteile für zahlreiche praktische Anwendungen, z. B. in der Blitz- und geophysikalischen Forschung. Das Forschungsteam besteht aus Experten auf den Gebieten Sensordesign und Modellierung (Dr. W. Hortschitz), Mikrotechnik (Prof. Dr. F. Keplinger) sowie Blitzforschung (Dr. G. Diendorfer) von der Donau- Universität Krems, der Technischen Universität Wien bzw. dem OVE.
Ziel des von der niederösterreichischen Landesregierung mitbegründeten Projekts war es, eine neue Art der passiven elektrischen Feldmessung zu etablieren, die das zu messende E-Feld kaum verzerrt. Der angestrebte Ansatz basiert auf Mikrosystemtechnologie und nutzt E-Feld-induzierte mechanische Auslenkungen in Verbindung mit einer sehr empfindlichen optischen Auslesung. Die extrem schwachen elektrostatischen Kräfte erfordern hoch entwickelte Techniken, um diese Kräfte in messbare Auslenkungen umzuwandeln. Die E-Feld-Wandlung erfordert weder eine elektrische Stromversorgung noch eine geerdete Verbindung. Als Verbindung zwischen Messkopf und Elektronik wurden dielektrische Lichtwellenleiter angedacht. Damit sollten viele Messungen insbesondere von (quasi-)statischen Feldern ermöglicht werden, die mit modernen Systemen derzeit nicht realisierbar sind. Durch die Einfachheit der optischen Auslesung mit einer Mikro-Blende kann auf teure Komponenten wie kohärente Lichtquellen, Optokoppler oder Strahlteiler verzichtet werden. Die stabförmige Sonde mit dem Wandler an ihrem fernen Ende ermöglicht eine nahezu punktförmige Messung der elektrischen Feldstärke in einem Abstand von einem Meter bei nahezu vernachlässigbaren Verzerrungen des elektrischen Feldes. Mit der ersten Serie von funktionierenden Mikrosystemen konnte nachgewiesen werden, dass die vorgeschlagene Methode für die Messung des elektrischen Feldes praktikabel ist. Im Rahmen des Projekts wurden beispielsweise hochpräzise, punktförmige Abbildungen des Feldes eines elektrostatischen Quadrupols erstellt. Diese Messungen wurden an einem der Quadrupol-Fokussierelemente des ELENA-Rings am CERN durchgeführt, wo ein unbefriedigter Bedarf an Instrumenten zur Qualitätskontrolle und Optimierung ihrer elektrostatischen Komponenten besteht. Die Ergebnisse des Projekts führten zu einer neuen Methode zur Messung des elektrischen Feldes. Wie bereits erwähnt, ermöglichen die einzigartigen Eigenschaften dieser Methode neue Arten von Messungen, die sich als neue Forschungsagenda präsentieren. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Erforschung der atmosphärischen Elektrizität oder der ökologischen und physiologischen Auswirkungen der Hochspannungs-Wechselstrom- und Gleichstrom-Infrastruktur. Die entsprechenden Ergebnisse bergen die Möglichkeit für Paradigmenwechsel. Aus heutiger Sicht ist der größte Nutzen für andere Wissenschaftszweige im Bereich der Atmosphärenforschung zu sehen. Mit dem entwickelten Sensor wird es möglich sein, Veränderungen des ungestörten elektrostatischen Feldes in der Atmosphäre zu beobachten und damit einen entscheidenden Einblick in die zugrunde liegenden Prozesse der Atmosphärenforschung, Meteorologie und Blitzforschung zu gewinnen. Große Fortschritte werden auf diesem Gebiet erwartet, insbesondere bei der periodischen, automatisierten und räumlich verteilten Messung der Feldstärke mit Drohnen. Im Bereich der Medizin und Biologie kann das neue Messsystem (nach Weiterentwicklung) zur Untersuchung der Auswirkungen spezifisch statischer elektrischer Felder auf Organismen eingesetzt werden. Schlussendlich werden von dem neuen System neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Triboelektrizität und deren Auswirkungen im Bereich des Ladungstransports durch Staub erwartet.
- Gerhard Diendorfer, ALDIS Austrian Lightning Detection and Information System , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Franz Keplinger, Technische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 138 Zitationen
- 15 Publikationen
- 1 Patente
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2019
Titel Improved Reference-Free Vibration-Suppressed Optical MEMS Electric Field Strength Sensor DOI 10.1109/transducers.2019.8808410 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kainz A Seiten 2114-2117 -
2019
Titel Dual Resonator MEMS Magnetic Field Gradiometer DOI 10.3390/s19030493 Typ Journal Article Autor Kahr M Journal Sensors Seiten 493 Link Publikation -
2019
Titel Noninvasive 3D Field Mapping of Complex Static Electric Fields DOI 10.1103/physrevlett.122.244801 Typ Journal Article Autor Kainz A Journal Physical Review Letters Seiten 244801 Link Publikation -
2018
Titel Robust, Ultra Sensitive MOEMS Inertial Sensor Read Out with Infrared Light DOI 10.1109/memsys.2018.8346715 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Hortschitz W Seiten 952-955 -
2017
Titel MOEMS transducer with a non-linear transfer characteristic for static displacement measurement applications on the example of an inclination sensor DOI 10.1016/j.sna.2017.05.035 Typ Journal Article Autor Steiner H Journal Sensors and Actuators A: Physical Seiten 727-732 -
2018
Titel Equivalent Circuit Model of an Optomechanical MEMS Electric Field Strength Sensor DOI 10.3390/proceedings2130712 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kainz A Seiten 712 Link Publikation -
2018
Titel Cross-Sensitivity of an Optomechanical MEMS Transducer DOI 10.3390/proceedings2130719 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Steiner H Seiten 719 Link Publikation -
2018
Titel Characterization of a Micro-Opto-Mechanical Transducer for the Electric Field Strength DOI 10.3390/proceedings2130855 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Hortschitz W Seiten 855 Link Publikation -
2018
Titel Novel 3D-Printed MEMS Magnetometer with Optical Detection DOI 10.3390/proceedings2130783 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kahr M Seiten 783 Link Publikation -
2018
Titel 3D-Printed MEMS Magnetometer Featuring Compliant Mechanism DOI 10.3390/proceedings2130784 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kahr M Seiten 784 Link Publikation -
2018
Titel Equivalent Circuit-Based Open-Circuit Sensitivity Modelling of a Capacitive-Type MEMS Acoustic Sensor on Wafer Level DOI 10.3390/proceedings2130724 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kahr M Seiten 724 Link Publikation -
2018
Titel Passive optomechanical electric field strength sensor with built-in vibration suppression DOI 10.1063/1.5045614 Typ Journal Article Autor Kainz A Journal Applied Physics Letters Seiten 143505 Link Publikation -
2018
Titel Distortion-free measurement of electric field strength with a MEMS sensor DOI 10.1038/s41928-017-0009-5 Typ Journal Article Autor Kainz A Journal Nature Electronics Seiten 68-73 Link Publikation -
2020
Titel Microsensor for Atmospheric Electric Fields DOI 10.5194/egusphere-egu2020-8562 Typ Journal Article Autor Kainz A -
2017
Titel Accurate analytical model for air damping in lateral MEMS/MOEMS oscillators DOI 10.1016/j.sna.2016.12.023 Typ Journal Article Autor Kainz A Journal Sensors and Actuators A: Physical Seiten 154-159
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2019
Patent Id:
WO2019120795
Titel DEVICE FOR MEASURING AN ELECTRIC FIELD Typ Patent application published patentId WO2019120795 Website Link