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Die Solarhäuser von Konrad Frey: Umweltforschung und solares Wissen im Entwurf

The Sun Houses of Konrad Frey: Environmental Research and Solar Design Knowledge

Anselm Wagner (ORCID: 0000-0003-4901-8693)
  • Grant-DOI 10.55776/P28677
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2016
  • Projektende 31.03.2019
  • Bewilligungssumme 326.078 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Bauwesen (80%)

Keywords

    Environmental Research, Instrumentalism Of Discourses, Solar Architecture, Modern Narratives, Energy Performance Evaluation, Design Science

Abstract Endbericht

Seit Mitte der 1960er Jahre hat der österreichische Architekt Konrad Frey (*1934) Forschungen zur Nutzung der Sonnenenergie durchgeführt, sein Wissen in einer Reihe von Sonnenhausprototypen angewandt und 1972 das erste Solarhaus Österreichs entworfen. Der Leitgedanke in seinem Werk besteht darin, die Ideen der Moderne in Bezug auf regionale Gegebenheiten und nachhaltige Ressourcennutzung kritisch zu hinterfragen (wie z.B. Funktionalität und Flexibilität, environmental control versus well-tempered environment). Zu seinen Pionierarbeiten zählen u.a. Sundomes, suit-able Service-Module, Gewächshäuser, Infrastrukturanlagen, Sonnenhäuser (Haus Fischer am Grundlsee/Steiermark, Haus Zankel bei Genf) und die Solarhaus-Studien IIII. Die theoretischen Untersuchungen Freys am Grazer Institut für Umweltforschung und seine internationalen Kooperationen mit Theoretikern (CERN, Arup, TU Wien) sind weitgehend veröffentlicht (Handbuch für Energieberater, 1989) und führten zur Initiative der Österreichischen Energieberatung. Dennoch wurde Freys Werk bisher mit grundlegend anderen Ansätzen identifiziert, vor allem mit der Avantgarde der Grazer Schule, postmoderner Zeichensprache oder dem kritischem Regionalismus. Sein bedeutender Beitrag zum globalen Diskurs der Solararchitektur und Umweltforschung hingegen wurde bislang nicht wissenschaftlich untersucht. Das geplante Forschungsprojekt wird diese Lücke schließen, um durch Auswertung unveröffentlichter Quellen sowie neuer Daten, Messungen und Neukonzeptionen der Energieeffizienz von Freys prototypischen Solarhäusern ein umfassendes Werkverzeichnis mit kritischen Kommentaren und eine digitale Datenbank zu erstellen (Teil 1). Weiters sollen wesentliche Narrative identifiziert und Freys Wissen im Entwurf analysiert werden, um eine intellektuelle Biographie zu verfassen, die sich mit Freys wissenschaftlichem Ansatz in der Architektur, seinem Bezug zur Moderne, der Ideengeschichte der Solarforschung und der Instrumentalisierung des Umweltdiskurses beschäftigt (Teil 2). Das Forschungsprojekt verbindet auf interdisziplinäre Weise geistes- und technikwissenschaftliche Methoden, konkret jene der Theorie und Geschichte der Architektur, der Kulturwissenschaften, der Techniksoziologie und der Bauphysik. Das Forschungsprojekt wird zur Wissenserweiterung in den den genannten Gebieten beitragen und wesentliche Erkenntnisse über Freys Bedeutung im architektonischen Diskurs liefern. Das Hauptaugenmerk wird auf Freys Erkundung der Tragfähigkeit der Nutzung der Sonnenenergie liegen, seinen Solarhaus- Prototypen und der Förderung einer neuen Ressourcenpolitik. Die weiter reichenden Auswirkungen der erwarteten Ergebnisse beziehen sich auf die Gebiete der Humanökologie, der globalen Ressourcen-Kontrolle und der Umweltpolitik.

Die Ziele des dreijährigen Forschungsprojekts über den österreichischen Architekten Konrad Frey, einem Pionier der energieeffizienten Architektur, bestanden aus der Erstellung eines catalogue raisonné von Freys sämtlichen Bauten, Projekten und Schriften mit kritischen Kommentaren in der Form einer Online-Datenbank (www.konradfrey.tugraz.at) und der Verfassung einer intellektuellen Biografie des Architekten. Der digitale Werkkatalog ist das Ergebnis der Auswertung unveröffentlichter Quellen und der interdisziplinären Neukonzeption der Energieeffizienz prototypischer Solarhäuser. Der Leitgedanke von Freys Werks besteht darin, die Ideen der Moderne in Bezug auf regionale Gegebenheiten und nachhaltige Ressourcennutzung anzuwenden. Sein Augenmerk lag dabei immer auf Funktionalität und Flexibilität, aber auch der atmosphärischen Wirkung der Räume. Der digitale Werkkatalog der Bauten, Wettbewerbsbeiträge und Publikationen ist gegliedert nach Entstehungszeit, Ort, Kategorie und Projektnummer. Nach diesen Parametern lässt sich der Katalog sortieren, indem die Projekte chronologisch (auf- und absteigend), nach Ortsangabe, Kategorie des Entwurfs sowie Nummern der Beiträge geordnet werden können. Jede Katalognummer ist mit einem kurzen kritischen Essay, technischen Angaben und einer vollständigen Bibliographie versehen. Sämtliche Abbildungen lassen sich vergrößern; sie enthalten historische und aktuelle Fotos der realisierten Bauten sowie Pläne, Modellfotos und sonstiges Dokumentationsmaterial zu allen Projekten. Das gesamte Bild- und Planmaterial stammt aus dem Vorlass von Frey im Archiv der TU Graz. Zur Analyse des thermischen Komforts, der Raumluftqualität und des Anpassungsverhaltens der Insassen wurde in einem Fallstudiengebäude eine Langzeitüberwachung unter Sommer- und Winterbedingungen durchgeführt. Das Studium des überwachten Datensatzes lieferte dabei ein besseres Verständnis der Gebäudeleistung. Darüber hinaus konnte geprüft werden, ob die Erwartungen des Architekten in Bezug auf thermischen Komfort und Raumluftqualität erfüllt sind oder nicht. Zusätzlich wurden numerische Gebäudesimulationen eingesetzt, um die Energieeffizienz der ausgewählten Fallstudiengebäude zu bewerten. Die dynamische Simulation der Gebäude ermöglichte die Beurteilung der Übereinstimmung zwischen der tatsächlichen Leistung des Gebäudes und den ursprünglichen Planungsabsichten. Darüber hinaus bot es eine Plattform zur Bewertung möglicher betrieblicher Anpassungen zur Optimierung und Verbesserung der Gebäudeleistung.Der interdisziplinäre Teil des Projektes bestand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften der TU Graz und dem Institut für Bauphysik und Bauökologie der Technischen Universität Wien.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 12%
  • Technische Universität Graz - 88%
Nationale Projektbeteiligte
  • Ardeshir Mahdavi, Technische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Daniel Barber, University of Pennsylvania - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Albena Yaneva, University of Manchester - Vereinigtes Königreich

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